Olympische Spiele: Wettkampf zu Ehren der Götter
Alle vier Jahre schaut die ganze Welt zu, wenn sich die Athleten aus rund 200 Ländern und Gebieten in verschiedenen Sportarten miteinander um besten Leistungen messen. Was ursprünglich im antiken Griechenland als Wettspiele zu Ehren der Götter ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich im 20. Jahrhundert der Neuzeit zu einem sportlichen Mega-Event.
Die Olympischen Spiele der Antike
Im Altertum waren die Olympischen Spiele ein wichtiges Sportereignis und genossen politisch wie kulturell eine große Bedeutung. So dienten sie als ein politisches Forum, da sowohl das Volk als auch Diplomaten und politische Vertreter aus allen Teilen der griechischen Welt zusammenkamen. Neueren Forschungen zufolge gehen die Olympischen Spiele wohl auf kultische Feste zu Ehren von Rhea - der Mutter von Göttervater Zeus - zurück. Sie waren ein Teil der Panhellenischen Spiele - gesamtgriechischen Festspielen zu Ehren der Götter. Neben den Olympischen Spielen zu Ehren des Zeus gehörten dazu:
- die Pythischen Spiele in Delphi zu Ehren des Apollon,
- die Isthmischen Spiele in Korinth zu Ehren des Poseidon,
- die Nemëischen Spiele in Nemea zu Ehren des Zeus.
Ergänzt wurden sie später durch folgende regionalen Spiele:
- die Ptolemäen in Alexandria und anderen Orten der griechischen Welt,
- die Asklepieia in Epidauros.
Ausgetragen wurden die Olympischen Spiele im Turnus von vier Jahren im antiken Olympia. Der antiken Überlieferung zufolge fanden die ersten Spiele bereits im Jahr 776 v. Chr. statt; dabei traten die Athleten im Laufen ("Dromos"), dem antiken Fünfkampf Pentathlon, der Schwerathletik und den Pferdesport-Wettbewerben an. Als Siegeskranz wurde den Olympiasiegern ein Olivenzweig überreicht. Der Überlieferung nach ging Koroibos von Elis als erster antiker Olympiasieger im Stadionlauf über etwa 192 Meter in die Geschichte ein.
Bereits im 2. Jahrhundert vor Christus begann mit den politischen Konflikten sowie dem zunehmenden römischen Einfluss der antiken olympischen Spiele. Die letzten Spiele fanden der Überlieferung nach vermutlich im Jahr 393 nach Christus statt. Im darauffolgenden Jahr verbot der römische Kaiser Theodosius I. der Große (379-395) alle heidnischen Zeremonien - darunter auch die Olympischen Spiele. Archäologische Ausgrabungen ergaben jedoch, dass vermutlich bis ins 6. nachchristliche Jahrhundert noch Spiele in Olympia stattfanden - wenn auch in bescheidenem Maßstab.
- Wikipedia über die Olympiasieger der Antike
Die Olympischen Spiele der Neuzeit
Allerdings ging die olympische Idee in den folgenden Jahrhunderten nicht ganz verloren. Im Westen Englands fanden zu Beginn des 17. Jahrhunderts erstmals die "Cotswold Olympick Game"s statt. Ein weiterer Versuch, die Olympischen Spiele wiederzubeleben, waren die "Olympiades de la République", die von 1796 bis 1798 jährlich im revolutionären Frankreich ausgetragen wurden.
Auch das griechische Interesse an der olympischen Idee stieß nach der Griechischen Revolution (1821-1829) wieder auf Interesse. Als wichtigster Vorläufer der modernen Olympischen Spiele gelten die Olympien, die ihrerseits das Münchner Oktoberfest zum Vorbild hatten.
Erst am Ende des 19. Jahrhundert rief der französische Baron Pierre de Coubertin (1863-1937) die Idee der Olympischen Spiele schließlich wieder ins Leben zurück. Ob Kriege, Boykotte oder politischer Missbrauch - nichts konnte den Aufstieg der Olympischen Spiele der Neuzeit zum größten Sportspektakel der Welt bremsen. Die Spiele brachten große Sieger - aber auch tragische Verlierer hervor.
"Das Wesentliche ist nicht, gesiegt, sondern sich wacker geschlagen zu haben."
Pierre de Coubertin (1863-1937), Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit
Mittlerweile ist fast jedes Land der Welt mit eigenen Athleten bei den Spielen vertreten. Dieses Wachstum führte aber auch manchen Problemen wie Doping, Bestechung oder Terrorismus. Für die jeweiligen Gastgeberstädte und -länder bieten die Olympischen Spiele eine prestigeträchtige Gelegenheit, sich der Welt zu präsentieren und für sich zu werben.
Heute bilden zahlreiche nationale und internationale Sportorganisationen und -verbände, anerkannte Medienpartner sowie Athleten, Betreuer, Schiedsrichter die "olympische Bewegung", die sich zur Einhaltung der Olympischen Charta verpflichtet hat. Die Dachorganisation der Spiele ist das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Sitz in Lausanne. Auf nationaler Ebene vertreten derzeit 206 Nationale Olympische Komitees (NOKs) die olympische Bewegung.
Seit 1924 werden im Turnus von vier Jahren die Olympischen Winterspiele veranstaltet. Im Gegensatz zu den Olympischen Sommerspielen wird die Zahl der Spiele und nicht die Olympiaden - also die Zeiträume zwischen zwei Spielen - gezählt. Ausgefallene Spiele werden somit auch nicht in der Zählung berücksichtigt. Zunächst fanden die Winterspiele im gleichen Kalenderjahr wie die Sommerspiele statt - seit 1994 werden beide Spiele im zweijährigen Wechsel durchgeführt.
- Olympische Sommerspiele der Neuzeit im historischen Rückblick
- Olympische Winterspiele der Neuzeit im historischen Rückblick
- Wikipedia-Portal und Planet Wissen über die Olympischen Spiele
Die Olympischen Jugendspiele
Die Olympischen Jugendspiele wurden am 5. Juli 2007 auf Initiative von Jacques Rogge beschlossen. Die eigentliche Idee stammt jedoch vom Österreicher Johann Rosenzopf (1939-2018). Auch bei den Jugendspielen wird zwischen Sommer- und Winterspielen unterschieden.
Nach dem Willen des IOC sollen die Jugendspiele in einem kleineren Rahmen stattfinden, damit auch kleinere Städte die Möglichkeit erhalten, ein olympisches Multisportevent auszutragen. Das Sportprogramm orientiert sich dabei an den Olympischen Spielen.
Die ersten Sommerspiele fanden 2010 in Singapur statt. Die nächsten Sommerspiele 2026 finden in Dakar statt. Die ersten Winterspiele wurden 2012 in Innsbruck organisiert. Die kommenden Winterspiele 2028 finden in den Dolomiten und dem Veltlin statt.
- Ewiger Medaillenspiegel der Jugend-Sommerspiele und der Jugend-Winterspiele
- Sieger der Nationenwertungen der Jugend-Sommerspiele und der Jugend-Winterspiele
Die Paralympischen Spiele
Die Paralympischen Spiele bezeichnen die Spiele der Sportler mit einer körperlichen Behinderung odereiner geistigen Beeinträchtigung. Sie gehen auf den deutschstämmigen Neurologen Ludwig Guttmann (1899-1980) zurück. In den "Stoke Mandeville Games" von 1948 traten erstmals 14 kriegsversehrte Frauen und Männer im Bogenschießen gegeneinander an. Der Wettbewerb fand parallel zu den Olympischen Sommerspielen 1948 in London statt.
Im Jahr 1960 fanden in Rom die ersten "Weltspiele der Gelähmten" statt, die nicht mehr parallel zu den Olympischen Spielen ausgetragen wurden. Bereits 1976 kamen die ersten Paralympischen Winterspiele hinzu, die in Schweden ausgetragen wurden.
Seit 1988 finden die Paralympischen Sommerspiele am gleichen Austragungsort wie die Olympischen Sommerspiele statt. Die Paralympischen Winterspiele finden seit 1992 am gleichen Austragungsort wie die Olympischen Winterspiele statt.
Allein 2026 nahmen bei den Winterspielen 611 Athleten aus 55 Nationen teil, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutet. Bei den Paralympischen Sommerspielen 2024 in Paris kämpften rund 4.400 Athleten aus 184 Nationen in 22 Sportarten und 549 Wettbewerben um die Medaillen.
- Ewige Medaillenspiegel der Paralympischen Sommerspiele und der Paralympischen Winterspiele
- Wikipedia über das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und das Europäische Paralympische Komitee (EPC)
Hintergrundinformation: Die Olympischen und Paralympischen Symbole Die olympischen Symbole sind Embleme, die ausschließlich im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen verwendet werden. Das wichtigste Symbol der heutigen Spiele sind die olympischen Ringe, die 1913 von Pierre der Coubertin entwickelt wurden. Es besteht aus fünf verschlungenen Ringen in den Farben Blau, Gelb, Schwarz, Grün und Rot. Der sechste verwendete Farbton ist Weiß für den Hintergrund. Der olympische Fackellauf ist ein Teil der Eröffnungszeremonie und wurde erstmals bei den Sommerspielen 1936 in Berlin veranstaltet. Entzündet wird das Feuer im antiken Olympia. Die Tradition reicht jedoch in die griechische Antike zurück: Ursprünglich wurde das Feuer wurde zu Ehren der Göttin Hestia entzündet. Ein weiterer Teil der Eröffnungszeremonie ist auch der olympische Eid. Er wurde erstmals bei den Sommerspielen 1920 in Antwerpen vom belgischen Fechter Victor Boin geschworen. Seit den Sommerspielen 1972 in München werden auch die Kampfrichter in einem ähnlichen Gelöbnis "beeidigt". Die olympische Hymne ist die einzige offizielle olympische Festmusik und Bestandteil aller wichtigen Ereignisse der olympischen Bewegung. Die Melodie stammt von dem Komponisten Spyros Samaras, der Text von Kostis Palamas und wurde für die ersten Spiele der Neuzeit 1896 in Athen geschrieben. Bei den Paralympischen Spielen wird bei der Eröffnung ebenfalls ein paralympischen Eid abgelegt, der sich nicht vom olympischen Eid unterscheidet. Lediglich das Wort "olympisch" wird dabei durch den Begriff "paralympisch" ersetzt. Auch der paralympische Fackellauf entspricht dem olympischen Pendant. Bis 1987 führte das IPC zudem die olympischen Ringe. Seit 2010 bestehen die paralympischen Symbole aus drei farbigen Streifen in den Farben Rot, Blau und Grün. |
Hintergrundinformationen
- Ewiger Medaillenspiegel der Olympischen Spiele sowie die aberkannten Medaillen der Sommer- und Winterspiele
- Sieger der olympischen Nationenwertungen und die olympischen Medaillengewinner im Überblick
- Unabhängige Olympia-Teilnehmer und die Sportler mit den meisten Olympia-Teilnahmen
- Schirmherren der Olympischen Spiele und die Ländercodes des IOC für die Olympia-Teilnehmer
Das Internationale Olympische Komitee (IOC)
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) Wurde am 23. Juni 1894 als Trägerorganisation von Pierre de Coubertin des olympischen Sports gegründet. Als Organisator der Olympischen Spiele entscheidet das IOC über die Austragungsorte sowie über deren Teilnahmebedingungen und Inhalte. Außerdem vergibt es die Spiele jeweils sieben Jahre im Voraus. Das Regelwerk ist in der Olympischen Charta festgelegt. Alle relevanten Entscheidungen werden auf der IOC-Vollversammlung getroffen.
Die Mitglieder des IOC werden auf Vorschlag des Executive Committee für die Dauer von acht Jahren gewählt. Dabei ist eine mehrmalige Wiederwahl für weitere achtjährige Amtszeiten möglich. Die Mitgliedschaft endet spätestens am Ende jenes Kalenderjahres, in dem das Mitglied 70 Jahre alt geworden ist. Für Mitglieder, die vor dem 11. Dezember 1999 in das IOC gewählt wurden, gilt eine Altersgrenze von 80 Jahren.
Dem IOC gehören 148 Mitglieder (Stand: Juni 2025) an. Dazu gehören 109 stimmberechtigte reguläre Mitglieder und 39 Ehrenmitglieder an. Die Mitglieder der internationalen Sportverbände sind "ex officio" (aufgrund ihrer Funktion) im IOC vertreten. 53 Mitglieder des IOC nahmen an Olympischen Spielen statt - 38 davon haben auch Medaillen gewonnen. Zu den prominenten IOC-Mitglieder gehören unter anderem Fürst Albert II. von Monaco (seit 1985) oder die britische Prinzessin Anne (seit 1988) und König Willem-Alexander der Niederlande (seit 1998 - Ehrenmitglied seit 2013).
Die Amtszeit des Präsidenten des IOC ist acht Jahre begrenzt. Eine einmalige Wiederwahl für weitere vier Jahre ist möglich. Am 20. März 2025 wurde die ehemalige simbabwische Schwimmerin und zweifache Olympiasiegerin Kirsty Coventry zur IOC-Präsidentin gewählt. Die Nachfolgerin von Thomas Bach ist damit die erste Frau und Afrikanerin an der Spitze des IOC. Zudem wurden bislang sechs Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit gewählt.
"Teilnehmen ist wichtiger als siegen."
Pierre de Coubertin (1863-1937), Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit
Dem IOC gehören 206 Mitglieder an, die als Nationales Olympisches Komitee (NOK) geführt werden. Gemäß Statut sind diese als nationale Organisationen - ebenso wie das IOC - politisch unabhängig. Die NOKs verfügen über das Nominierungs-, Entsende- und Betreuungsrecht für die Spiele. Ein zweiter wichtiger Partner des IOC sind 35 ausgewählte Sportverbände mit olympischen Sportarten - 28 davon sind an den Sommerspielen beteiligt. Dem IOC obliegt dabei die Aufgabe, die unterschiedlichen Interessen zu einer Wertegemeinschaft zusammenzubringen. Lausanne ist der Verwaltungssitz - die Verkehrssprachen sind Englisch und Französisch.
- Wikipedia über die Nationalen Olympische Komitees (NOKs)
Boykott und Propaganda: Sport und Politik bei den Olympischen Spielen
Ein "Boykott" ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales und politisches Druckmittel, mit dem bestimmte Personen, Personengruppen, Unternehmen oder Staaten vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen werden sollen. Auch im Sport wurden Großveranstaltungen aus politischen Gründen von Boykotten, Protesten und Propaganda begleitet.
So führte der Missbrauch der Sommerspiele 1936 in Berlin und der Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen durch die Nationalsozialisten für Propagandazwecke missbraucht. Die internationale Protesten und Boykottforderungen blieben hingegen ungehört. Die zweiteilige Dokumentation "Olympia" von Leni Riefenstahl gehört außerdem zu den bekanntesten Filmen aus der NS-Zeit.
Die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-City stand zeitweise infrage, als Studenten wochenlang gegen das Prestigeprojekt der korrupten Regierung protestierten. Polizei und Geheimdienst ließen die Demonstrationen jedoch gewaltsam niedergeschlagen - allein 250 Menschen kamen bei dem Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 ums Leben.
Die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montréal wurden von 16 afrikanischen Staaten boykottiert. Zuvor hatten sie erfolglos den Ausschluss Neuseelands gefordert, weil dessen Rugby-Nationalmannschaft mehrere Spiele gegen das Team aus Südafrika bestritt, das wegen seiner Politik der Apartheid vom IOC ausgeschlossen wurde.
Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan 1979 diente den USA und zahlreichen westlichen Staaten als Anlass zum Boykott der Sommerspiele 1980 in Moskau. Nur 81 Länder nahmen letztlich an den Spielen teil, 42 Staaten sagten ihre Teilnahme ab. Der Boykott führte schließlich zu einer sportlichen Wettbewerbsverzerrung: So waren die Mannschaften der UdSSR und der DDR den anderen Ländern deutlich überlegen. Zudem gewannen die sowjetischen Sportler rund 40 Prozent aller Goldmedaillen.
Die Revanche folgte vier Jahre später, als die Sowjetunion und 18 weitere sozialistische Staaten - mit Ausnahme von Rumänien, Jugoslawien und China - die Sommerspiele in Los Angeles 1984 boykottierten. Offizielle Begründung war die angeblich nicht gewährleistete Sicherheit für die Sportler. Das Team der USA war daher mit 83 Goldmedaillen die sportliche dominierende Mannschaft der Spiele. Zu internationalen Protesten führte auch die Vergabe der Sommerspiele 2008 nach Peking. Der Anlass war die Lage der Menschenrechte und das Vorgehen in Tibet. Allerdings blieben die Proteste weitgehend erfolglos. Dabei kam es nur in einigen Metropolen der Welt zu Protesten.
Auch bei anderen Sportveranstaltungen spielte die Politik eine Rolle: Bei der Fußball-EM 1992 wurde Jugoslawien wegen des Balkankonfliktes ausgeschlossen. Als Nachrücker fuhr Dänemark zum Turnier - und wurde Europameister. 2011 wurde mit dem Großen Preis von Bahrain erstmals ein Formel-1-Rennen aus politischen Gründen abgesagt. Der Anlass waren die politischen Unruhen in Bahrain gegen das Regime in dem Golf-Emirat. 2012 kam zu internationalen Protesten gegen die Austragung des Rennens, weil sich die Veranstalter vom bahrainischen Königshaus politisch instrumentalisieren ließen.
Spiele 1936 in Berlin: Zwischen Sport und NS-Propaganda
Über den Stellenwert der Olympischen Spiele 1936 haben mittlerweile mehrere Generationen von Historikern gestritten. Vergeben wurden die Spiele zwar schon 1931. Dennoch missbrauchten die nun regierenden Nationalsozialisten die Spiele für ihre Propagandazwecke, um das NS-Regime positiv im Ausland darzustellen. So erlebte Berlin nahezu perfekt organisierte Spiele mit einem bis dahin neuen Teilnehmerrekord: es nahmen 3.961 Teilnehmer aus 49 Nationen teil. Rund vier Millionen Zuschauer erlebten die Spiele vor Ort, von wo aus zudem etwa 3.000 Journalisten aus 40 Ländern berichteten.
Zum besonderen Flair der Spiele trug der erste Olympische Fackellauf in der Geschichte bei. Der herausragendste Sportler war der US-Amerikaner Jesse Owens - sowohl wegen seiner sportlichen Leistungen als auch wegen seiner sympathischen Art. Das bedeutendste wie auch umstrittenste filmische Werk über die Spiele war der Dokumentarfilm "Olympia" der deutschen Regisseurin Leni Riefenstahl (1902-2003).
Spiele 1972 in München: Die olympische Geschichte der bayerischen Landeshauptstadt
Nach Berlin 1936 war München der Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 1972. Im Gegensatz zu den Spielen von 1936 wollte man in München heitere und offene Spiele ohne politischen Charakter organisieren. Überschattet wurden die Spiele letztlich aber vom Olympia-Attentat, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen. Die Geiselnahme und Ermordung mehrerer israelischer Sportler durch die palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September machten diese Pläne jedoch zunichte. Dennoch entschloss man sich, die Spiele fortzusetzen. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage sprach bei der Trauerfeier den berühmten Satz: "The games must go on!"
Quelle: Terra X History auf Youtube
Trotzdem verzeichneten die Spiele von München auch manch sportliche Höhepunkte. So wurden immerhin 52 Weltrekorde und 96 olympische Rekorde aufgestellt. Der herausragende Sportler war der US-Schwimmer Mark Spitz mit gleich sieben Goldmedaillen. Einen Platz in den olympischen Geschichtsbüchern sicherten sich Heide Rosendahl mit Gold im Weitsprung und mit der Staffel über 4 x 100-Meter sowie die damals 16-jährige Ulrike Meyfahrt mit ihren Olympiasieg im Hochsprung. Eine weitere Neuerung war mit "Dackel Waldi" das erste olympische Maskottchen. Die Kosten für die Spiele von München beliefen sich auf rund 1,972 Milliarden D-Mark (etwa 985 Millionen Euro). Mit mehr als 7.000 Teilnehmern aus 122 Nationen stellten die Sommerspiele von 1972 in München einen neuen Rekord auf.
Am 8. Dezember 2007 beschloss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einstimmig die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Mit der erneuten Nutzung der alten Olympia-Sportstätten und klimaneutralen Konzepten sollten zudem neue ökologische Maßstäbe gesetzt werden. Basierend auf einem "2-Cluster-Konzept" waren die Eiswettbewerbe in der bayerischen Landeshauptstadt geplant. Die übrigen Wettbewerbe sollten hingegen am Fuße der Zugspitze durchgeführt werden.
Insgesamt sahen die Pläne Ausgaben über 2,85 Milliarden Euro vor. So wurden neben den Organisationskosten von 1,3 Milliarden Euro die dauerhaften Investitionen mit 1,55 Milliarden Euro beziffert - finanziert von der öffentlichen Hand und Privatinvestoren. Das IOC entschied sich am 6. Juli 2011 jedoch für den südkoreanischen Mitbewerber Pyeongchang.
Teilnahme Deutschlands bei den Olympischen Sommerspielen
1896, 1900, 1904, 1908, 1912, 1928, 1932, 1936, 1952, 1968, 1972, 1976, 1984, 1988, 1992, 1996, 2000, 2004, 2008, 2012, 2016, 2020, 2024
Keine Teilnahmen: 1924 und 1948 - Boykott der Bundesrepublik Deutschland für die Olympischen Sommerspiele 1980
Teilnahmen Deutschlands bei den Olympischen Winterspielen
1928, 1932, 1936, 1952, 1968, 1972, 1976, 1980, 1984, 1988, 1992, 1994, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022, 2026
Keine Teilnahmen: 1924 und 1948
Teilnahmen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bei den Olympischen Sommerspielen
1968, 1972, 1976, 1980, 1988
Keine Teilnahmen: Boykott der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) für die Olympischen Sommerspiele 1984
Teilnahmen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bei den Olympischen Winterspielen
1968, 1972, 1976, 1980, 1984, 1988
Teilnahmen des Saarlandes bei den Olympischen Sommerspielen
1952 - Keine Teilnahme: Verzicht des Saarlandes bei den Olympischen Sommerspielen 1956
Teilnahme der Gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen
1956, 1960, 1964
Teilnahme der Gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen
1956, 1960, 1964
Teilnahmen Deutschlands bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen
2010, 2014, 2018
Teilnahmen Deutschlands bei den Olympischen Jugend-Winterspielen
2012, 2016, 2020, 2024
Teilnahmen Deutschlands bei den Paralympischen Sommerspielen
1960, 1964, 1968, 1972, 1976. 1980, 1984, 1988, 1992, 1996, 2000, 2004, 2008, 2012, 2016, 2020, 2024
Teilnahmen Deutschlands bei den Paralympischen Winterspielen
1976, 1980, 1984, 1988, 1992, 1994. 1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022, 2026
Teilnahmen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bei den Paralympischen Sommerspielen
1984
Weitere Informationen
- Websites des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Stiftung Deutsche Sporthilfe
- Websites des Team Deutschland und der Athleten Deutschland e. V.
- Olympische Geschichte und die Fahnenträger der deutschen Olympia-Mannschaften
- Deutsche Olympische Medaillengewinner und Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen
- Wikipedia über die Nationalen Olympisches Komitee für Deutschland und die DDR
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Quelle: Statista
Herausragende Sportler und Mannschaften im olympischen Sport |
Basketball Magic Johnson (geb. am 14.08.1959 in Lansing) Michael Jordan (geb. am 17.02.1963 in New York City) LeBron James (geb. am 30.12.1984 in Akron) Dirk Nowitzki (geb. am 19.06.1978 in Würzburg) Dennis Schröder (geb. am 15.09.1993 in Braunschweig) Nationalmannschaften Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Damen) Weitere Informationen |
Cricket |
Eishockey Wayne Gretzky (geb. am 26.01.1961 in Brantford) Mario Lemieux (geb. am 05.10.1965 in Montreal) Nationalmannschaften Schweiz (Herren) Finnland (Herren) Finnland (Damen) Kanada (Herren) Kanada (Frauen) Russland (Herren) Schweden (Herren) Schweden (Damen) Tschechien (Herren) Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Herren) Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Damen) Ehemalige Nationalmannschaften Tschechoslowakei (Herren) Weitere Informationen |
Fußball Ferenc Puskás (geb. am 01.04.1927 in Budapest - gest. am 17.11.2006 in Budapest) Pelé (geb. am 23.10.1940 in Três Corações - gest. am 29.12.2922 in São Paulo) Franz Beckenbauer (geb. am 11.09.1945 in München - gest. am 07.01.2024 in Salzburg) Johan Cruyff (geb. am 25.04.1947 in Amsterdam - gest. am 24.03.2016 in Barcelona) Kristine Lilly (geb. am 22.07.1971 in New York) Birgit Prinz (geb. am 25.10.1977 in Frankfurt am Main) Cristiano Ronaldo (geb. 05.02.1985 in Funchal) Lionel Messi (geb. am 24.06.1987 in Rosario) Nationalmannschaften Brasilien (Herren) Deutschland (Herren) Deutschland (Damen) Frankreich (Herren) Italien (Herren) Spanien (Herren) Uruguay (Herren) Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Damen) Weitere Informationen |
Handball Magnus Wislander (geb. am 22.02.1964 in Göteborg) Nikola Karabatić (geb. am 11.04.1984 in Niš) Mathias Gidsel (geb. am 08.02.1999 in Skjern) Nationalmannschaften Dänemark (Herren) Frankreich (Herren) Norwegen (Damen) Weitere Informationen |
Hockey Deutschland (Damen) Indien (Herren) Niederlande (Herren) Niederlande (Damen) Pakistan (Herren) Weitere Informationen |
Leichtathletik Paavo Nurmi (geb. am 13.06.1897 in Turku - gest. am 02.10.1973 in Helsinki) Jesse Owens (geb. am 12.09.1913 in Oakville - gest. am 31.03.1980 in Tucson) Emil Zátopek (geb. am 19.02.1922 in Kopřivnice - gest. am 21.11.2000 in Prag) Heide Ecker-Rosendahl (geb. am 14.02.1947 in Hückeswagen) Ulrike Nasse-Meyfahrt (geb. am 04.05.1956 in Frankfurt am Main) Carl Lewis (geb. am 01.06.1961 in Birmingham) Usain Bolt (geb. am 21.08.1986 in Sherwood Content) Weitere Informationen |
Rugby |
Schwimmen Mark Spitz (geb. am 10.02.1950 in Modesto) Michael Groß (geb. am 17.06.1964 in Frankfurt am Main) Krisztina Egerszegi (geb. am 16.08.1974 in Budapest) Franziska van Almsick (geb. am 05.04.1978 in Berlin) Michael Phelps (geb. am 30.06.1985 in Boston) Weitere Informationen |
Tennis Björn Borg (geb. am 06.06.1956 in Stockholm) Martina Navratilova (geb. am 18.10.1956 in Prag) John McEnroe (geb. am 16.02.1959 in Wiesbaden) Ivan Lendl (geb. am 07.03.1960 in Ostrava) Mats Wilander (geb. am 22.08.1964 in Torpsbruk) Stefanie ("Steffi") Graf (geb. am 14.06.1969 in Mannheim) Andre Agassi (geb. am 29.04.1970) Martina Hingis (geb. am 30.09.1980 in Košice) Roger Federer (geb. am 08.08.1981 in Basel) Serena Williams (geb. am 26.09.1981 in Saginaw) Rafael Nadal (geb. am 03.06.1986 in Manacor) Novak Đoković (geb. am 22.05.1987 in Belgrad Weitere Informationen |
Tischtennis Ma Lin (geb. am 19.02.1980 in Shenyang) Timo Boll (geb. am 08.03.1981 in Erbach) |
Turnen Sawao Katō (geb. am 11.10.1946 in Gosen) |
Volleyball China (Damen) Italien (Herren) Kuba (Damen) Ehemalige Nationalmannschaften Sowjetunion (Damen) Weitere Informationen |
Wasserball Ungarn (Herren) Weitere Informationen |
Wintersport Ingemar Stenmark (geb. am 18.06.1956 in Joesjö) Pirmin Zurbriggen (geb. am 04.02.1963 in Saas-Almagell) Matti Nykänen (geb. am 17.07.1963 in Jyväskylä - gest. am 04.02.2019 in Joutseno) Gunda Niemann-Stirnemann (geb. am 07.09.1966 in Sonderhausen) Bjørn Dæhlie (geb. am 19.06.1967 in Elverum) Kjetil André Aamodt (geb. am 02.09.1971 in Oslo) Claudia Pechstein (geb. am 22.02.1972 in Berlin) Ole Einar Bjørndalen (geb. am 27.01.1974 in Dammen) Marit Bjørgen (geb. am 21.03.1980 in Trondheim) Lindsey Vonn (geb. am 18.10.1984 in Saint Paul) Johannes Høsflot Klæbo (geb. am 22.06.1996 in Oslo) |
Sonstige erfolgreiche Olympioniken Birgit Fischer (geb. am 25.02.1962 in Brandenburg/Havel) Isabell Werth (geb. am 21.07.1969 in Issum) |
Weitere Informationen |
Hinweis in eigener Sache: Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. |
Herausragende IOC-Funktionäre
- Pierre de Coubertin (geb. am 01.01.1863 in Paris - gest. am 02.09.1937 in Genf)
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 1896-1913 und 1919-1925 - Avery Brundage (geb. am 28.09.1887 in Detroit - gest. am 08.05.1975 in Garmisch-Partenkirchen)
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 1952-1972 - Juan Antonio Samaranch (geb. am 17.07.1920 in Barcelona - gest. am 21.04.2010 in Barcelona)
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 1980-2001 - Willi Daume (geb. am 24.05.1913 in Hückeswagen - gest. am 20.05.1996 in München)
Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Deutschland (NOK) 1961-1992 - Walther Tröger (geb. am 04.02.1929 in Wunsiedel - gest. am 30.12.2020 in Frankfurt am Main)
Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Deutschland (NOK) 1992-2002 - Jacques Rogge (geb. am 02.05.1942 in Gent - gest. am 29.08.2021 in Deize)
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 2001-2013 - Thomas Bach (geb. am 29.12.1953 in Würzburg)
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 2013-2025 - Kristy Coventry (geb. am 16.10.1983 in Harare)
Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) seit 2025
Weitere Informationen
- Wikipedia-Portal über die Olympischen Sommer- und Winterspiele
- Wikipedia-Portale über den Sport und den Wintersport
- Wikipedia über die Hall of Fame des deutschen Sports



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