Tobias Daniel M.A.

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Olympische Spiele: Wettkampf zu Ehren der Götter

Alle vier Jahre schaut die ganze Welt zu, wenn sich die Athleten aus rund 200 Ländern und Gebieten in verschiedenen Sportarten miteinander um besten Leistungen messen. Was ursprünglich im antiken Griechenland als Wettspiele zu Ehren der Götter ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich im 20. Jahrhundert der Neuzeit zu sportlichen Mega-Event.

Die Olympischen Spiele der Antike

Im Altertum waren die Olympischen Spiele ein wichtiges Sportereignis und genossen politisch wie kulturell eine große Bedeutung. So dienten sie als ein politisches Forum, da sowohl das Volk als auch Diplomaten und politische Vertreter aus allen Teilen der griechischen Welt zusammenkamen. Neueren Forschungen zufolge gehen die Olympischen Spiele wohl auf kultische Feste zu Ehren Rheas - der Mutter von Göttervater Zeus - zurück. Sie waren zudem ein Teil der Panhellenischen Spiele - gesamtgriechischen Festspielen zu Ehren der Götter. Neben den Olympischen Spielen zu Ehren des Zeus gehörten dazu:

Ergänzt wurden sie später durch folgende regionalen Spiele:

Ausgetragen wurden die Olympischen Spiele im Turnus von vier Jahren im antiken Olympia. Der antiken Überlieferung zufolge fanden die ersten Spiele bereits im Jahr 776 v. Chr. statt; dabei traten die Athleten im Laufen ("Dromos"), dem antiken Fünfkampf Pentathlon, der Schwerathletik und den Pferdesport-Wettbewerben an. Als Siegeskranz wurde den Olympiasiegern ein Olivenzweig überreicht. Der Überlieferung nach ging Koroibos von Elis als erster antiker Olympiasieger im Stadionlauf über etwa 192 Meter in die Geschichte ein.

Bereits im 2. Jahrhundert vor Christus begann mit den politischen Konflikten und dem zunehmenden römischen Einfluss der antiken olympischen Spiele. Die letzten Spiele fanden der Überlieferung nach vermutlich im Jahr 393 nach Christus statt. Im darauffolgenden Jahr verbot der römische Kaiser Theodosius I. der Große (379-395) alle heidnischen Zeremonien - darunter auch die Olympischen Spiele. Archäologische Ausgrabungen ergaben jedoch, dass vermutlich bis ins 6. nachchristliche Jahrhundert noch Spiele in Olympia stattfanden - wenn auch in bescheidenem Maßstab.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit

Im ausgehenden 19. Jahrhundert rief der französische Baron Pierre de Coubertin die Idee der Olympischen Spiele wieder ins Leben zurück. Neben dem sportlichen Aspekt sollte das "Treffen der Jugend" auch der Völkerverständigung dienen. Ob Kriege, Boykotte oder politischer Missbrauch - nichts konnte den Aufstieg der Olympischen Spiele der Neuzeit zum größten Sportspektakel der Welt bremsen. Die Spiele brachten große Sieger - aber auch tragische Verlierer hervor.

Mittlerweile ist fast jedes Land der Welt mit eigenen Athleten bei den Spielen vertreten. Dieses Wachstum führte aber auch manchen Problemen wie DopingBestechung oder Terrorismus. Für die Gastgeberstädte und -länder bieten die Olympischen Spiele zudem eine prestigeträchtige Gelegenheit, sich der Welt zu präsentieren und für sich zu werben.

Heute bilden zahlreiche nationale und internationale Sportorganisationen und -verbände, anerkannte Medienpartner sowie Athleten, Betreuer, Schiedsrichter, die sich zur Einhaltung der Olympischen Charta verpflichtet hat, die sogenannte "olympische Bewegung". Ihre Dachorganisation ist das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Sitz in Lausanne. Daneben vertreten derzeit 204 Nationale Olympische Komitees (NOKs) die olympische Bewegung auf nationaler Ebene.

Seit 1924 werden ebenfalls im Turnus von vier Jahren die Olympischen Winterspiele veranstaltet. Im Gegensatz zu den Olympischen Sommerspielen werden dabei die Zahl der Spiele und nicht die Olympiaden - also die Zeiträume zwischen zwei Spielen - gezählt. Ausgefallene Spiele werden somit auch nicht in der Zählung berücksichtigt. Zunächst fanden die Winterspiele im gleichen Jahr wie die Sommerspiele statt - seit 1994 werden beide Spiele im zweijährigen Wechsel durchgeführt.

Die Olympischen Jugendspiele werden im Turnus von vier Jahren unter der Aufsicht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt. Aufgeteilt in Sommer- und Winterspiele sollen sie die Olympischen Spiele ergänzen - teilnahmeberechtigt sind jugendliche Sportler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Die Jugendspiele gehen auf eine Idee des Österreichers Johann Rosenzopf im Jahr 1998 zurück.

Das IOC beschränkte allerdings die Teilnehmerzahl auf 3.500 Athleten und 875 Betreuer bei Sommerspielen sowie auf 1.000 Athleten und 500 Betreuer bei Winterspielen. Außerdem werden bei den Jugendspielen keine Nationalflaggen und Nationalhymnen verwendet. Bei den Siegerehrungen werden stattdessen die Olympische Flagge gehisst und die Olympische Hymne gespielt. Dadurch soll die Konkurrenz zwischen den Ländern in den Hintergrund rücken. Die ersten Jugend-Sommerspiele fanden 2010 in Singapur statt; die ersten Jugend-Winterspiele wurden 2012 in Innsbruck ausgetragen. 

Die Paralympischen Spiele der Neuzeit

Die Paralympischen Spiele bezeichnen im wesentlichen die Olympischen Spiele für Sportler mit Behinderung. Sie gehen auf den deutschstämmigen Neurologen Ludwig Guttmann zurück. In den sogenannten "Stoke Mandeville Games" von 1948 traten erstmals 14 kriegsversehrte Frauen und Männer im Bogenschießen gegeneinander an. Diese fanden parallel zu den Olympischen Sommerspielen 1948 in London statt.

Erst 1960 fanden in Rom die ersten "Weltspiele der Gelähmten" statt, die nicht mehr parallel zu den Olympischen Spielen ausgetragen wurden. Im Jahre 1976 kamen mit den Paralympischen Winterspielen die ersten Winter-Paralympics in Schweden hinzu. Seit 1988 finden die Paralympischen Spiele am gleichen Austragungsort wie die Olympischen Spiele statt. Allein bei den Winter-Paralympics 2014 nahmen 547 Athleten aus 45 Nationen teil, was einen neuen Teilnehmerrekord bei Paralympischen Winterspielen bedeutete. Bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro kämpften 4.298 Athleten aus 159 Nationen an elf Wettkampftagen in 22 Wettbewerben um insgesamt 528 Goldmedaillen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC)

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wurde 1894 von Pierre de Coubertin als Trägerorganisation des olympischen Sports gegründet. Als Inhaber der Olympischen Spiele entscheidet das IOC über die Austragungsorte sowie über deren Inhalte und Teilnahmebedingungen. Zudem vergibt es seine Spiele jeweils sieben Jahre im Voraus. Festgelegt ist das Regelwerk in der Olympischen Charta. Dem IOC gehören derzeit 204 Mitgliedsländer an, die als Nationales Olympisches Komitee (NOK) geführt werden.Gemäß Statut sind diese als nationale Organisationen - ebenso wie das IOC - politisch unabhängig.

Die NOKs verfügen über das Nominierungs-, Entsende- und Betreuungsrecht für die Spiele. Zweiter wichtiger Partner des IOC sind zudem 35 ausgewählte Sportverbände mit olympischen Sportarten - 28 davon sind an den Sommerspielen beteiligt. Dem IOC obliegt dabei die besondere Aufgabe, die teils sehr unterschiedlichen Interessen zu einer Wertegemeinschaft zusammenzubringen. Der Verwaltungssitz ist Lausanne - die Verkehrssprachen sind Englisch und Französisch.

Alle relevanten Entscheidungen werden von der IOC-Vollversammlung getroffen. Sie besteht aus maximal 115 Mitgliedern, davon werden jeweils bis zu 15 über das Ticket der NOKs, der Verbände und der Athleten berufen. Das aus einem Land auch mehrfache Mitgliedschaften möglich sind, ist das olympische Parlamet bislang nicht über 80 Nationalitäten hinausgekommen. Seit 2000 müssen gewählte IOC-Mitglieder mit dem 70. Lebensjahr ausscheiden - bei den berufenen Mitgliedern liegt das Alterslimit bei 80 Jahren. Der Präsident des IOC darf maximal zwölf Jahre (acht plus vier Jahre) amtieren. Am 10. September 2013 wurde der ehemalige Fecht-Olympiasieger Thomas Bach zum 9. IOC-Präsidenten gewählt.

Derzeit gehören 134 Mitglieder an - darunter derzeit 20 Frauen. Bis 1981 war das IOC praktisch ein reiner Männerorden. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 63,5 Jahren; die durchschnittliche Verweildauer bei 13,6 Jahren. Eine dominierende Gruppe sind die Sportfunktionäre - darunter auch FIFA-Präsident Sepp Blatter. Von den 35 internationalen Verbänden mit olympischen Sportarten sind zwölf mit ihrem Führungspersonal im IOC vertreten. Etwa 40 Mitglieder haben als Firmenchefs, Banker und Manager einen starken wirtschaftlichen Hintergrund - so beispielsweise der südkoreanische Milliardär Lee Kun-hee.

Weitere Mitglieder kommen zudem aus dem internationalen Adel und Hochadel wie zum Beispiel Fürst Albert II. von Monaco, die britische Prinzessin Anne, der dänische Kronprinz Frederik sowie Scheichs, Prinzen und eine Prinzessin aus den arabischen Golfstaaten. Nicht stimmberechtigt sind hingegen die derzeit 36 Ehrenmitglieder - darunter der frühere NOK-Präsident Walther Tröger, der ehemalige DDR-Spitzenfunktionär Günther Heinze sowie der frühere US-Außenminister Henry Kissinger als einziges "Mitglied ehrenhalber".

Die Olympischen Sommerspiele der Neuzeit im Überblick

I. Olympische Sommerspiele 1896 in Athen

Mehr als 1.500 Jahre nachdem der römische Kaiser Theodosius I. der Große (379-395) die antiken Spiele verboten hatte, trafen sich 241 Sportler aus 14 Ländern in neun Sportarten und 43 Wettbewerben im April 1896 in Athen zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit. Frauen waren zu den Wettbewerben noch nicht zugelassen - durften aber im Unterschied zu den antiken Spielen immerhin zuschauen. Erfolgreichster Athlet war der Berliner Goldschmied Carl Schuhmann mit vier ersten Plätzen und einem dritten Rang im Turnen und Ringen. Die Sieger erhielten einen Ölzweig und eine Silber-, die Zweiten eine Kupfermedaille. Für die Drittplatzierten gab es aufgrund der eingeschränkten finanziellen Mittel der Organisatoren keine Auszeichnung.

II. Olympische Sommerspiele 1900 in Paris
Die zweiten Olympischen Spiele in Paris fanden im Rahmen der Weltausstellung statt und erstreckten sich über 162 Tage. In der Öffentlichkeit genossen die Spiele jedoch als lästiges Anhängsel der Ausstellung keinen großen Stellenwert und endeten schließlich als Debakel. Zuschauer waren eher zufällig nur Zaungäste der Wettbewerbe - die Öffentlichkeit wurde kaum über die Spiele informiert. Die Organisation war so chaotisch, dass die US-Amerikanerin Margaret Abbott wohl nie erfahren soll, dass sie das olympische Golfturnier gewonnen hatte. Allerdings war erstmals auch die Teilnahme von Frauen zugelassen.

III. Olympische Sommerspiele 1904 in St. Louis
Auch die olympischen Spiele 1904 wurden im Rahmen einer Weltausstellung ausgetragen und verliefen sogar noch chaotischer als die Spiele von Paris. Wie bereits vier Jahre zuvor fanden auch die Spiele von St. Louis kaum Beachtung in der Öffentlichkeit. Dank Wettbewerben wie Tabak-Weitspucken, Tonnenspringen oder Stockfechten verkamen die Spiele sogar zeitweise zu einer "Western-Olympiade". Zudem entsandten nur wenige Staaten aus Übersee aufgrund der hohen Reisekosten und langen Anreise eigene Athleten zu den Spielen. So blieben die US-Athleten weitgehend unter sich - die Wettbewerbe glichen weitgehend nationalen Meisterschaften mit gelegentlicher ausländischer Beteiligung. Einzige dauerhafte Neuerung waren die Goldmedaillen, die fortan den Olympiasiegern überreicht wurden. Die Zweit- und Drittplatzierten erhielten fortan eine Silber- bzw. Bronzemedaille.

Olympische Zwischenspiele 1906 in Athen
Die Zwischenspiele von 1906 in Athen sind letztlich ein Resultat der Uneinigkeit innerhalb des IOC über den Austragungsrhytmus. So werden diese Spiele zwar offiziell nicht anerkannt - dennoch waren sie für die olympische Idee äußerst förderlich. Nach den beiden vorhergehenden Debakeln legten die griechischen Ausrichter den Fokus wieder rein auf die sportliche Ausrichtung. Sporthistoriker werten die Spiele sogar als Retter der Olympischen Bewegung. So fand erstmals eine Eröffnungszeremonie mit dem "Einmarsch der Nationen" sowie eine Abschlusszeremonie statt. Zudem wurden bei den Wettbewerben erstmals auch die Landesflaggen der jeweiligen Sieger gehisst.

IV. Olympische Sommerspiele 1908 in London
Auch wenn die Sommerspiele von 1908 in London parallel zur Franco-British Exhibition von April bis Oktober ausgetragen wurden, trafen sie in der Öffentlichkeit auf weit größere Aufmerksamkeit. So umfassten die Spiele insgesamt drei Phasen - neben den eigentlichen "Sommerspielen" umfassten die "Frühjahrspiele" vier Ballsportarten, während der Fokus der "nautischen Spiele" auf den Wassersportarten an den Außenstandorten lag. Mit Eiskunstlauf wurde sogar erstmals eine Wintersportart ins Programm aufgenommen.

Aber auch manche Athleten schrieben olymische Geschichte: So gewann die britische Bogenschützin Sybil Newall im Alter von 53 Jahren und neun Tagen die Goldmedaille in der "National Round" - bis heute gilt sie damit als älteste Olympiasiegerin der Neuzeit. Zum Symbol für Marathon-Dramen wurde hingegen der italienische Pizzabäcker Dorando Pietri - da er sich während des Lauf völlig verausgabt hatte, wurde er von Ärzten und Kampfrichtern als Gesamtführender über die Ziellinie geschoben. Dennoch wurde er aufgrund unerlaubter Hilfeleistung disqualifiziert.

V. Olympische Sommerspiele 1912 in Stockholm
Mit 2.547 Athleten aus 28 Ländern - darunter auch 57 Frauen - waren bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm erstmals Teilnehmer aus allen fünf Kontinenten am Start. Nach den chaotischen Verhältnissen der vorangegangenen Spiele setzte man in Stockholm den Maßstab für künftige Austragungen. So setzten die Schiedsrichter erstmals auf eine elektronische Zeiterfassung sowie ein Zielfoto. Mit dem Modernen Fünfkampf sowie den drei Reitdisziplinen DressurSpringreiten und Military wurden zudem neue Sportdisziplinen eingeführt. Desweiteren wurden 1912 erstmals auch olympische Medaillen für die Leistungen in verschiedenen Kunstwettbewerben vergeben.

VI. Olympische Sommerspiele 1916
Am 4. Juli 1912 entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), die VI. Olympischen Sommerspiele 1916 nach Berlin zu vergeben. IOC-Präsident Pierre de Coubertin erhoffte sich mit der Entscheidung zugunsten der deutschen Hauptstadt, einen drohenden Krieg zu verhindern. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht - wegen des Ersten Weltkrieges fielen die Spiele schließlich aus.

VII. Olympische Sommerspiele 1920 in Antwerpen
Insgesamt 2.669 Athleten traten während der Olympischen Sommerspiele 1920 im belgischen Antwerpen in 22 Sportarten gegeneinander an. Bei der Eröffnungszeremonie der Spiele am 20. April 1920 wurde erstmals der olympische Eid gesprochen sowie die olympische Flagge verwendet. Wie bereits 1908 standen mit Eiskunstlauf und erstmals mit Eishockey auch zwei Wintersportarten im Programm. Aufgrund ihrer Rolle im Ersten Weltkrieg waren Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei von den Spielen ausgeschlossen worden.

VIII. Olympische Sommerspiele 1924 in Paris
Paris war auf ausdrücklichen Wunsch von Pierre der Coubertin zum zweiten Mal als olympischer Gastgeber bestimmt worden. Mit den Sommerspielen von 1924 konnte sich die französische Hauptstadt mit gelungenen Spielen für die Chaos-Olympiade von 1900 rehabilitieren - auch wenn das erste "Olympische Dorf" eher einer Notunterkunft glich. Über 3.000 Athleten aus 44 Nationen gingen in Paris an den Start - nur Deutschland wurde erneut vom IOC nicht zu den Spielen eingeladen. Herausragende Sportler der Spieler waren der finnische Ausnahmeläufer Paavo Nurmi mit fünf Goldmedaillen und der US-Schwimmer Johnny Weissmüller, der als erster Mann die 100 Meter unter einer Minute schwamm. Als Schauspieler wurde er in den 1930er- und 1940er-Jahren zum bekanntesten Tarzan-Darsteller.

IX. Olympische Sommerspiele 1928 in Amsterdam
Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam kehrte Deutschland nun auch sportlich wieder auf die Weltbühne zurück. Die Spiele von Amsterdam aber auch für die beginnende Kommerzialisierung Olympias - erstmals wurde mit dem US-Team eine Mannschaft durch Coca-Cola von einem Sponsor unterstützt. Erstmals in der Geschichte wurde bei den Spielen von 1928 auch ein olympisches Feuer gezündet.

X. Olympische Sommerspiele 1932 in Los Angeles
Obwohl aufgrund der Weltwirtschaftskrise deutlich weniger Athleten zu den Olympischen Sommerspielen 1932 in Los Angeles antraten, wurden gleich 39 Weltrekorde aufgestellt. Zudem brachten die Spiele einige aufsehenerregende Neuerungen mit sich: neben dem dreistufigen "Siegertreppchen" wurde erstmals auch die elektronische Zeitmessung mit Stoppuhr und Zielkamera durchgeführt. Auch das erste richtige olympische Dorf mit 550 Häusern feierte seine Premiere - allerdings nur für Männer. Die Frauen wurden in verschiedenen Luxushotels untergebracht.

XI. Olympische Sommerspiele 1936 in Berlin
Mit 3.961 Athleten aus 49 Nationen stellten die Sommerspiele 1936 in Berlin einen neuen Teilnehmerrekord auf. Herausragendste Sportler der Spiele waren der US-Amerikaner Jesse Owens mit vier Goldmedaillen sowie der deutsche Turner Konrad Frey. Vor allem die Erfolge des farbigen Leichtathleten Owens passten den herrschenden Nationalsozialisten nicht ins Konzept - auch wenn diese die Spiele erfolgreich für ihre Propagandazwecke missbrauchen konnten. Internationale Boykotforderungen blieben allerdings weitgehend ungehört. Owens wurde zudem zu einer sportlichen Symbolfigur gegen das NS-Regime.

Erstmals wurden Olympische Spiele auch live im Rundfunk übertragen - 41 Rundfunkanstalten sendeten von 68 Übertragungsstätten aus etwa 3.000 Sendungen in 40 Länder. Auch das Fernsehen feierte bei den Spielen eine Premiere - ebenso wie der Olympische Fackellauf. Zudem nutzte das NS-Regime die Spiele auch propagandistisch für seine Zwecke aus - die zweiteilige Dokumentation "Olympia" von Leni Riefenstahl gehört zu den bekanntesten Filmen aus der Zeit des Nationalsozialismus.

XII. Olympische Sommerspiele 1940
Die Olympischen Sommerspiele 1940 sollten ursprünglich in der japanischen Hauptstadt Tokio ausgetragen werden. Nach dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg gab Japan die Spiele am 16. Juli 1938 offiziell wieder zurück. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vergab die Spiele daraufhin nach Helsinki - mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Spiele dann aber endgültig abgesagt.

XIII. Olympische Sommerspiele 1944
Im Juni 1939 vergab das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Sommerspiele von 1944 an die britische Hauptstadt London. Wegen des Zweiten Weltkrieges wurden dann auch diese Spiele abgesagt.

XIV. Olympische Sommerspiele 1948 in London
Trotz aller Nöte der Nachkriegszeit nahmen bei den Olympischen Sommerspielen 1948 in London mehr Athleten und Nationen teil als bei allen anderen Sommerspielen zuvor. Deutschland und Japan blieben als Verursacher des Zweiten Weltkrieges jedoch von den Spielen ausgeschlossen. Sportlich drückte die "fliegende Hausfrau" Francina ("Fanny") Blankers-Koen mit vier olympischen Sprint-Siegen den Spielen ihren Stempel auf. Zudem kam nach 36 Jahren das Aus für die olympischen Kunstwettbewerbe. Die Idee Coubertains, die besten Leistungen in Sport und Kunst miteinander zu verknüpfen, war nicht mehr zeitgemäß.

XV. Olympische Sommerspiele 1952 in Helsinki
Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg waren bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki auch wieder deutsche Sportler zugelassen - die allerdings in zwei getrennten Mannschaften bei den Spielen antraten. Denn zum ersten - und gleichzeitig auch letzten Mal - nahm das autonome Saarland mit einem eigenen Team an Olympischen Sommerspielen teil. Ebenfalls zum ersten Mal dabei war auch die Sowjetunion, die hinter den USA auf Anhieb den zweiten Platz im Medaillenspiegel belegte. Zum umjubelten Helden der Spiele wurde allerdings die "Lokomotive von Prag" - als bislang einzigem Leichtathleten gelang es Emil Zátopek aus der Tschechoslowakei, gleichzeitig dreimal Gold über 5.000 Meter10.000 Meter und im Marathon zu holen.

XVI. Olympische Sommerspiele 1956 in Melbourne
Erstmals in der Geschichte wurde mit den Sommerspielen 1956 in Melbourne eine Olympiade außerhalb Europas und der USA auf der Südhalbkugel ausgetragen. Lediglich die Reitwettbewerbe wurden aufgrund der strengen Quarantäne-Bestimmungen Australiens in die schwedische Hauptstadt Stockholm verlegt. Für das damals geteilte Deutschland nahm bei den Spielen eine gesamtdeutsche Mannschaft teil - auch wenn das IOC das Nationale Olympische Komitee der DDR bereits anerkannt hatte. Ein weiteres Novum in der olympischen Geschichte: bei der Abschlussfeier marschieren alle Athleten nun gemeinsam und nicht mehr nach Nationen getrennt ein, um die globale sportliche Verbundenheit zu demonstrieren. Die Idee des 17-jährigen Australiers John Wing wurde schließlich zur olympischen Tradition.

Sportlich drückten unter anderem die sowjetische Turnerin Larissa Latynina und die australische Schwimmerin Dawn Fraser den Spielen ihren Stempel auf. Der deutsche Springreiter Hans Günter Winkler wurde unterdessen in Stockholm zur Olympia-Legende - mit seiner Wunderstute Halla gewann er zweimal olympisches Gold. Überschattet wurden die Spiele allerdings auch durch den Konflikt zwischen Ungarn und der Sowjetunion unmittelbar nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes. So wurde das Wasserballspiel zwischen beiden Ländern - auch bekannt als "Blutspiel von Melbourne" - zum berühmtesten und auch unsportlichsten Aufeinanderteffen in der Geschichte.

XVII. Olympische Sommerspiele 1960 in Rom
Die antike Kulisse von Rom war ein großartiger Schauplatz für die ersten echten "Fernsehspiele" - denn erstmals in der olympischen Geschichte wurden für die Sommerspiele 1960 in Rom Fernsehrechte vergeben. So erwarb der US-Sender CBS die Übertragungsrechte exklusiv für etwa 394.000 US-Dollar. Insgesamt nahmen mehr als 5.300 Athleten - darunter 611 Frauen - aus 83 Nationen in 17 Sportarten an den Spielen teil. Die beiden deutschen Staaten nahmen erneut mit einer gesamtdeutschen Mannschaft teil.

Sportlich boten die Spiele zahlreiche Höhepunkte: so verzauberte "die schwarze Gazelle" Wilma Rudolph mit drei Sprintsiegen. Bei den Männern holte Armin Hary mit 10,2 Sekunden das einzige deutsche Olympia-Gold über 100 Meter. Als erster Schwarzafrikaner gewann der Äthiopier Abebe Bikala olympisches Gold im Marathon - nach einem Rennen ohne Schuhe. Seine sportliche Karriere erst noch vor sich hatte allerdings der 18-jährige Olympiasieger im Boxhalbschwergewicht - unter dem Namen "Muhammad Ali" sollte Cassius Clay zum berühmtesten und größten Boxer aller Zeiten werden.

XVIII. Olympische Sommerspiele 1964 in Tokio
Eher unfreiwillig wurden die Sommerspielen 1964 in Tokio zu einem Symbol für eine lange Reihe von Spielen, die von äußeren politischen Einflüssen geprägt wurden. Bei der olympischen Premiere in Asien kam es schon im Vorfeld zu entsprechenden Konflikten. So wurde Südafrika wegen seiner Politik der Rassentrennung ("Apartheid") dauerhaft von den Spielen ausgeschlossen. Zudem fehlte China bei den Spielen von Tokio - aus Protest über die Teilnahme von Taiwan.

Eine weitere Besonderheit gab es bei der Eröffnungsfeier: das olympische Feuer wurde vom Japaner Yoshinori Sakai entzündet. Geboren wurde der 19-Jährige am 6. August 1945 - dem Tag des ersten Atombombenabwurfes auf Hiroshima. Für das Gastgeberland wirken die Spiele zudem wie eine Befreiung - 19 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges rückt Japen wieder als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Staatengemeinschaft zurück.

Bei aller politischen Symbolik boten die Spiele aber auch einige sportliche Höhepunkte. So wurde mit Judo eine neue Sportart ins olympische Programm aufgenommen - wohl auch vor dem Hintergrund, dass Japan als Geburtsland dieser Sportart gilt. Ebenso unvergessen blieb auch Olympiasieg des deutschen Leichtathleten Willi Holldorf im Zehnkampf. Nahezu bewusstlos taumelte er im 1500-Meter-Lauf ins Ziel und sicherte sich damit olympisches Gold.

XIX. Olympische Sommerspiele 1968 in Mexiko-City
Die Olympischen Sommerspielen von 1968 in Mexiko-City markierten einen neuen Höhepunkt in den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben. So wurden 17 neue Weltrekorde aufgestellt - besonders herausragend war Bob Beamons "Sprung ins neue Jahrhundert". Um 55 Zentimeter verbesserte der US-Leichtathlet den Weitsprung-Weltrekord auf 8,90 Meter - das Jahrhundert überlebte der Weltrekord jedoch nicht. Eine andere neue "Kreation": mit seinem "Flop" sorgte der spätere Olympiasieger Dick Fosbury für eine technische Revolution im Hochsprung. Ein weiteres Novum: erstmals wurden bei Olympischen Spielen auch Doping-Tests durchgeführt.

Aber auch die Politik spielte wieder eine nicht unwesentliche Rolle bei den Spielen von Mexiko. Für Aufsehen sorgte vor allem die "Black-Power-Geste" der beiden US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos, die über 200 Meter Gold und Bronze gewannen. Im Anschluss wurden sie jedoch des olympischen Dorfes verwiesen und mussten das Land innerhalb von 48 Stunden verlassen. Zudem traten 1968 erstmals zwei getrennte deutsche Mannschaften bei den Olympischen Spielen an.

XX. Olympische Sommerspiele 1972 in München
Mit mehr als 7.000 Teilnehmern aus 122 Nationen stellten die Sommerspiele 1972 in München einen neuen Teilnehmer-Rekord auf. Im Gegensatz zu den Spielen von Berlin 1936 wollte man in der bayerischen Landeshauptstadt heitere und beschwingte Spiele ohne politischen Charakter organisieren. Die Geiselnahme und Ermordung israelischer Sportler durch Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" machten diese Pläne jedoch letztlich zunichte. Dennoch entschloss man sich, die Spiele fortzusetzen - IOC-Präsident Avery Brundage sprach bei der Trauerfeier den berühmten Satz: "The games must go on!"

Dennoch verzeichneten die Spiele von München auch manch sportliche Höhepunkte - so wurden immerhin 52 Weltrekorde und 96 olympische Rekorde aufgestellt. Herausragender Sportler war der US-Schwimmer Mark Spitz mit gleich sieben Goldmedaillen. Ebenfalls einen Platz in den olympischen Geschichtsbüchern sicherten sich Heide Rosendahl mit Gold im Weitsprung und mit der 4 x 100-Meter-Staffel sowie die 16-jährige Ulrike Meyfahrt mit ihren Olympiasieg im Hochsprung. Eine weitere olympische Neuerung war mit "Dackel Waldi" das erste olympische Maskottchen.

XXI. Olympische Sommerspiele 1976 in Montréal
Ebenfalls unter keinem guten Stern standen auch die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montréal. So verschlangen die Spiele aufgrund von Finanzproblemen und Planungschaos rund 1,4 Milliarden kanadische Dollar - erst nach rund 30 Jahren waren die Schulden für die Spiele abbezahlt. Zudem gerieten die Spiele in Kanada endgültig in den Würgegriff der Politik: 16 afrikanische Staaten boykottierten die Spiele, die zuvor erfolglos den Ausschluss Neuseelands gefordert hatten. Zuvor hatte die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft zuvor einige Spiele in Südafrika absolviert, das wegen seiner Apartheidspolitik von internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen war.

Für sportliche Glanzpunkte sorgten hingegen der sowjetische Turner Nikolai Andrianow mit vier Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille sowie die erst 14-jährige Turnerin Nadia Comaneci. Mit gleich drei Goldmedaillen sowie je einmal Silber und Bronze avancierte das Turn-Küken aus Rumänien zum Star der Spiele. Gleich sieben Mal vergaben die Kampfrichter für ihre perfekten Darbietungen die Traumnote 10,0.

XXII. Olympische Sommerspiele 1980 in Moskau
Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan im Dezember 1979 veränderte endgültig die Geschichte der Olympischen Spiele. Als Reaktion darauf bewirkte US-Präsident Jimmy Carter - gegen den Willen zahlreicher westlicher Sportler - den Boykott der Spiele durch 42 westliche Staaten. Auch das deutsche NOK sagte nach heftigen Debatten schließlich die deutsche Teilnahme an den Spielen von Moskau ab. Sportlich sorgte der Boykott zudem für eine deutliche Wettbewerbsverzerrung - im "Bruderkampf" dominierten die Mannschaften aus der DDR und der Sowjetunion die Wettkämpfe und gewannen mehr als die Hälfte aller vergebenen Medaillen.

XXIII. Olympische Sommerspiele 1984 in Los Angeles
Die ersten frei finanzierten Sommerspiele von 1984 in Los Angeles brachen für die Zukunft alle kommerziellen Dämme - dank potenter Sponsoren erwirtschafteten die Olympischen Spiele erstmals einen Gewinn in Millionenhöhe. Mit über 6.700 Athleten aus 140 Nationen verzeichneten die Spiele von Los Angeles einen neuen Teilnehmerrekord. Allerdings boykottierten 18 Ostblockstaaten - mit Ausnahme von Rumänien, Jugoslawien und China - auf Druck der Sowjetunion die Teilnahme an den Spielen. Offizielle Begründung waren zwar angeblich mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und eine angeblich antisowjetische Hysteri in den USA - dennoch wird die Absage als Reaktion auf den westlichen Boykott der Spiele von 1980 gesehen.

Sportlich wurden die Spiele vom Gastgeber aus den USA dominiert. Herausragende Sportler waren der US-amerikanische Leichtathlet Carl Lewis mit vier Olympiasiegen sowie die rumänische Turnerin Ecaterina Szabó mit vier Gold- und einer Silbermedaille. Zu den strahlensten Siegerinnen gehörte Ulrike Meyfahrt, die zwölf Jahre nach ihrem Triumph von München erneut die Goldmedaille im Hochsprung gewann. Damit war sie zugleich die jüngste und älteste Olympiasiegerin in dieser Disziplin.

XXIV. Olympischer Sommerspiele 1988 in Seoul
Die Olympischen Sommerspiele von 1988 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul markierten nicht nur das Ende der großen Boykott-Spiele der Vergangenheit - erstmals wurden die Spiele auch für Profis geöffnet. Aber auch die Dopingproblematik rückte mit den Spielen 1988 stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. So wurde der kanadische Sprinter Ben Johnson nach seinem Weltrekordlauf über 100 Meter des Dopings überführt - die Goldmedaille und der Weltrekord wurden daraufhin aberkannt.

Mit 37 Goldmedaillen - von insgesamt 102 Medaillen - verabschiedete sich die DDR in Seoul von der olympischen Bühne. Mit sechs Goldmedaillen zählte die DDR-Schwimmerin Kristin Otto zu den herausragendsten Sportlern der Spiele - noch vor dem US-Schwimmer Matt Biondi und der US-Leichtathletin Florence Griffith-Joyner. Mit einer Zeit von 10,49 Sekunden hält sie noch heute den Weltrekord über die 100-Meter-Distanz der Frauen.

XXV. Olympische Sommerspiele 1992 in Barcelona
Zu einer feurigen Fiesta wurden die Sommerspiele 1992 in Barcelona - erstmals seit 20 Jahren waren wieder Sportler aller Nationen vertreten, die ein Nationales Olympisches Komitee (NOK) hatten. Mehr als 9.900 Athleten aus 169 Ländern traten in 25 Wettbewerben gegeneinander an. So war Südafrika erstmals seit 1960 wieder bei Olympischen Spielen vertreten - ebenso wie die wiedervereinte deutsche Mannschaft. Die Nachfolgestaaten der Sowjetunion traten als Vereintes Team bei den Spielen in der katalanischen Metropole an - nur die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen waren bereits mit eigenen Mannschaften vertreten. Nur Jugoslawien wurde wegen des Balkankonfliktes von den Spielen ausgeschlossen - allerdings erlaubte die Exekutive den jugoslawischen Sportlern als Unabhängige Olympiateilnehmer unter der olympischen Flagge teilzunehmen.

Erfolgreichste Sportler der Spiele waren der weißrussische Turner Witali Scherbo mit sechs Olympiasiegen sowie die ungarische Schwimmerin Krisztina Egerszegi mit drei Goldmedaillen. Das vereinte deutsche Team musste jedoch erkennen, dass die Formel "1+1=2" nicht auf den Sport übertragen werden konnte. Mit insgesamt 82 Medaillen erzielte das deutsche Team jedoch ein achtbares Ergebnis - darunter mit so grandiosen Olympiasiegern wie Heike Henkel im HochsprungHeike Drechsler im WeitsprungBirgit Fischer im Kanu oder Thomas Lange im Ruder-Einer. Im Alter von 14 Jahren avanciete "Schwimm-Küken" Franziska van Almsick mit jeweils zwei Silber- und Bronzemedaillen zum "Wunderkind" des gesamtdeutschen Sports.

XXVI. Olympische Sommerspiele 1996 in Atlanta
Zum hundertjährigen Jubiläum stellten die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta einen vorläufigen Höhepunkt der olympischen Kommerzialisierung dar. Wie bei keinen anderen Spielen zuvor nahmen die Sponsoren einen so hohen Stellenwert ein - was der Olympiade von Atlanta beiläufig auch den zweifelhaften Ruf der "Coca-Cola-Spiele" einbrachte. Überschattet wurden die Spiele zudem von einem Bombenanschlag im Olympia-Park, bei dem am 27. Juli 1996 zwei Menschen getötet und 111 verletzt wurden. Als Täter wurde Eric Rudolph - ein Aktivist der Terrorvereinigung "Army of God" - zu lebenslanger Haft verurteilt.

XXVII. Olympische Sommerspiele 2000 in Sydney
Vier Jahre nach der "Kommerzschlacht von Atlanta" sehnte sich die olympische Familie wieder nach einer stärkeren Rückbesinnung auf alte Werte. Mit den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney - den zweiten Spielen auf dem australischen Kontinent - setzten die Gastgeber durch erstklassige Wettkampfstätten, glänzende Organisation und überwältigender Gastfreundschaft neue Maßstäbe für die kommenden Spiele.

Erstmals in der olympischen Geschichte waren 10.651 Sportler aus 199 Ländern in einem Olympischen Dorf beherbergt worden. In Zusammenarbeit mit Greenpeace entstand hier zudem die größte Wohn-Solaranlage der Welt. Aber auch sportlich sorgten die Spiele für manche Superlative: innerhalb von einer Stunde sicherte sich Lokalmatador Ian Thorpe jeweils in Weltrekordzeit zwei Goldmedaillen über 400 Meter Freistil und mit der australischen 4x-100-Meter-Freistil-Staffel. Zur Symbolfigur Australiens wurde jedoch die Sprinterin Cathy Freeman - die gebürtige Aborigine gewann Gold über die 400-Meter-Distanz der Frauen.

"Dabei sein ist alles" galt zudem für Éric Moussambani - auch genannt "Eric the Eel". Der Schwimmer aus Äquatorial-Guinea hatte erst ein halbes Jahr zuvor Schwimmen gelernt und ging als langsamster Teilnehmer, der jemals ein Freistil-Rennen über 100-Meter geschwommen war, in die olympische Geschichte ein. Da beiden Konkurrenten aber zuvor wegen Fehlstarts disqualifiziert worden waren, gewann er seinen Vorlauf dennoch - sehr zur Begeisterung der 17.000 Zuschauer.

Allerdings brachten auch neue Dopingskandale das Ausmaß des Betruges im internationalen Sport wieder zum Vorschein: so musste der deutsche Freistilringer Alexander Leipold wegen Dopings disqualifiziert und wurde von den Spielen in Sydney ausgeschlossen. Seine Goldmedaille im Weltergewicht bis 76 Kilogramm wurde ihm ebenfalls aberkannt. Zudem wurden der US-Sprinterin Marion Jones ihre drei Gold- und zwei Bronzemedaillen im Dezember 2007 nachträglich wieder aberkannt. Nachdem sie zwei Monate zuvor zugab, gedopt gewesen zu sein, wurde sie nachträglich vom IOC disqualifiziert.

XXVIII. Olympische Sommerspiele 2004 in Athen
Mit den Sommerspielen 2004 in Athen kehrte Olympia wieder zurück in seine Heimat. Magische Momente hatten die zweiten Spiele in der griechischen Hauptstadt jedoch nur wenige - stattdessen sorgte ein Doping-Fall bereits vor Beginn der Spiele für einen Skandal. Die griechischen Sprinter Konstantinos Kenteris und Ekaterini Thanou entzogen sich nach einem fingierten Motorradunfall einer Dopingprobe - und verzichteten schließlich auf eine Olympia-Teilnahme. Auch sonst beherrschte das Thema Doping oftmals die Schlagzeilen - mit insgesamt 22 Athleten wurden soviele Sportler positiv getestet und ausgeschlossen wie nie zuvor.

Dennoch verzeichneten die Spiele auch einige sportliche Höhepunkte wie beispielsweise der überraschende Olympiasieg der deutschen Hockey-Damen. Außerdem sicherte sich die Kanutin Birgit Fischer bei ihrer sechsten Olympia-Teilnahme die achte Goldmedaille - und gilt seitdem als erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten. Zum herausragendsten Sportler wurde jedoch der US-Schwimmer Michael Phelps mit insgesamt acht olympischen Medaillen - davon sechs Gold und zwei Bronze. Im sportlichen Mittelpunkt der Spiele stand zudem das Duell zwischen den USA und China - welches die US-Amerikaner am Ende knapp für sich entscheiden konnten.

XXIX. Olympische Sommerspiele 2008 in Peking
Als Spiele der Gegensätze gingen die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking in die Geschichte ein. Zwar hatten die Gastgeber bei der Organisation, den Wettkampfstätten und dem Olympischen Dorf zwar neue Maßstäbe gesetzt - dennoch war die Debatte um die Lage der Menschenrechte in China ein ständiger Begleiter der Spiele. Zudem hegten internationale Beobachter durchaus Zweifel, ob sich die Lage in China durch Olympia dauerhaft verändern würde.

Sportlich war der Gastgeber jedoch endültig in der Weltspitze angekommen - mit 51 Goldmedaillen ließ China auf Platz eins in der Medaillenwertung erstmals die USA hinter sich. Auch wenn sich die Volksrepublik als neue Sportmacht feierte - die Maßstäbe setzten jedoch andere. Der erfolgreichste Sportler war der US-Schwimmer Michael Phelps: in acht Disziplinen holte er acht Olympiasiege - davon sieben in Weltrekordzeit. Damit übertraf er sogar den Medaillenrekord seines Landmannes Mark Spitz bei den Spielen von 1972. Im benachbarten "Vogelnest" setzte zudem Usain Bolt neue Akzente: über 100 Meter, 200 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel sprintete der Jamaikaner jeweils in Weltrekordzeit zu Gold.

Zum deutschen Gesicht der Spiele wurde der Gewichtheber Matthias Steiner - in einem dramatischen Wettkampf gewann er olympisches Gold und krönte sich damit zum stärksten Mann der Welt. Seinen Olympiasieg widmete er seiner ein Jahr zuvor tödlich verunglückten Frau - bei der Siegerehrung nahm er die Goldmedaille mit einem Foto seiner verstorbenen Frau in der Hand entgegen.

XXX. Olympische Sommerspiele 2012 in London
Lässig, weltoffen und unkompliziert - bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London erwiesen sich die Briten als ebenso enthusiastische wie freundliche Gastgeber. Nicht zuletzt das "Team GB" mit seinen 65 Medaillen machte aus dem Weltereignis ein unbeschwertes und mitreißendes Sport-Spektakel. Ob Chris Hoy, der mit seinem Radsport-Gold zum erfolgreichsten britischen Olympioniken avancierte - ob Tennisstar Andy Murray oder die Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis - das Vereinigte Königreich erlebte über zwei Wochen ein olympisches und sportliches Sommermärchen. Nach 1908 und 1948 war London bereits zum dritten Mal Gastgeber von Olymischen Sommerspielen.

Im deutschen Team herrschte hingegen eher Ernüchterung: so belegte Deutschland zwar den angepeilten sechsten Platz im Medaillenspiegel. Mit insgesamt 44 Medaillen blieb die deutsche Olympia-Mannschaft jedoch meilenweit hinter den eigenen hochgesteckten Zielen zurück. Als größtes Sorgenkind erwiesen sich dabei die Schwimmer, die im Becken komplett leer ausgingen. Dennoch gab es in der deutschen Bilanz auch manch magische Momente zu verzeichnen - vom Finalrennen des Deutschlandachters zum ersten olympischen Gold nach 24 Jahren über den spontanen Hürdenlauf von Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting bis hin zum neuerlichen Olympiasieg der deutschen Herren-Hockeynationalmannschaft.

Ihren festen Platz auf dem Sportolymp sicherten sich jedoch zwei andere Sportler. Als erster Sprinter in der Geschichte wiederholte der Jamaikaner Usain Bolt sein olympisches Gold-Triple über 100 Meter und 200 Meter sowie mit der 4x100-Meter-Staffel, die sogar ihren eigenen Weltrekord knacken konnte.

XXXI. Olympische Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro
Mit Gastgeber Rio der Janeiro fanden die XXXI. Olympischen Sommerspiele 2016 erstmals in Südamerika statt. Dabei setzte sich die brasilianische Metropole an der Copacabana gegen Chicago, Madrid und Tokio durch. Nach den Sommerspielen von 1968 sind es zudem die zweiten Olympischen Spiele in Lateinamerika. Die Spiele standen unter dem Motto "Um mondo novo (Eine neue Welt)". Insgesamt nahmen 11.402 Athletinnen und Athleten aus 206 Ländern für die Spiele teil, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete.

Angesichts der Flüchtlingskrise in Europa entschied das IOC, dass erstmals in der Geschichte eine aus fünf bis zehn anerkannten Flüchtlingen bestehende Mannschaft als Team Refugee Olympic Athletes an den Spielen teilnahm. Gleichzeitig wurde das NOK von Kuwait vom IOC wegen wiederholter Einflussnahme der Staatsführung zum dritten Mal seit 2007 suspendiert.

Zudem beschloss das IOC im Vorfeld der Spiele auch einen Teilausschluss der russischen Olympioniken wegen systematischen Staatsdopings. Von der Entscheidung betroffen waren auch alle russischen Gewichtheber und Leichtathteten. Infolge der Epidemie des Zika-Virus verzichteten zudem einige Athleten freiwillig auf eine Teilnahme an den Spielen.

Sportlich setzte vor allem US-Schwimmer Michael Phelps bei seinem fünften Olympia-Auftritt erneut Akzente. Mit insgesamt 28 Medaillen - davon 23 Gold - zählt er mittlerweile als erfolgreichster Sommerolympionike aller Zeiten.

XXXII. Olympische Sommerspiele 2020 in Tokio
Am 7. September 2013 entschieden sich die Mitglieder des das Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für Tokio als Austragungsort für die XXXII. Olympischen Sommerspiele 2020. Dabei setzte sich die japanische Hauptstadt gegen Madrid und Istanbul durch. Rom zog seine Kandidatur wegen der Finanzkrise zurück, Baku und Doha wurden vom IOC angelehnt. Nach 1964 ist Tokio bereits zum zweiten Mal der Gastgeber von Olympischen Sommerspielen.Wegen der weltweiten Corona-Pandemie wurden die Spiele allerdings um ein Jahr auf 2021 verschoben.

XXXIII. Olympische Sommerspiele 2024
Die Olympischen Sommerspiele 2024 finden in Paris statt. Damit richtet die französische Hauptstadt die olympischen Sommerspiele bereits zum dritten mal nach 1900 und 1924 aus. Am 16. März 2015 sprach sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zudem für eine Bewerbung der Hansestadt Hamburg und damit gegen Berlin aus. Eine außerordentliche DOSB-Mitgliederversammlung bestätigte wenige Tage später einstimmig die Empfehlung. Am 29. November 2015 lehnte die Bevölkerung jedoch in einem Referendum die Bewerbung der Hansestadt mehrheitlich ab, worauf Hamburg seine Kandidatur zurückzog.

XXXIV. Olympische Sommerspiele 2028
Die Olympischen Sommerspiele 2028 werden in Los Angeles ausgetragen. Die Stadt an der Westküste der USA richtet die Spiele damit bereits zum dritten Mal nach 1932 und 1984 aus
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Die Olympischen Winterspiele der Neuzeit im Überblick

I. Olympische Winterspiele 1924 in Chamonix
Die Olympischen Winterspiele 1924 von Chamonix wurden ursprünglich als "Internationale Wintersportwoche" im Rahmen der Sommerspiele von Paris durchgeführt. Erst zwei Jahre später beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Wettkämpfen von Chamonix rückwirkend der Status von Winterspielen zuzuerkennen. 294 Athleten aus 16 Nationen traten bei der olympischen Winterpremiere in sechs Sportarten gegeneinander an. Frauen starteten allerdings nur im Eiskunstlauf. Deutschland blieb wegen seiner Rolle im Ersten Weltkrieg von den Spielen ausgeschlossen.

II. Olympische Winterspiele 1928 in St. Moritz
Nach dem Erfolg der "Internationalen Wintersportwoche" in Chamonix beschloss das IOC bei seiner Session 1925 die Einführung eines eigenen Vierjahres-Zyklus für Olympische Winterspiele. Diese sollten im gleichen Jahr wie die Sommerspiele stattfinden. Als Austragungsort für die Winterspiele 1928 entschieden sich die Funktionäre schließlich für St. Moritz. Insgesamt traten 464 Athleten aus 25 Nationen gegeneinander an - erstmals auch mit Sportlern aus Deutschland. Größtes Problem für die Organisatoren der Spiele waren jedoch die Wetterbedingungen - dennoch trugen die Spiele letztlich entscheidend zur Stärkung des olympischen Wintersports bei.

III. Olympische Winterspiele 1932 in Lake Placid
Mit den Spielen von 1932 in Lake Placid wurden die Winterspiele erstmals außerhalb Europas ausgetragen. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise nahmen deutlich weniger Athleten teil als bei den vorherigen Spielen. So nahmen beispielsweise nur vier Mannschaften am Eishockey-Turnier statt, da den meisten europäischen Teams eine Anreise zu teuer war. Zudem litt der Olympia-Ort unter Schneemangel und erheblichen Wetterschwankungen - für die Loipen musste sogar eigens Schnee angeschafft werden.

IV. Olympische Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen
Die ersten und bislang einzigen Winterspiele auf deutschem Boden fanden 1936 in Garmisch-Partenkirchen statt. Ähnlich wie die Sommerspiele in Berlin wurden die Spiele ebenfalls von den regierenden Nationalsozialisten für propagandistische Zwecke missbraucht. Mit 646 Athleten aus 28 Nationen wurde bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. Deutschland stellte mit 77 Athleten sein bislang größtes Tean bei Winterspielen - im Medaillenspiegel belegte der Gastgeber am Ende den zweiten Rang hinter Norwegen.

V. Olympische Winterspiele 1948 in St. Moritz
Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg mussten die Winterspiele für zwölf Jahre pausieren. Die geplanten Spiele 1940 und 1944 wurden ersatzlos gestrichen. Erst mit den Winterspielen 1948 in St. Moritz die zwölfjährige Unterbrechung zu Ende. Deutschland und Japan waren als Kriegsverursacher von einer Teilnahme ausgeschlossen. Bei den Zuschauern erfreuten sich vor allem die alpinen Ski-Wettbewerbe besonderer Beliebtheit - insgesamt besuchten 16.784 Zuschauer die Wettbewerbe. Zu einem Eklat kam es allerdings beim olympischen Eishockey-Turnier, als zwei zerstrittene US-Teams gleichzeitig antraten.

VI. Olympische Winterspiele 1952 in Oslo
Mit dem Austragungsort Oslo wurden die Winterspiele 1952 erstmals in einem skandinavischen Land ausgetragen. Dabei veranstalteten die Norweger ein perfekt organisiertes und fröhliches olympisches Turnier. Die Spiele glichen einem Volksfest - die Gastgeber überzeugten mit ihrer Gastfreundschaft und Fachkenntnis. Auch finanziell wurden die Spiele ein Erfolg - rund 500.000 Besucher verfolgten die olympischen Wintersportwettbewerbe vor Ort. Als problematisch erwies sich hingegen erneut das Wetter - wegen Schneemangels mussten die Pisten künstlich präpariert werden. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen auch wieder deutsche Sportler an Olympischen Winterspielen teil. Eine gesamtdeutsche Mannschaft wurde von den DDR-Funktionären abgelehnt - das Saarland entsandte keine Mannschaft.

VII. Olympische Winterspiele 1956 in Cortina d'Ampezzo
Mit den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d'Ampezzo wurden erstmals Winterspiele weltweit im Fernsehen übertragen. Überragende Mannschaft war die Sowjetunion, die erstmals an Winterspielen teilnahmen. Mit insgesamt 16 Medaillen belegte das sowjetische Team am Ende den ersten Platz im Medaillenspiegel, während Norwegen seine Vormachtstellung verlor. Herausragende Sportler der Spiele waren der Österreicher Toni Sailer mit drei souveränen Olympiasiegen in allen drei alpinen Skirennen sowie der Schwede Sixten Jernberg mit Medaillen in allen vier Langlaufwettbewerben.

VIII. Olympische Winterspiele 1960 in Squaw Valley
665 Athleten aus 30 Nationen traten bei den Olympischen Winterspielen 1960 im kalifornischen Squaw Valley teil. Mit den Eisschnellläufen für Frauen und Biathlon feierten zwei neue olympische Disziplinen ihr Debüt. Allerdings fanden bei diesen Spielen zum ersten und bislang einzigen Mal keine Bobwettbewerbe statt - die Veranstalter weigerten sich, wegen des vermutlich geringen Teilnehmerinteresses eine Bahn zu bauen. Sportlich war die gesamtdeutsche Mannschaft mit acht Medaillen durchaus erfolgreich und belegte am Ende den zweiten Rang in der Medaillenwertung.

IX. Olympische Winterspiele 1964 in Innsbruck
Wie bereits einige Spiele zuvor litten auch die Winterspiele 1964 in Innsbruck an akutem Schneemangel. So brachte das österreichische Bundesheer etwa 20.000 Bob- und Rodelblöcke sowie 40.000 Quadratmeter an Schnee für die alpinen Skistrecken. Letztmals trat bei den Winterspielen eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Kurios: das deutsche Eiskunstlaufpaar Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler ihre Silbermedaillen wegen angeblicher "Amateurstreitigkeiten" zurückgeben - erst 1987 erhielten sie diese aber wieder zurück. Herausragenste Sportlerin war die sowjetische Eisschnellläuferin Lydia Skoblikowa - als erste Sportlerin gewann sie vier Medaillen während einer Winterolympiade.

X. Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble
Mit den Olympiade 1968 in Grenoble war Frankreich zum zweiten Mal Gastgeber von Winterspielen. Mit 1.158 Sportlern aus 38 Ländern wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt; dabei traten erstmals beide deutsche Staaten mit eigenen Mannschaften an. Die Spiele waren vor allem durch eine ausgeprägte Dezentralisierung geprägt - bis zu 65 Kilometer waren die Wettkampfstätten vom Stadtzentrum entfernt. Mit rund einer Milliarde Franc waren die Spiele von Grenoble die bis dahin größten und teuersten Winterspiele.

Zudem berichteten rund 3.000 Journalisten von den Spielen - erstmals wurden auch Fernsehbilder in Farbe angeboten. Auch Dopingkontrollen wurden in Grenoble erstmals bei Olympischen Spielen angeboten. Erfolgreichster Sportler der Spiele war der französische Skirennläufer Jean-Claude Killy mit drei Goldmedaillen in allen drei ausgetragenen Rennen. In der Nationenwertung lag Norwegen mit insgesamt 14 Medaillen erstmals vor der Sowjetunion.

XI. Olympische Winterspiele 1972 in Sapporo
Dominierende Mannschaften bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo waren die DDR und die Sowjetunion. Während die DDR-Sportler vor allem im Rennrodeln auftrumpften, zählte die sowjetische Skilangläuferin Garina Kulakowa mit Gold in allen drei Langlaufwettbewerben zu den herausragenden Sportlern der Spiele. Mit Gastgeber Japan fanden erstmals olympische Winterspiele in Asien statt.

XII. Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck
Nach 1964 war Innsbruck bei den Winterspielen 1976 bereits zum zweiten Mal olympischer Austragungsort. Ursprünglich waren Spiele an die US-Metropole Denver vergeben worden. In einem Referendum sprach sich die Bevölkerung aber wegen der hohen Kosten und der zu befürchtenden Umweltzerstörungen gegen die Spiele aus - Denver musste die Spiele wieder zurückgeben. Besonders erwähnenswert aus deutscher Sicht waren ein sensationeller dritter Platz für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft sowie zwei Gold- und eine Silbermedaille für die Skirennläuferin Rosi Mittermaier.

XIII. Olympische Winterspiele 1980 in Lake Placid
Die Winterspiele 1980 wurden nach 1932 erneut nach Lake Placid vergeben. Trotz einiger organisatorischer Probleme wurde der positive Trend bei den Winterspielen weiter fortgesetzt. Eindeutiger Star der Spiele war der US-Eisschnellläufer Eric Heiden, der in allen fünf Wettbewerben triumphieren konnte. Ebenfalls in die Geschichtsbücher ein ging das olympische Eishockeyfinale, als sich Gastgeber USA unerwartet im "Miracle on Ice" die Goldmedaille gegen die als unschlagbar geltende sowjetische Mannschaft sicherte.

XIV. Olympische Winterspiele 1984 in Sarajevo
Erneute Wetterkapriolen machten auch den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo zu schaffen. Während die bundesdeutschen Wintersportler nur wenige Erfolge verbuchen konnte, gewann die Mannschaft der DDR die Nationenwertung noch vor dem "großen Bruder" aus der Sowjetunion. Herausragend aus DDR-Sicht waren die Olympia-Erfolge von Skispringer Jens Weißflog sowie das Eiskunstlauf-Gold von Katarina Witt. Besonders erwähnenswert: das britische Eiskunstlaufpaar Jayne Torvill und Christopher Dean sicherte sich in der Kür gleich neun Mal die Bestnote 6,0 - ein Ergebnis, das in dieser Form bislang nur einmal erreicht wurde.

XV. Olympische Winterspiele 1988 in Calgary
Wie schon oft war auch bei den Winterspielen 1988 in Calgary spielte das Wetter wieder eine große Rolle. So wehte der "Chinook" - ein warmer Fallwind in den Rocky Mountains - ließ nicht nur das Kunsteis schmelzen. Er wehte auch viel Sand in die Bobbahn und der Einsatz von "Schneekanonen" erwies sich zudem als unentbehrlich für die Skipisten. Die Eisschnellläufer trugen ihre Wettbewerbe hingegen erstmals in einer geschützten Halle aus. Sportliche Glanzpunkte setzten hingegen der finnische Skispringer Matti Nykänen und die niederländische Eisschnellläuferin Yvonne van Gennip mit jeweils drei Goldmedaillen. Für Erheiterung sorgten zudem der britische Skispringer Eddie "the Eagle" Edwards und die Bobmannschaft aus Jamaika.

XVI. Olympische Winterspiele 1992 in Albertville
Mit 1.801 Athleten aus 64 Nationen stellten die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville einen neuen Teilnehmerrekord auf. Erstmals nach der Wiedervereinigung war wieder eine gesamtdeutsche Mannschaft am Start, die mit zehn Olympiasiegen und insgesamt 26 Medaillen die Nationenwertung gewann.

Mit den Spielen von Albertville fanden zudem letztmals Winterspiele und Sommerspiele im gleichen Jahr statt. Wie schon 24 Jahre zuvor setzten die französischen Gastgeber auf eine Dezentralisierung und Verteilung der Wettkampfstätten in die ganze Region. Kritiker bemängelten hingegen die aggressive Kommerzialisierung und mangelnde Sensibilität gegenüber der Umwelt.

Sportlich wurde das Programm gleich um neun Entscheidungen erweitert: so feierten neben dem Biathlon der Frauen auch Shorttrack und Freestyle-Skiing ihre olympische Premiere. Mit fünf Gold- und drei Silbermedaillen zählte die russische Skilangläuferin Ljubow Jegerowa zu den erfolgreichsten Athleten der Spiele - ebenso wie der norwegische Skilangläufer Bjørn Dæhlie mit insgesamt vier Medaillen, darunter drei Olympiasiegen.

Besonders erfolgreich aus deutscher Sicht waren die Eisschnellläuferinnen: mit zwei Gold und einer Bronze zählte Gunda-Niemann zu den erfolgreichsten deutschen Sportlern. Gekrönt wurde die Leistung aber durch den Dreifachtriumph der deutschen Damen über 5.000 Meter. Mit 16 Jahren und 256 Tagen wurde der finnische Skispringer Toni Nieminen zum jüngsten Olympiasieger bei Winterspielen aller Zeiten.

XVII. Olympische Winterspiele 1994 in Lillehammer
Die wichtigste Neuerung der Winterspiele 1994 in Lillehammer lag im geänderten Austragungsmodus. Seitdem werden Sommer- und Winterspiele nicht mehr im gleichen Jahr, sondern abwechselnd im Abstand von zwei Jahren ausgetragen. Von besonderer Bedeutung war auch die Umweltverträglichkeit der Spiele: allein 25 Umweltprojekte wurden in die Organisation der Spiele integriert - negative Auswirkungen auf die Umwelt durch den Bau von olympischen Sportanlagen sollten möglichst vermieden werden.

Für Kritiker des olympischen Gigantismus zählten die Spiele von Lillehammer daher als ein Musterbeispiel freundlicher und maßvoller Spiele. Herausragenste Sportlerin war erneut die russische Skilangläuferin Ljubow Jegerowa - erfolgreichster Sportler des Gastgeberlandes war der Eisschnellläufer Johann Olav Koos mit drei Olympiasiegen in Weltrekordzeit.

XVIII. Olympische Winterspiele 1998 in Nagano
Erst nach sehr kritischen Diskussionen im IOC wurden die Winterspiele 1998 nach Nagano vergeben. Mit 2.302 Athleten aus 72 Nationen wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt - mit CurlingSnowboard und dem Eishockeyturnier der Damen wurden drei neue Sportarten ins olympische Programm der Winterspiele aufgenommen. Mit insgesamt 29 Medaillen - darunter zwölf Olympiasiegen - belegte die deutsche Mannschaft erneut den ersten Platz in der Nationenwertung.

Zu den herausragendsten Athleten gehörte neben dem österreichischen Skilangläufer Hermann Maier vor allem der norwegische Skilangläufer Bjørn Dæhlie. Mit vier weiteren Medaillen gilt er seitdem als erfolgreichster Sportler aller Zeiten seiner Sportart sowie als zweiterfolgreichster Winterolympionike in der Geschichte. Ebenfalls in die Geschichtsbücher trug sich die 15-jährige US-Eiskunstläuferin Tara Lipinski ein - mit ihren Olympiasieg im Eiskunstlauf ist sie bis heute die jüngste Gewinnerin eines Einzeltitels seit Beginn der Winterspiele.

XIX. Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City
Die Spiele von 2002 in Salt Lake City waren bereits die vierten Winterspiele in den USA und waren nach den Terroranschlägen von New York 2001 von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geprägt. Mit 2.399 Athleten aus 78 Nationen stellten die Spiele einen neuen und bislang unerreichten Teilnehmerrekord auf. Erstmals in der Geschichte wurde bei der Eröffnungsfeier das Olympische Feuer von einer Mannschaft entzündet - nämlich dem US-Eishockeyteam, das 1980 im "Miracle on Ice" gegen das favorisierte sowjetische Team gewann.

Mit 36 Medaillen - davon zwölf Gold - gehörte die deutsche Mannschaft erneut zu den erfolgreichsten Nationen der Spiele und belegte im Medaillenspiegel den zweiten Rang hinter Norwegen. Erfolgreichster Athlet war der norwegische Biathlet Ole Einar Bjørndalen mit vier Goldmedaillen in allen Wettbewerben seiner Sportart. Gleiches gelang auch dem Finnen Samppa Lajunen mit drei Olympiasiegen in der Nordischen Kombination.

Im alpinen Skisport dominierte die Kroatin Janica Kostelic mit drei Gold- und einer Silbermedaille die Damen-Wettbewerbe. Bei den Herren wurde der norwegische Skiläufer Kjetil André Aamodt mit seinen beiden Goldmedaillen nunmehr zum erfolgreichsten alpinen Skifahrer bei Olympia. Bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben der Damen sorgte das Duell zwischen beiden deutschen Läuferinnen Anni Friesinger und Claudia Pechstein für Aufsehen.

XX. Olympische Winterspiele 2006 in Turin
Italien war mit den Spielen von 2006 in Turin bereits zum zweiten Mal der Gastgeber von Olympischen Winterspielen. Allerdings war die Wahl des Austragungsortes durchaus umstritten, da nur vier Sportarten direkt in Turin stattfanden. Alle anderen Wettkampfstätten lagen bis zu 100 Kilometer weit entfernt, so dass man bald von einem "Olympia der weiten Wege" sprach. Aus diesem Grund gab es bei diesen Spielen auch gleich drei olympische Dörfer. Neben dem Hauptdorf in Turin befanden sich beiden anderen in Bardonecchia und in Sestriere.

Sportlich gesehen boten die Spiele von Turin durchaus hochklassige Wettbewerbe - häufig jedoch auch vor leeren Zuschauerrängen. Aufgrund der hohen Eintrittspreise und der weiten Entfernungen blieben viele Zuschauer den Wettbewerben fern - was sich auch negativ auf die Stimmung auswirkte. Auch die teils schlechte Verkehrsinfrastuktur und die zeitweise extremen Wetterbedingungen sorgten für Probleme. Zudem wurden bei diesen Winterspielen die bis dahin schärfsten Dopingkontrollen in der Geschichte durchgeführt.

Erfolgreichste Athleten der Spiele mit jeweils drei Goldmedaillen waren der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-soo sowie die südkoreanische Shorttrack-Läuferin Jin Sun-yu. Mit insgesamt 29 Medaillen - darunter elf Goldmedaillen - belegte die deutsche Mannschaft den ersten Platz in der Nationenwertung. Mit jeweils einer Gold- und Silbermedaille bei ihrer vierten Olympiateilnahme wurde die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein zur erfolgreichsten deutschen Winterolympionikin aller Zeiten.

XXI. Olympische Winterspiele 2010 in Vancouver
Mehr als 2.560 Athleten aus 80 Nationen traten bei den Winterspielen 2010 im kanadischen Vancouver statt. Manche Wettbewerbe wurden zudem im Wintersportort Whistler ausgetragen. Bereits die Eröffnungszeremonie stand im Zeichen des Todesfalls von Nodar Kumaritaschwili - der georgische Rennrodler prallte im letzten Training mit seinem gegen einen Stahlträger und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Die Rodel- und Bobbahn stand auch während der Spiele wiederholt in der Kritik.

Neben organisatorischen Pannen spielte aber auch das Wetter wieder mal eine entscheidende Rolle. Plustemperaturen und Regen sorgten dafür, dass Wettbewerbe verschoben werden mussten - plötzliche Witterungswechel beeinflussten zudem die Entscheidungen nicht unwesentlich. Für weiteren Ärger sorgten zudem überteuerte Ticket - zahlreiche Plätze in den Eishallen und an den Pisten blieben leer. Zudem kam es bereits im Vorfeld der Spiele zu Protesten durch die "First Nations", da die indianischen Ureinwohner Kanadas um ihre Stammesgebiete fürchteten.

Sportlich festigte Deutschland seinen Ruf als Wintersport-Nation: Mit 30 Medaillen belegte die deutsche Mannschaft mit 30 Medaillen den zweiten Rang in der Medaillenwertung hinter Gastgeber Kanada - und vor den Verenigten Staaten. Erfolgreichste Sportlerin war die norwegische Skilangläuferin Marit Bjørgen mit drei Gold- sowie jeweils einer Silber- und Bronzemedaille. Mit zwei Olympiasiegen und einer Silbermedaille wurde die Biathletin Magdalena Neuner zur erfolgreichsten deutschen Sportlerin bei den Spielen.

XXII. Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi
Als Austragungsort der Winterspiele 2014 wurde die südrussische Metropole Sotschi bestimmt. Es sind die ersten Winterspiele in einer subtropischen Stadt und nach den Sommerspielen von 1980 die zweiten Olympischen Spiele in Russland. Insgesamt 2.861 Athleten aus 88 Ländern kämpften an 17 Tagen um olympisches Edelmetall; dies entspricht einem neuen Teilnehmerrekord. Allein sieben neue Mannschaften gaben ihr Debüt bei Winterspielen. Eine prominente Teilnehmer war zudem die Stargeigerin Vanessa-Mae, die für Thailand im Riesenslalom an den Start ging. Insgesamt gab es 98 Medaillenentscheidungen in sieben Sportarten - zwölf mehr als bei den Winterspielen vier Jahre zuvor.

Ebenfalls rekordverdächtig verlief der olympische Fackellauf: so war die olympische Flamme insgesamt 123 Tage unterwegs - und damit länger als bei allen anderen Winterspielen zuvor. Etwa 14.000 Läufer trugen die Flamme über eine Strecke von rund 65.000 Kilometern - auch dies ist ein neuer Rekord bei Olympischen Winterspielen. Zudem wurde das olympische Feuer erstmals in der Geschichte der Spiele auch an den Nordpol sowie in die Internationale Raumstation (ISS) gebracht.

Einen weiteren Rekord stellten die Spiele von Sotschi auch bei den Kosten auf: mit etwa 50,8 Milliarden Euro sind sie die bislang teuersten Winterspiele aller Zeiten - und damit rund drei Milliarden Euro teurer als alle vorherigen Olympischen Winterspiele zusammen. Kritiker gehen allerdings auch davon aus, dass viele Milliarden durch Korruption versickert sein. Vor allem den Oligarchen, Staatskonzernen und Funktionären sollen die Spiele von Sotschi viel Geld gebracht haben, behauptete der russische Anti-Korruptions-Experte Alexej Nawalny.

Bereits im Vorfeld gab es auch eine breite öffentliche Kritik an der Situation der Menschenrechte in Russland. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete zudem über Missstände auf den olympischen Baustellen. So sollen nach Presseberichten die meisten der etwa 100.000 beschäftigten Arbeiter keinen oder nur einen Teil des Lohnes erhalten haben. Mit Kosten von rund 50 Milliarden Euro sind die Spiele von Sotschi die bislang teuersten in der Olympia-Geschichte.

Erfolgreichster Athlet mit insgesamt vier Medaillen - davon drei Gold und eine Bronze - war der russische Shorttrack-Läufer Wiktor Ahn. Der gebürtige Südkoreaner gewann bereits acht Jahre zuvor in Turin ebenso viele Medaillen für sein Heimatland. Ebenfalls herausragend war die weißrussische Athletin Darja Domratschawa mit drei Goldmedaillen im Biathlon. Olympische Geschichte schrieben allerdings die norwegische Skilangläuferin Marit Bjørgen mit drei Goldmedaillen sowie der norwegische Biathlet Ole Einar Bjørndalen mit zwei Olympiasiegen. Nach ihren Erfolgen in Sotschi zählen Bjørgen und Bjørndalen nun zu den erfolgreichsten Winterolympioniken aller Zeiten.

Gastgeber Russland schnitt mit insgesamt 33 Medaillen erstmals seit 1994 wieder als erfolgreichste Nation bei Olympischen Winterspielen ab. Mit 19 Medaillen blieb die deutsche Olympiamannschaft deutlich hinter den gesteckten Erwartungen zurück und belegte in der abschließenden Nationenwertung nur den sechsten Rang. Erfolgreichste deutsche Sportler waren die Rennrodler mit insgesamt fünf Medaillen - davon vier Gold und eine Silber. Enttäuscht hatten hingegen die deutschen Biathleten und Bob-Fahrer.

XXIII. Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang
Die Winterspiele 2018 im südkoreanischen Wintersportort Pyeongchang waren nach den Sommerspielen von 1988 die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea sowie nach Sapporo 1972 und Nagano 1988 die dritten Winterspiele in Ostasien. Neben der französischen Stadt Annecy hatte sich auch die bayerische Landeshauptstadt München um die Austragung beworben.

An den Spielen nahmen über 2.900 Sportler aus 92 Ländern teil. Allerdings wurde Russland auf der Basis des McLaren-Reports wegen Staatsdopings von den Spielen ausgeschlossen. Allerdings durften einzelne unbelastete russische Sportler unter neutraler Flagge als "Olympiateilnehmer aus Russland" teilnehmen. Zudem traten die beiden koreanischen Staaten erstmals seit 30 Jahren gemeinsam unter vereinter Flagge bei Olympischen Spielen teil.

Die deutsche Olympiamannschaft ("Team Deutschland") erzielte bei den Spielen mit insgesamt 31 Medaillen (14 Gold, zehn Silber und sieben Bronze) das bislang beste Ergebnis bei Olympischen Winterspielen. Ein sportliches Highlight war dabei der historische Gewinn der Silbermedaille der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft im olymischen Herrenturnier.

XXIV. Olympische Winterspiele 2022 in Peking
Die Winterspiele 2022 werden in der chinesischen Hauptstadt Peking stattfinden. Damit finden die Winterspiele erstmals direkt hintereinander in zwei asiatischen Städten statt. Zudem ist Peking die erste Stadt, die nach Olympischen Sommerspielen auch Olympische Winterspiele austragen wird. Eine Bewerbung Münchens wurde im November 2013 von den Bürgern der betroffenen Gemeinden mehrheitlich abgelehnt.

Boykott und Propaganda: Sport und Politik bei den Olympischen Spielen

Ein "Boykott" ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales und politisches Druckmittel, mit dem besttimmte Personen, Personengruppen, Unternehmen oder Staaten vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen werden sollen. Aber auch im Sport wurden Großveranstaltungen aus politischen Gründen von Boykotten, Protesten und Propaganda begleitet:

So führte der Missbrauch der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin und der Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen durch die Nationalsozialisten zu Propagandazwecken missbraucht. Internationale Proteste und Boykottforderungen blieben hingegen ungehört. Die zweiteilige Dokumentation "Olympia" von Leni Riefenstahl gehört außerdem zu den bekanntesten Filmen aus der NS-Zeit.

Die Ausrichtung der Olymischen Spiele 1968 in Mexiko-City stand zeitweise infrage, als Studenten wochenlang gegen das Prestigeprojekt der korrupten Regierung protestierten. Polizei und Geheimdienst ließen die Demonstrationen jedoch gewaltsam niedergeschlagen - allein 250 Menschen kamen bei dem Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 ums Leben.

Zudem wurden die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montréal von 16 afrikanischen Staaten boykottiert. Diese forderten zuvor erfolglos den Ausschluss Neuseelands, weil dessen Ruggy-Nationalmannschaft mehrere Spiele gegen Südafrika bestritt, das wegen seiner Apartheidspolitik vom IOC ausgeschlossen wurde.

Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan 1979 diente den USA und zahlreichen westlichen Staaten als Anlass zum Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau. Nur 81 Länder nahmen letztlich an den Spielen teil, 42 Staaten sagten ihre Teilnahme ab. Der Boykott führte schließlich zu einer sportlichen Wettbewerbsverzerrung: So waren die Mannschaften der UdSSR und der DDR den anderen Ländern deutlich überlegen. Zudem gewannen die sowjetischen Sportler rund 40 Prozent aller Goldmedaillen.

Die Revanche folgte vier Jahre später, als die Sowjetunion und 18 weitere sozialistische Staaten - mit Ausnahme von Rumänien, Jugoslawien und China - die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 1984 boykottierten. Offizielle Begründung war die angeblich nicht gewährleistete Sicherheit für die Sportler. Das Team der USA war daher mit 83 Goldmedaillen die sportliche dominierende Mannschaft der Spiele.

Zu internationalen Protesten führte auch die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2008 nach Peking. Anlass war die Lage der Menschenrechte in China sowie die das gewaltsame Vorgehen des kommunistischen Regimes in Tibet. Allerdings blieben die Proteste weitgehend erfolglos - zudem kam es nur in einigen Metropolen der Welt zu Protesten.

Aber auch bei anderen Sportveranstaltungen spielte die Politik eine Rolle: Bei der Fußball-EM 1992 wurde Jugoslawien wurde wegen des Balkankonfliktes ausgeschlossen. Als Nachrücker fuhr Dänemark zum Turnier - und wurde Europameister.

Im Jahre 2011 wurde mit dem Großen Preis von Bahrain erstmals ein Formel-1-Rennen aus politischen Gründen abgesagt. Anlass waren die politischen Unruhen in Bahrain gegen das Regime in dem Golf-Emirat. Auch ein Jahr später kam zu internationalen Protesten gegen die Austragung des Rennens, weil sich die Veranstalter vom bahrainischen Königshaus politisch instrumentalisieren ließen.

Spiele 1936 in Berlin: Zwischen Sport und NS-Propaganda

Über den Stellenwert der Olympischen Spiele 1936 haben mittlerweile Generationen von Historikern gestritten. Vergeben wurden die Spiele zwar schon im Jahre 1931 - dennoch missbrauchten die nun regierenden Nationalsozialisten die Spiele für ihre Propagandazwecke, um das NS-Regime positiv im Ausland darzustellen. So erlebte Berlin nahezu perfekt organisierte Spiele mit einem bis dahin neuen Teilnehmerrekord: es nahmen 3.961 Teilnehmer aus 49 Nationen teil; rund vier Millionen Zuschauer erlebten die Spiele vor Ort, von wo aus zudem etwa 3.000 Journalisten aus 40 Ländern berichteten. 

Zum besonderen Flair der Spiele trugen zudem der erste Olympische Fackellauf in der Geschichte bei. Herausragendster Sportler war der farbige US-Amerikaner Jesse Owens - sowohl wegen seiner sportlichen Leistungen als auch wegen seiner sympathischen Art. Das bedeutendste und gleichzeitig auch umstrittenste filmische Werk über die Spiele war der zweiteilige Dokumentarfilm "Olympia" der deutschen Regisseurin Leni Riefenstahl.

Spiele 1972 in München: Die bayerische Landeshauptstadt und ihre olympische Geschichte

Nach Berlin 1936 war München der Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 1972. Im Gegensatz zu den Spielen von 1936 wollte man in München heitere und offene Spiele ohne politischen Charakter organisieren. Überschattet wurden sie letzlich aber vom Olympia-Attentat, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen. Dennoch gingen die Spiele weiter, die vor allem die Handschrift von Organisationspräsident Willi Daume trugen. Geschichte schrieben die Spiele außerdem mit dem bunten Dackel "Waldi" - dem ersten offiziellen Olympia-Maskottchen. Die Gesamtkosten für die Spiele betrugen 1,972 Milliarden D-Mark (985 Millionen Euro).

Am 8. Dezember 2007 beschloss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einstimmig die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Mit der erneuten Nutzung der alten Olympia-Sportstätten und klimaneutralen Konzepten sollten zudem neue ökologische Maßstäbe gesetzt werden. Basierend auf einem "2-Cluster-Konzept" waren die Eiswettbewerbe in der bayerischen Landeshauptstadt geplant. Die übrigen Wettbewerbe sollten hingegen am Fuße der Zugspitze durchgeführt werden.

Insgesamt sahen die Pläne Ausgaben über 2,85 Milliarden Euro vor. Neben den Organisationskosten von 1,3 Milliarden Euro wurden die dauerhaften Investitionen mit 1,55 Milliarden Euro beziffert - finanziert von der öffentlichen Hand und Privatinvestoren. Letztlich entschied sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli 2011 jedoch für den südkoreanischen Mitbewerber Pyeongchang.

Bekannte Sportler im Überblick

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