Tobias Daniel M.A.

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Deutsche Metropolen: Von Berlin über Frankfurt nach Köln

Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: Pixabay)

Politische Metropole Deutschlands: Die Bundeshauptstadt Berlin

Über  vierzig Jahre war Berlin ein Symbol für die Teilung Europas während des Kalten Krieges. Heute verbindet die wieder vereinte Stadt das westliche und östliche Europa. Als Sitz der Regierung und der Parlaments es das politische Entscheidungs- und Nachrichtenzentrum Deutschlands. Deutsche und internationale Verbände von Wirtschaft und Gesellschaft konzentrieren sich in der Hauptstadt

Berlin ist allerdings noch etwas mehr als das - nämlich eine Stadt der Kontraste. So findet man dort elegante Boulevards und alternative Szeneviertel, königliche Palais und zerschossene Fassaden von Mietskasernen, heißes Nachtleben und Idylle pur. Schon im 19. Jahrhundert war Berlin anders als die anderen deutschen Städte - nämlich eine Metropole von europäischem Rang.

"Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt."

Jean Paul (1763-1825), deutscher Schriftsteller und Dichter

Heute gilt die Metropole Berlin als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften. Sie ist ein wichtiger europäischer Verkehrsknotenpunkt und eine der meistbesuchten Städte des Kontinents. Friedrich Schiller attestierte Berlin eine "Ungezwungenheit im bürgerlichen Leben". Dass in Berlin jedenfalls jeder nach seiner Façon glücklich werden kann, wusste schon der "alte Fritz". Und Bertolt Brecht schrieb: "Es gibt einen Grund, warum man Berlin anderen Städten vorziehen kann: weil es sich ständig verändert."

Berlin ist eigenständiges Bundesland. Neben Bremen und Hamburg ist Berlin zudem einer der drei Stadtstaaten Deutschlands. So war Berlin die Hauptstadt Brandenburgs, Preußens, des Deutschen Reiches und der DDR (Ost-Berlin). Seit der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 ist Berlin die gesamtdeutsche Hauptstadt. Seit 1999 ist Berlin auch Parlaments- und Regierungssitz. Neben dem Bundespräsidenten haben auch die Bundesregierung, der Deutsche Bundestag, der Bundesrat sowie zahlreiche Bundesministerien und Bundesbehörden ihren Sitz in Berlin.

Historisch Wissenswertes

Am 20. Januar 1942 kamen in einer Berliner Wannsee-Villa hochrangige Vertreter von nationalsozialistischen Reichsbehörden und Parteidienststellen zu einer Geheimbesprechung unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich zur Wannseekonferenz zusammen. Deren Ziel: die Bürokratie in die geplante Massenvernichtung von elf Millionen Juden einzubinden und der SS eine führende Rolle zu sichern. Bereits nach dem Überfall auf die Sowjetunion begann der Völkermord an den europäischen Juden mit Massakern im Baltikum, in Weißrussland und der Ukraine. "Mit Genehmigung des Führers" sollte die sogenannte "Endlösung der Juden" systematisch vorangetrieben werden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 fielen etwa sechs Millionen Juden dem Völkermord zum Opfer.

Der Bendlerblock im Berliner Ortsteil Tiergarten gilt als Zentrum des Umsturzversuchs gegen das nationalsozialistische Regime am 20. Juli 1944. Der Gebäudekomplex ist nach dem gelernten Maurer und Kommunalpolitiker Johann Christoph Bendler (1789-1873). Er entstand von 1911 bis 1914 als Reichsmarineamt an der früheren Bendlerstraße - der heutigen Stauffenbergstraße.

Zur Zeit der Weimarer Republik war der Block Sitz des Reichswehrministeriums, von 1935 an zudem des Allgemeinen Heeresamtes der NS-Wehrmacht. Im Bendlerblock arbeitete auch der Widerstandskreis um General Friedrich Olbricht und Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
In der Nacht nach ihrem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler wurden Stauffenberg und drei Mitverschwörer im Hof des Areals standrechtlich erschossen.

Seit 1953 gibt es dort ein Ehrenmal für die Widerstandskämpfer des 20. Juli. 1968 wurde die Gedenkstätte Deutscher Widerstand eingerichtet. Heute gehört der Bendlerblock zum zweiten Amtssitz des Bundesverteidigungsministeriums, der erste befindet sich weiterhin in Bonn. Seit September 2009 steht auf dem Gelände des Bendlerblocks auch das Ehrenmal für im Einsatz gefallene Soldaten.

Das geteilte Berlin

Der Westteil Groß-Berlins wurde nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) zunächst von den drei westlichen Besatzungsmächten Großbritannien, Frankreich und USA verwaltet. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes 1949 und der Verfassung von Berlin 1950 erhielt West-Berlin des Status eines Bundeslandes

Das Viermächteabkommen für Berlin von 1971 stellte jedoch fest, dass es kein "kontitutiver" Bestandteil der Bundesrepublik war. Während der Teilung war West-Berlin eines der "Auswanderungsziele" der westdeutschen Jugend und ein Ziel der Wehrdienstflüchtlinge. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt konzentrierte sich um den Kurfürstendamm.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete der Ostteil Groß-Berlins den sowjetischen Sektor. Er bildete zunächst das Verwaltungszentrum der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). 1949 wurde Ost-Berlin faktisch zur Hauptstadt der DDR. Völkerrechtlich blieb der Ost-Teil der Stadt jedoch Teil der Viersektorenstadt und damit unter alliierter Verwaltung. 

Nach dem Viermächteabkommen für Berlin wurde Ost-Berlin - abgesehen von einigen alliierten Vorbehaltsrechten - de facto vollständig in die DDR integriert. Das Zentrum der Stadt bildete der Alexanderplatz mit dem Fernsehturm als markantes Wahrzeichen. Am 3. Oktober 1990 wurde der Ostteil mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wieder ein Teil des heutigen Bundeslandes Berlin.

Markierung der Berliner Mauer (Quelle: Tobias Daniel M.A.)

Symbol der deutschen Teilung - die Berliner Mauer

Mehr als 28 Jahre lang war die Berliner Mauer das Symbol für die Teilung Deutschlands während des Kalten Krieges. Sie grenzte die Westsektoren Berlins vom Ostteil der Stadt sowie von der DDR ab. Die Mauer umfasste 155 Kilometer und war vier Meter hoch - allein 43 Kilometer davon trennte die beiden Teile Berlins. Die innerdeutsche Grenze selbst war rund 1.400 Kilometer lang. Die Mauer unterbrach zwölf S-Bahn- und U-Bahnlinien sowie 193 Straßen. Entlang des Grenzwalls gab es insgesamt acht Grenzübergänge zwischen West- und Ost-Berlin sowie sechs weitere zwischen der DDR und West-Berlin.

Einer der wohl bekanntesten Grenzübergange war der Checkpoint Charlie zwischen dem Ost-Berliner Bezirk Mitte und dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg. Von 302 Beobachtungstürmen aus kontrollierten 11.500 Soldaten der DDR-Grenztruppen die Grenzbefestigungen vor sogenannter "Republikflucht". Insgesamt 127 Kilometer Signalzäune und 105 Kilometer Gräben sollten einen Durchbruch mit Autos verhindern. Zudem gehörten 259 Laufanlagen für Wachhunde zur Grenzbefestigung.

"Berlin wird leben und die Mauer wird fallen."

Willy Brandt (SPD) auf einer Kundgebung vor dem Schöneberger Rathaus am 10. November 1989

Erbaut wurde die Mauer am 13. August 1961 unter dem Deckname "Rose". Deklariert wurde das Bauwerk jedoch als "antifaschistischer Schutzwall", mit dem Ziel, die Menschen an der Flucht aus der DDR hindern. Dennoch versuchten in den folgenden Jahren mehr als 100.000 Menschen über die innerdeutsche Grenze in den Westen zu fliehen. 

Dabei kamen über 600 von ihnen ums Leben - allein an der Berliner Mauer starben mindestens 136 Menschen. Andere Forschungen gehen sogar von bis zu 245 Toten aus. Während sich die Westmächte mit Protesten zurückhielten, fühlte sich die DDR-Führung hingegen als Sieger. Erst am 9. November 1989 fiel die Mauer mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze durch die DDR.

Quelle: Statista

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden die tödlichen Schüsse infolge des "Schießbefehls" an der Mauer in den Mauerschützen-Prozessen juristisch aufgearbeitet. Seit 1998 erinnert die nationale Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße den Todesopfer an der Berliner Mauer. Die Gedenkstätte umfasst ein Dokumentationszentrum sowie die Kapelle der Versöhnung sowie ein 60 Meter langes Teilstück der früheren Grenzanlagen.

Heute sind in der Hauptstadt nur noch einige Überreste der einstigen Grenzbefestigung zu sehen: Neben der Gedenkstätte in der Bernauer Straße ist die East Side Gallery das wohl bekannteste Mauerstück. Mit 1,3 Kilometern ist sie heute das längste noch erhaltene Mauerstück. Im Frühjahr 1990 bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern mit riesigen Wandbildern - was sie zur längsten dauerhaften Open-Air-Galerie der Welt machten.

Flagge von Berlin (Quelle: Kaufdex auf Pixabay)

Relevante Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

  • Das Brandenburger Tor war einst Symbol der Teilung Deutschlands. Seit November 1989 ist das Wahrzeichen Berlins das Sinnbild für die Wiedervereinigung. Das Tor wurde von 1788 bis 1791 vom Architekten Carl Gotthard Langhans (1732-1808) auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) in Sandstein erbaut. Das Brandenburger Tor ist insgesamt 20 Meter hoch, 70 Meter breit und zehn Meter tief. Am 6. August 1791 wurde es für den Verkehr freigegeben. Ursprünglich diente es als Stadttor - heute steht es aber mitten im Zentrum. Auf dem Tor befindet sich die Quadriga - ein von vier Pferden gezogener Streitwagen mit der Siegesgöttin Viktoria. Sie wurde von Johann Gottfried Schadow (1764-1850) gestaltet und 1795 aufgestellt. Es zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen und nationalen Symbolen Deutschlands. Mit ihm sind viele Ereignisse in der Geschichte Berlins sowie in der deutschen und europäischen Geschichte verknüpft. Hier tobten beispielsweise die Kämpfe der Märzrevolution 1848, während die Nationalsozialisten das Tor zur Inszenierung ihrer Fackelaufmärsche nutzten. Während der Teilung Berlins zwischen 1961 und 1989 stand das Tor isoliert auf der Ost-Seite der Stadt. Somit wurde das Brandenburger Tor zu einem Symbol des Kalten Krieges sowie nach 1990 für die Wiedervereinigung Deutschlands und Europas.
  • An der Ostseite des Brandenburger Tores befindet sich der Pariser Platz. Er wurde 1735 angelegt und diente ursprünglich als Exerzierfeld und Vorplatz zum Stadttor. Später siedelten sich hier vornehme Villen, deutsche und ausländische Gesandtschaften an. Heute befinden sich direkt am Platz oder in der nahen Umgebung die US-Botschaft, die britische Vertretung, die französische Botschaft, sowie die Botschaften von Russland und Ungarn. Auch die Landesvertretungen der deutschen Bundesländer sind in der Nähe vertreten. Das bekannteste Gebäude ist das 1997 wiedereröffnete Hotel Adlon. Bereits während des Kaiserreiches und der Weimarer Republik diente das weltweit bekannte Luxushotel als Treffpunkt für Reiche und Prominente.
  • In direkter Nachbarschaft des Pariser Platzes befindet sich das Holocaust-Mahnmal - ein begehbares Labyrinth aus 2.711 Betonstelen auf einer Fläche von etwa 19.000 Quadratmetern. Es wurde am 10. Mai 2005 eingeweiht. Unweit des Reichstages wurde am 24. Oktober 2012 das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma eingeweiht.
  • Das Hotel Adlon gehört heute zu den bekanntesten und luxuriösesten Hotels in Deutschland. Den Grundstein für das Traditionshaus legte der Mainzer Hotelier Lorenz Adlon (1849-1921) bereits im Oktober 1907. Bereits in seinen frühen Jahren wurde es zum Anlaufpunkt für Familien des Hochadels sowie ranghohe Politiker und Industrielle. Monarchen wie Kaiser Wilhelm II. (1888-1918), der Zar von Russland oder der Maharadscha von Patalia gehörten ebenso zu den Gästen wie zum Beispiel Henry Ford (1863-1947), John D. Rockefeller (1839-1937) oder der frühere deutsche Außenminister Gustav Stresemann (1878-1929). Während der "Goldenen Zwanziger" war das Adlon der Anlaufpunkt für zahlreiche internationale Gäste. Nach der "Machtergreifung" durch die Nationalsozialisten nahm der Höhenflug des Hotels ein vorläufiges Ende. In der Nacht vom 2. zum 3. Mai 1945 brannte das Hotel jedoch aus bislang ungeklärten Gründen nahezu völlig aus. Erst am 23. August 1997 wurde es in seiner heutigen Form wiedereröffnet und gehört nun zur Hotelkette Kempinski.
  • Das Boulevard Unter den Linden ist das alte Herzstück Berlins. Die Flaniermeile führt über 1,5 Kilometer von der Schlossbrücke zum Brandenburger Tor. Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ den ehemaligen Reitweg 1647 befestigen und dort 1.000 Linden sowie 1.000 Nussbäume pflanzen. Nach 1701 wurde das Boulevard im Zuge königlicher Prachtentfaltung neuer Architektur immer weiter ausgebaut. Zudem sind hier die russische Botschaft und das Westin Grand Hotel angesiedelt. Hier wohnten einst prominente DDR-Gäste. Zur Erinnerung an König Friedrich II. den Großen von Preußen (1740-1786) schuf Christian Daniel Rauch (1777-1857) im Jahr 1851 ein 13,5 Meter hohes Reiterstandbild. Es zeigt den Herrscher im Krönungsmantel mit Dreispitz, Krückstock und Stulpenstiefel. Den Sockel des Denkmals schmücken 150 Figuren bedeutender preußischer Persönlichkeiten.
  • Die wohl legendärste Straße Berlins ist die Friedrichstraße. Sie verbindet die Tradition der "Goldenen Zwanziger Jahre" mit der Architektur des modernen Berlin. Einst waren in der 3,5 Kilometer langen Straße Cafés, Theater und Varietés wie der berühmte "Winterpalast" angesiedelt. Heute entwickelt sie sich zu einem neuen Magneten im Osten Berlins. Hier befindet sich der 1983 erbaute Friedrichstadtpalast - das größte Revuetheater Europas. Der Tränenpalast - ehemals eine innerdeutsche Grenzabfertigungshallte - wird heute für Veranstaltungen genutzt. Vor allem im südlichen Teil wurden in den letzten Jahren die luxuriös ausgestatteten Geschäftshäuser Lindencorso, Hofgarten, Friedrichstadt-Passagen und das Kontorhaus Mitte. Hier befinden sich Passagen, Kaufhäuser, Edelboutiquen, Büros und Restaurants. Ein großer Besuchermagnet ist zudem die Galerie Lafayette. Das Edelkaufhaus ist eine Dependance des berühmten Einkaufszentrums in Paris.
  • In der Friedrichstraße liegt auch der Checkpoint Charlie - der wohl bekannteste Grenzübergang zwischen den beiden Teilen Berlins. Der Kontrollposten war zwischen 1961 und 1990 die einzige Übergangsstelle für Alliierte, Ausländer, Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik und für DDR-Funktionäre. Am 27. Oktober 1961 standen sich hier erstmals Panzer der USA und der UdSSR nur 200 Meter gegenüber. Am 22. Juni 1990 wurde der alliierte Kontrollposten endgültig abgebaut. Heute erinnern nur noch einige Schilder, Mauerreste und ein Wachturm daran. Unweit des Kontrollpunktes erinnert das Haus am Checkpoint Charlie heute an die Entstehungsgeschichte der Mauer und das Leben im geteilten Berlin zwischen 1961 und 1989.
  • Das längste original erhaltene Stück der Berliner Mauer ist die East Side Gallery in der Nähe des Ostbahnhofs. Dort haben sich nach der Wende 118 internationale Künstler aus 21 Ländern auf einer Länge von 1.316 Metern  verewigt - und damit eine Berliner Touristenattraktion geschaffen.
  • Der Kurfürstendamm wurde bereits im 16. Jahrhundert als Reiterweg angelegt. Im Jahre 1883 veranlasste Reichskanzler Otto von Bismarck (1871-1890) den Ausbau zu einer repräsentativen Hauptstraße für den Berliner Westen mit zahlreichen Theatern Cafés und Nachtclubs. Heute gilt der etwa 3,5 Kilometer lange Ku'damm als einer der beliebtesten Flaniermeilen Berlins. Sie ist nicht nur eine Shoppingmeile, sondern auch eine gute Geschäftsadresse und ein wichtiges Kulturzentrum. Hier befindet sich unter anderem auch das Theater des Westens. Im Jahre 2001 entstand hier das neue Kranzlereck mit Büros, Geschäften und dem einstmals legendären Café Kranzler. In den zahlreichen Nebenstraßen befinden sich in den Bauten der Jahrhundertwende viele kleine Edelboutiquen und Cafés.
  • Ein Einkaufsparadies erster Güte ist das Kaufhaus des Westens (KaDeWe). Mit einer Verkaufsfläche von rund 60.000 Quadratmetern ist es das größte Kaufhaus in Europa. Das Gebäude wurde 1906/07 im Auftrag des Unternehmers Adolf Jandorf (1870-1932) von Johann Emil Schaudt (1871-1957) errichtet. Auf den sechs Etagen befindet sich auch die berühmte Feinschmeckerabteilung.
  • Die am Ku'damm gelegene Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist heute ein Mahnmal für Frieden und Versöhnung sowie ein weltweit bekanntes Wahrzeichen für den Aufbauwillen Berlins. Die Neoromanische Kirche wurde von 1891 bis 1895 erbaut und dem Andenken an Kaiser Wilhelm I. (1871-1888) gewidmet. Im Jahre 1943 wurde sie während eines Bombenangriffs stark zerstört. Umgeben ist der "hohle Zahn" heute von mehreren modernen Gebäuden, die zwischen 1959 und 1961 nach den Plänen von Egon Eiermann (1904-1970) entstanden. Eine Gedenkhalle im Turm mahnt zu Frieden und Versöhnung.
  • In den neunziger Jahren war der Potsdamer Platz noch eine der größten Baustellen der Welt. Heute existiert auf einem Gelände von 100.000 Quadratmetern ein neues Stadtviertel Kultureinrichtungen, Einkaufspassagen und Restaurants sowie mit Büro- und Wohnhäusern.  Die Daimler-City bietet auf fast 70.000 Quadratmetern eine Ladenpassage mit über 100 Geschäften sowie eine Musicalbühne, eine Spielbank und ein Kinocenter. Zudem wurde das 1871 gegründete Weinhaus Huth integriert mit einst so prominenten Gästen wie Theodor Fontane. Im Juni 2000 wurde das Sony-Center mit einer Fläche von etwa 25.000 Quadratmetern fertig gestellt. Um das Forum mit der gefalteten Zeltüberdachung schuf Helmut Jahn ein Ensemble aus sieben Glas- und Stahlbauten mit Kinos, Restaurants, dem Filmmuseum Berlin und der Europazentrale von Sony. Außerdem existieren hier ein Multiplex-Kino und ein IMAX-Kino. 
  • Eines der vornehmsten Häuser der Stadt ist das Hotel Esplanade. Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) verbrachte hier schon im Kaisersaal seine Herrenabende - später nächtigten hier bekannte Hollywood-Schauspieler wie Greta Garbo (1905-1990) oder Charlie Chaplin (1889-1977). Bereits in den 1920er-Jahren war der Potsdamer Platz ein wichtiges Verkehrszentrum. Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurden nahezu alle Straßen und Gebäude zerstört - während der Teilung Berlins (1961-1989) war der Platz ein Teil des Todesstreifens zwischen Ost- und West-Berlin.
  • Der Gendarmenmarkt gilt als schönster Platz nördlich der Alpen und als einer der schönsten Plätze Berlins. Der heute 48.000 Quadratmetern große Platz entstand bereits im 17. Jahrhundert. Seinen Namen erhielt er von einem Regiment der Gendarmen ("Gens d'Armes"), das zwischen 1736 und 1782 dort stationiert war. An der Nordseite liegt der Französische Dom, der zwischen 1701 und 1705 errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert diente er den eingewanderten französischen Hugenotten als Gotteshaus. Dreimal täglich erklingt hier ein 60-teiliges Glockenspiel. Der Deutsche Dom an der Südseite wurde von 1701 bis 1708 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer zerstört und nach umfangreicher Renovierung am 2. Oktober 1996 wieder eröffnet. Das Schauspielhaus wurde zwischen 1818 und 1821 von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) im klassizistischen Stil erbaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es ebenfalls zerstört und 1984 nach umfangreicher Restaurierung als Konzerthaus Berlin wieder eröffnet.
  • Der Alexanderplatz - auch "Alex" genannt - ist einer der bekanntesten Plätze Berlins. Um 1700 wurde der frühere "Ochsenmarkt" zunächst als Viehmarkt genutzt, der vor den Toren der Stadt lag. Später kamen ein Wollmarkt und ein Exerzierplatz hinzu. Seinen heutigen Namen erhielt der Platz nach einem Besuch des russischen Zaren Alexander I. in Berlin. Mit dem Bau der Stadtbahn ab 1882 entwickelte sich der Alexanderplatz zum größten Verkehrsknotenpunkt im Berliner Osten. Nach der fast völligen Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges erhielt der Alexanderplatz sein heutiges Erscheinungsbild. Seit 1969 befinden sich auf dem Platz eine zehn Meter hohe Urania-Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft.
  • Nahe dem Alexanderplatz steht zudem der Fernsehturm - auch "Telespargel" genannt. Er wurde 1969 eröffnet und ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands. Gleichzeitig ist er das vierthöchste nicht abgespannte Bauwerk Europas sowie der einzige Fernsehturm Europas mitten in der Stadt. Die verglaste Kugel mit einem Durchmesser von 32 Metern wiegt 4.800 Tonnen. In ihr befinden sich ein Aussichtspunkt und ein Telecafé. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zu 40 Kilometer. Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG). Das entsprechende Gegenstück im Westteil ist der Funkturm - auch "langer Lulatsch" genannt. Mit einer Höhe von 150 Metern ähnelt er optisch dem Eiffelturm in Paris. Er wurde zwischen 1924 und 126 anlässlich der Funkausstellung erbaut. Im Jahre 1929 wurde vom Funkturm aus das erste Fernsehbild der Welt ausgestrahlt. Heute steht er unter Denkmalschutz.
  • Die St. Hedwigs-Kathedrale ist die Hauptkirche der Katholiken in der deutschen Hauptstadt war die erste katholische Kirche in Berlin nach der Reformation. Der 1773 geweihte Rundbau am Bebelplatz wurde nach dem Vorbild des Pantheon in Rom gebaut. Erst nach Gründung des Bistums Berlin 1930 wurde die Kirche auch Bischofskirche. Hier hält der Berliner Erzbischof die Pontifikalämter. Immer wieder ist die Kirche auch Ort für offizielle Anlässe, wie nun für den bundesweiten Abschied von Papst Benedikt XVI. (2005-2013). Gebaut wurde die Kirche nach Skizzen des preußischen Königs Friedrichs II. des Großen (1740-1786) und Plänen seines Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753). Die Heilige Hedwig (1174-1243) ist die Patronin von Schlesien.
  • Das Stadtschloss von Berlin blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1443 wurde es als Stadtresidenz der Hohenzollern gegründet. Nach der Novemberrevolution von 1918 wurde es als Museum genutzt - im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Erst 1950 ließ der damalige SED-Chef Walter Ulbricht (1940-1971) die Ruine als Symbol für den preußischen Absolutismus sprengen. In den 1970er-Jahren ließ die DDR-Führung an dieser Stelle den Palast der Republik errichten. Dieser wurde zwischen 2006 und 2008 aufgrund massiver Asbestverseuchung abgerissen. Bereits im Juli 2002 beschloss der Deutsche Bundestag den Wiederaufbau des Stadtschlosses an der gleichen Stelle. Die Kosten werden bislang auf insgesamt 590 Millionen Euro beziffert: 478 Millionen übernimmt der Bund, 32 Millionen die Stadt Berlin und 80 Millionen sollen durch Spenden finanziert werden. Der Baubeginn wurde aus Spargründen für 2014 beschlossen - die Eröffnung ist für 2019 geplant. Die rekonstruierte Residenz soll unter dem Namen "Humboldt-Forum" ein Zentrum für die Kulturen der Welt werden. Hauptnutzer ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Sammlungen außereuropäischer Kunst. Auch die Bibliotheken der Humboldt-Universität sollen dort angesiedelt werden.
  • Das Schloss Charlottenburg ist das größte und prunkvollste Schloss der Hohenzollern in Berlin sowie ein glanzvolles Beispiel barocker Baukunst. Es entstand von 1695 bis 1699 und hieß ursprünglich Lietzenburger Schloss. Kurfürst Friedrich III. (1688-1713) schenkte es später seiner Gattin Sophie Charlotte (1668-1705) als Sommerresidenz. Nach der Königskrönung im Jahr 1701 wurde das Schloss nach dem Vorbild von Versailles ausgebaut. Besonders sehenswert sind heute vor allem das Porzellankabinett mit chinesischem und japanischem Porzellan aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der Knobeldorff-Flügel mit den prunkvollen Gemächern Friedrichs II. des Großen, die Orangerie und das Schlosstheater. Der Schlosspark gilt zudem als Juwel europäischer Gartenbaukunst und zählt zu den beliebtesten Stadtparks Berlins. Er wurde 1687 als erster französischer Barockgarten Deutschlands von Siméon Godeau angelegt und im 18. Jahrhundert um einen englischen Landschaftsgarten erweitert. Hier befinden sich unter anderem auch das Mausoleum mit den Sarkophagen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) und Königin Luise von Preußen (1797-1810) oder das dreistöckige Teehaus Belvedere.
  • Im Zentrum der Museumsinsel liegt das Pergamon-Museum. Es wurde zwischen 1912 und 1930 im neoklassizistischen Stil von Ludwig Hoffmann (1852-1932) und Alfred Messel (1853-1909) erbaut. In dem dreigliedrigen Gebäudekomplex sind heute neben der Antikensammlung auch das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst untergebracht. Absolutes Highlight ist der Pergamon-Altar aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Markttor von Milet (165 v. Chr.), das Ischta-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon (7./6. Jhd. v. Chr.).
  • Seit 2009 sind im Neuen Museum das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte untergebracht. Das Ägyptische Museum besitzt weltweit eine der bedeutendsten Sammlungen der ägyptischen Hochkultur, darunter befinden sich Werke wie die Büste von Nofretete oder das Portrait der Königin Teje (1398-1338 v. Chr.). Das Museum für Vor- und Frühgeschichte besitzt eine der größten überregionalen Sammlungen zur Archäologie weltweit. Hier werden Zeugnisse der prähistorischen Kultur Europas und Vorderasiens von den Anfängen über die Altsteinzeit bis zum Mittelalter gezeigt. Besonders sehenswert ist auch die Schliemann-Sammlung mit den "Trojanischen Altertümern".
  • Das Filmstudio Babelsberg in Potsdam-Babelsberg ist heute das größte Filmstudio Deutschlands und gleichzeitig das älteste der Welt. Seit 1912 haben namhafte Filmemacher zahlreiche bekannte Filme produziert, darunter "Metropolis" oder "Der blaue Engel". Bereits in den 1920er-Jahren zählte es zu den modernsten Tonstudios seiner Zeit; bekannte Schauspieler wie Greta Garbo, Heinz Rühmann, Lilian Harvey oder Heinrich George standen hier vor der Kamera. Seine Hochzeit hatte das Filmstudio allerdings während des "Dritten Reiches", als hier etwa 1.000 Filme gedreht wurden - darunter auch zahlreiche NS-Propagandafilme wie "Jud Süß". Zu Zeiten der DDR entstanden hier unter der Regie der DEFA über 700 Filme, mehr als 150 Kinderfilme und über 600 Fernsehfilme für den Deutschen Fernsehfunk. Zudem entstand hier 1974 mit "Jakob der Lügner" die einzige DDR-Filmproduktion. Heute ist das 46 Hektar große Areal ein Teil der "Medienstadt Babelsberg".
  • Ebenfalls in Babelsberg liegt auch das Schloss Babelsberg. Es wurde zwischen 1833 und 1849 erbaut und diente Kaiser Wilhelm I. (1871-1888) als Sommersitz. Zuvor war das Schloss auch der Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse. Dazu gehörten ein Besuch der britischen Königin Victoria 1858, die Ernennung Otto von Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten 1862 (bis 1890) und die Unterzeichnung des Sozialistengesetzes 1878. Nach dem Tode des ersten deutschen Kaisers 1888 verlor das Schloss an Bedeutung. Im Jahr 1990 wurde es schließlich von der UNESCO als Teil der Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft in das Weltkulturerbe aufgenommen.
  • Im nördlichen Teil des Neuen Gartens in Potsdam liegt Schloss Cecilienhof. Der letzte Schlossbau der Hohenzollern im englischen Landhausstil sollte Kronprinz Wilhelm und dessen Ehefrau Cecilie zu Mecklenburg als Bleibe dienen. Baumeister Paul Schultze-Naumburg errichtete den Komplex mit 176 Zimmern - zur Empörung der Bevölkerung, die während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) Hunger litt. Nach seiner Abdankung am 9. November 1918 flohen Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) und Kronprinz Wilhelm (1882-1951) ins Exil in die Niederlande. 1945 bestimmten die Sowjets das Schloss zum Tagungsort für die Potsdamer Konferenz.

Weitere Informationen

Kurzinfo: Die Landeshauptstadt Potsdam

Potsdam ist die Landeshauptstadt von Brandenburg und grenzt unmittelbar an die deutsche Bundeshauptstadt. Sie ist mit ihren zahlreichen Schloss- und Parkanlagen vor allem auch als ehemalige Residenzstadt der preußischen Könige bekannt. Die ältesten urkundlichen Belege für den Namen der Stadt reichen bereits bis in die Jahre 993 ("Poztupimi"), 1317 ("Postamp") sowie um 1500 ("Potstamp") zurück.

Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640-1688) begann der Ausbau Potsdams zur zweiten Residenzstadt der Hohenzollern nach Berlin. König Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1713-1740) - der "Soldatenkönig" -  baute die Stadt außerdem zu einem wichtigen Garnisonsstandort aus. Sein Sohn Friedrich II. "der Große"´(1740-1786) ließ Potsdam auch im Stadtbild zu einer Residenzstadt umbauen. Zwischen 1745 und 1747 entstand in seinem Auftrag mit Schloss Sanssouci, welches auch als "preußisches Versailles" in die Geschichte einging. Mit der Proklamation der Republik und dem Ende der Monarchie am 9. November 1918 ging das umfangreiche Eigentum der Hohenzollern in Potsdam zum größten Teil in Staatseigentum über.

Zu Beginn der NS-Diktatur inszenierten die Nationalsozialisten am 21. März 1933 den sogenannten "Tag von Potsdam": Die symbolische Geste zwischen dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1925-1933) und dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler (1933-1945) sollte als ein Bündnis der alten Ordnung mit dem Nationalsozialismus verstanden werden. Hintergrund war die konstituierende Sitzung des Reichstages nach den Wahlen vom 5. März 1933.

In der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde das Stadtzentrum Potsdams am 14. April 1945 durch einen alliierten Bombenangriff stark beschädigt. Dabei brannten neben dem Hauptbahnhof auch das Stadtschloss, der Lange Stall und die Garnisonkirche völlig aus. Von besonderer politischer Bedeutung war die Potsdamer Konferenz, die zwischen dem 17. Juli und dem 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen (1882–1951). Die vier alliierten Siegermächte beschlossen dabei mit dem Potsdamer Abkommen die Aufteilung des besiegten Deutschlands in vier Besatzungszonen sowie der Stadt Berlin in vier Besatzungssektoren.

Mit dem Bau der Mauer in Berlin am 13. August 1961 verlor Potsdam zudem seinen direkten Anschluss zur Nachbarstadt (West-)Berlin, während Ost-Berlin nur über ländliche Umwege erreichbar war. Mit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 wurde Potsdam die neue Landeshauptstadt des Landes Brandenburg. Im gleichen Jahr wurden auch weite Teile der Potsdamer Kulturlandschaft in das Welterbe der UNESCO aufgenommen.

Weitere Informationen

Frankfurt am Main (Quelle: Bild von Bruno auf Pixabay)

Die Finanzmetropole Frankfurt am Main

Eine Freie Reichsstadt bezeichnete im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation jene Stadtgemeinden, die direkt dem Kaiser und keinem Reichsfürsten unterstanden. Basierend auf dem Status der Reichsunmittelbarkeit genossen diese Städte eine innere Autonomie. Zudem besaßen eine eigene Gerichtsbarkeit, zu der auch die Blutgerichtsbarkeit gehörte. Die Reichsstädte entstanden aus Stadtgründungen, die von den Staufern im 12. und 13. Jahrhundert vorgenommen wurden oder schon zuvor im Besitz der Könige und Kaiser waren. Nach dem Interregnum im Jahre 1273 erhielten die freien Reichsstädte einen neuen verfassungsmäßigen Status und damit auch Sitz und Stimme im Reichstag. Nach 1489 waren sie zudem im Reichsstädtekollegium zusammengeschlossen.

"In einer Stadt wie Frankfurt befindet man sich in einer wunderlichen Lage, immer sich kreuzende Fremde deuten nach allen Weltgegenden hin und erwecken Reiselust."

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Schriftsteller, Dichter und Naturforscher

Frankfurt am Main wurde im Jahre 1245 zur unmittelbaren Reichsstadt erhoben, was ihren herausgehobenen Charakter nochmals unterstrich. Bereits im Ostfränkischen Reich wurde es "Principalis sedes regni orientalis" genannt: Es war wiederholt Aufenthaltsort der Kaiser und Könige, die hier mehrfach Reichstage und Kirchenversammlungen abhielten. Die Goldene Bulle bestätigte Frankfurt als ständige Wahlstadt der römisch-deutschen Könige; zwischen 1562 und 1792 wurden hier zudem die Krönungen vorgenommen. 

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 fiel Frankfurt zwar zunächst unter fremde Herrschaft; der Wiener Kongress beschloss am 8. Juni 1815 jedoch die Wiederherstellung der Freien Stadt Frankfurt innerhalb des Deutschen Bundes. Erst am 2. Oktober 1866 wurde es von Preußen annektiert und dem Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau unterstellt.

Kurzinfo: Die Frankfurter Nationalversammlung

Zu Beginn der 1840er-Jahre führten wirtschaftliche Krisen, Massenarmut und die allgemeine politische Unzufriedenheit zu gesellschaftlichen Spannungen, die sich schließlich in den Jahren 1848/49 in einer revolutionären Welle mündeten und mehrere Staaten in Europa erfasste. Mit den europäischen Revolutionen wurden die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungen weiter entwickelt, die mit der Französischen Revolution (1789-1799) und der Industriellen Revolution begonnen hatten.

In den deutschen Fürstentümern nahm die Revolution der Jahre1848/49 ihren Anfang im Großherzogtum Baden (Badische Revolution 1848/49). Binnen weniger Wochen griff sie auch auf die anderen Staaten des Deutschen Bundes (1815-1866) über. Von Mai 1848 bis Mai 1849 wurde die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche zum verfassungsgebenden Gremium der Deutschen Revolution. Am 29. März 1849 verabschiedeten die Mitglieder der Nationalversammlung die Frankfurter Reichsverfassung, die zwar in den meisten deutschen Staaten angenommen wurde. Die großen deutschen Einzelstaaten Preußen, Bayern und Hannover lehnten die Annahme der "Verfassung des deutschen Reiches" jedoch ab. In Österreich hatte zudem die oktroyierte Verfassung erlassen. #

In den folgenden Wochen legten die Abgeordneten der Nationalversammlung ihre Mandate nieder. Zudem traten Preußen und Österreich traten der Revolution nun mit offener Gewalt entgegen. Die Reichsverfassungskampagne war ebenfalls gescheitert.

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Wirtschaftlich und finanziell legte Frankfurt während dieser Zeit den Grundstein für seinen heutigen Ruf als Finanz- und Messestadt. Bereits am 11. Juli 1240 gewährte Kaiser Friedrich II. (1211/12-1250) das Messeprivileg: Demnach durfte jeder Bürger und Fremde frei seine Waren anbieten; die Messebesucher genossen Geleit- und Gerichtsschutz.

Dieses Privileg galt zunächst für die Frankfurter Herbstmesse; am 25. April 1330 gewährte Kaiser Ludwig IV. (1314-1347) der Stadt eine Frühjahrsmesse, auf der allerdings ausschließlich Wintererzeugnisse wie Wolle oder Wein angeboten wurden. Im Jahre 1485 entstand auch die Frankfurter Buchmesse; sie trug dazu bei, dass Frankfurt schon bald den Ruf eines Zentrums des deutschen und europäischen Buchdrucks inne hatte.

Im Rahmen der Buchmesse werden seit 1950 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und seit 1956 der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Der Friedenspreis gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Landes. Mit ihm wird eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt, die auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. 

Der Friedenspreis wird vom Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Überreicht wird er am Ende der Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche. Zu den Preisträgern des Friedenspreises gehören unter anderem Albert Schweitzer (1875-1965), Carl-Friedrich von Weizäcker (1912-2007), die Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962), Max Frisch (1911-1991), Astrid Lindgren (1907-2002) und Václav Havel (1936-2011) oder Jürgen Habermas (geb. 1929) und Yehudi Menuhin (1916-1999).

Die Wurzeln der Frankfurter Buchmesse reichen bis ins Jahr 1485 zurück - sie trug dazu bei, dass Frankfurt schon bald den Ruf eines Zentrums des deutschen und europäischen Buchdrucks inne hatte. Heute gilt die größte deutsche Buchmesse gleichzeitig als größte Medien- und Buchmesse der Welt. 2023 verzeichnete sie etwa 103.000 Fachbesucher aus 130 Ländern und rund 110.000 Leser. Zudem waren mehr als 4.000 Ausstellende aus 95 Ländern auf der Messe 2023 präsent.

Die Buchmesse dient zudem als Fachmesse vor allem Verlegern, Agenten, Buchhändlern, Bibliothekaren, Wissenschaftlern, und anderen Anbietern als Plattform, um ihr Angebot vorzustellen und Geschäfte abzuschließen. Seit 1988 hat die Messe zudem ein Gastland oder eine Gastregion, die einen Schwerpunkt bilden und ein besonderes Rahmenprogramm veranstalten. Für 2024 ist Italien mit seiner Literatur als Ehrengast vorgesehen.

Seit 2005 wird zu Beginn der Buchmesse zudem der Deutsche Buchpreis (dpb) vergeben, der ebenfalls vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen wird. Mit ihm soll der "beste Roman in deutscher Sprache" gekürt werden. Die Titel dürfen von Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingereicht werden. Eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt, wählt zunächst 20 Titel für eine Longlist aus - später wird die Auswahl auf eine Shortlist verkürzt. Der Sieger wird traditionell am Vorabend der Buchmesse bekannt gegeben. 

Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert, die Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Buchpreis hat zudem eine hohe Publikumsresonanz - so schaffen es die Sieger in der Regel in die Bestsellerlisten. Der Jugendliteraturpreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für herausragende, anspruchsvolle Werke der internationalen Kinder- und Jugendliteratur verliehen. Er wird in den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch vergeben und jeweils mit 8.000 Euro dotiert. Hinzu kommt ein mit 10.000 Euro dotierter Sonderpreis.

Die Frankfurter Messe hat sich als Knotenpunkt für die Fernhandelsbeziehungen zu allen bedeutenden Handelszentren Europas. Durch den internationalen Handel kursierten somit viele unterschiedliche Währungen, für die es jedoch keine Wechselkurse gab. Am 9. September 1585 einigten sich die Frankfurter Messekaufleute erstmals auf Wechselkurse sowie auf Regeln für deren Handel - womit die Frankfurter Börse gegründet war. Mit der Ausweitung der Handelsgeschäfte ging somit auch die Entwicklung von Geld- und Kreditgeschäften einher.

Heute zählt die Frankfurter Wertpapierbörse zu den größten Börsen der Welt. Der Deutsche Aktienindex (DAX) gilt als wichtigster deutscher Aktienindex, der die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten an der Börse gelisteten Unternehmen widerspiegelt. Als wichtiges Stimmungsindikator für den DAX gilt dabei der Volatilitätsindex VDax: als Barometer der Anleger gibt er die Intensität der zu erwartenden Schwankungen der Aktienkurse an. Ist die Schwankungsbreite besonders groß, sprechen die Fachleute auf dem Börsenparkett daher auch von hoher Volatilität.

Weitere wichtige Aktienindizes sind der MDAX mit 50 mittelständischen Unternehmen aus den vorwiegend klassischen Branchen, der SDAX mit 50 kleineren Unternehmen, der TecDAX mit 30 der 35 wichtigsten Technologiewerte sowie der ÖkoDAX mit zehn Werten ausschließlich aus den Erneuerbaren Energien. Zudem erfasst der CDAX die Aktien aller Unternehmen, die derzeit an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind.

Daneben betreibt die Deutsche Börse AG auch den weltweit größten Marktplatz für Derivate - die Eurex. Im Februar 2011 wurden konkrete Verhandlungen über eine Fusion der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext bestätigt. Im Falle eine erfolgreichen Fusion wäre mit der neuen Megabörse die weltweite Nummer eins der Handelsplatz-Betreiber entstanden. Der Global Player hätte demnach etliche Handelsplätze auf zwei Kontinenten gesteuert: neben dem Stammgeschäft der NYSE an der Wall Street würden zudem auch die Handelsplätze in Amsterdam, Paris, Brüssel und Lissabon sowie die Londoner Terminbörse Liffe dazugehören. Am 1. Februar 2012 untersagte die EU-Kommission jedoch die geplante Börsenfusion.

Zudem gilt Frankfurt als führender Finanzplatz in Deutschland und als eines der wichtigsten Finanzzentren weltweit. Derzeit sind etwa 66.100 Menschen bei Frankfurter Kreditinstituten beschäftigt. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch Deutsche Bundesbank haben ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Aktuell haben 280 Banken und Kreditinstitute ihren Sitz in der Mainmetropole.

Äppelwoi: Das "Frankfurter Nationalgetränk"

Ein Apfelwein wird ohne Zugabe von Wasser und Zucker aus mehreren Apfelsorten gekeltert und vergoren. Wie "naturtrüb" der Apfelwein ist, hängt davon ab, wie viele Klärstoffe sich durch die Zugabe saurer Früchte bilden. In Hessen ist das Getränk auch als Äppelwoi, Schoppen oder Äppler. Gleich nach dem Pressen der frischen Äpfel entsteht alkoholfreier "Süßer", dann der trübe "Rauscher" und schließlich der typische, herb-saure Apfelwein mit fünf bis sieben Prozent Alkohol.

Bekannt war das Produkt zwar schon bei den Griechen und Römern. Allerdings wurde der Apfelwein erst wesentlich später zum hessischen Nationalgetränk: Eine Kälteperiode und Schädlingsbefall beendeten den Weinanbau im 16. Jahrhundert in der Region um Frankfurt. Dabei war Apfelwein schon damals vor allem als Weinersatz für die breite Bevölkerung bekannt. Die erste Schankerlaubnis für das "Stöffche" wurde in Frankfurt im Jahr 1754 erteilt. Wer eine solche Erlaubnis besaß, der hängte einen Fichtenkranz mit Apfel in der Mitte vor seine Wirtschaft. Auch heute gilt noch, "Wo's Kränzche hängt, wird ausgeschenkt".

Lokalkolorit spürt man in Frankfurt vor allem in traditionellen Apfelweinwirtschaften im Stadtteil Sachsenhausen südlich des Mains. Dort wird Apfelwein im typischen Glasbecher mit Rautenmuster, dem "Gerippten", serviert und im blaugrauen Keramikkrug, dem "Bembel". Apfelwein gibt es pur oder süß und sauer gespritzt, wahlweise mit einem Schuss Limo oder Mineralwasser. Im Winter wird eine heiße Variante mit Zimt und Nelken angeboten. 2022 wurde die Apfelweinkultur in Hessen auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Flughafen Frankfurt am Main (Quelle: Bild von Mr_Worker auf Pixabay)

Flughafen Frankfurt: Internationales Drehkreuz für den Flugverkehr 

Der Verkehrsflughafen Frankfurt am Main ist der mit Abstand größte deutsche Flughafen und zugleich eines der weltweit bedeutendsten Luftfahrt-Drehkreuze. So nutzten 2022 rund 48,923 Millionen Passagiere den Flughafen (382.211 Flugbewegungen). Auch bei der Luftfracht ist der Frankfurter Flughafen das wichtigste Drehkreuz in Deutschland. Mit großem Abstand folgen die Flughäfen Köln/Bonn und Leipzig/Halle. Zudem ist der Flughafen ein eigenständiger Stadtteil Frankfurts mit einer eigenen Infrastruktur.

Dazu zählen ein Krankenhaus, Gotteshäuser aller Weltreligionen, mehrere Restaurants und Hotels sowie eine vollautomatische Hochbahn. Mit etwa 70.000 Arbeitsplätzen ist der Rhein-Main-Flughafen der größte Arbeitgeber Deutschlands. Seinen Ursprung hat er im 1912 eröffneten "Luftschiffhafen am Rebstock". Betreibergesellschaft des Flughafens ist die im Jahre 1947 gegründete Fraport AG. Sie beschäftigt derzeit rund 19.211 Menschen und gehört mehrheitlich dem Land Hessen mit 31,1 Prozent sowie der Stadt Frankfurt mit 20,0 Prozent. Der Rest entfällt auf Streubesitz - darunter die Deutsche Lufthansa AG mit einem Anteil von 8,44 Prozent

Im Jahr 2022 verbuchte die Fraport AG einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Mit dem eigentlichen Luftverkehrsgeschäft wirft sie hingegen kaum noch einen Gewinn ab. Die wirklichen Gewinnbringer für die Betreibergesellschaft sind die internationalen Beteiligungen und Dienstleistungen sowie die Vermietung der Park- und Einzelhandelsflächen oder die Vermarktung von Immobilien.

Zu den Hotspots des internationalen Luftfrachtverkehrs gehört auch die 1996 eröffnete Cargo-City Süd. Während Lufthansa Cargo im Norden ihr Geschäft abwickelt, sind auf der ehemaligen US-Airbase mehr 200 Speditionen, Airlines und andere Dienstleister auf einer Fläche von 98 Hektar angesiedelt. Einige Firmen haben per Erbrecht ihre Gebäude auf dem Flughafengelände errichtet und zahlen Pacht für ihre Grundstücke an die Fraport. Derzeit arbeiten rund 10.000 Menschen in den Frachtbereichen des Frankfurter Flughafens.

Mit dem Fernbahnhof wurde 1999 der größte Flughafenbahnhof Deutschlands eröffnet. Er wird täglich von mehr als 23.000 Reisenden genutzt; zudem halten hier täglich 210 Fernzüge, davon 185 ICEs. Neben dem Bahnhof Limburg Süd ist er außerdem der einzige reine Fernbahnhof der Deutschen Bahn AG. Seit 2002 ist er auch Teil der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main. Er ergänzt den heutigen Regionalbahnhof, der bereits am 14. März 1972 als nach zweiter Flughafenbahnhof nach Berlin-Schönefeld eröffnet wurde. Zwischen 1982 und 1993 wurde der Bahnhof zudem vom Lufthansa-Airport-Express angefahren - er diente als Ersatz für Kurzstreckenflüge auf den Verbindungen von Düsseldorf und Stuttgart zum Flughafen.

Neben dem Frankfurter Flughafen diente der Flughafen Frankfurt-Hahn als weiteres Luftfahrtkreuz, um diesen dauerhaft zu entlasten. Die französische Besatzungsmacht baute ihn nach 1951 zunächst als Militärflugplatz im Hunsrück aus. Nach 1993 wirf der Flughafen im Rahmen der Konversion als ziviler Flughafen genutzt. Mittlerweile ist er der fünftgrößte Frachtflughafen Deutschlands. Im Passagierverkehr wird er von Billig-Airlines genutzt. Für die irische Fluggesellschaft Rynair war der Flughafen Frankfurt-Hahn sogar das wichtigste europäische Drehkreuz nach London-Standsted. Die Betreibergesellschaft des regionalen Flughafens ist die TRIWO Hahn Airport GmbH.

In Frankfurt am Main hat neben Condor auch die Lufthansa ihre Heimatbasis. Die größte deutsche Airline wurde 1926 gegründet und zählt heute zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Mit 354 Maschinen fliegt sie rund 310 nationale und internationale Ziele an. Sie ist Initiatorin und Gründungsmitglied der Star Alliance - mit derzeit 26 Fluggesellschaften, 4.657 Maschinen und 641,10 Millionen Passagieren die größte Luftfahrtallianz der Welt. Zu den zahlreichen Tochtergesellschaften und Subunternehmen gehören unter anderem die Swiss - die Nachfolgegesellschaft der Swissair - und die Austrian Airlines. Seit 1993 betreibt die Lufthansa das Vielfliegerprogramm Miles & More.

Zu den Tochtergesellschaften der Lufthansa gehört auch die Lufthansa CityLine. Sie führt in deren Auftrag unter dem Namen Lufthansa Regional die innerdeutschen und europäischen Ziele durch. Die größte deutsche Frachtfluggesellschaft ist die Lufthansa-Tochter Lufthansa Cargo mit einem Streckennetz von etwa 300 Zielen auf fünf Kontinenten. Sie beschäftigt derzeit rund 4.085 Mitarbeiter und leistet einen großen Teil ihres Frachtgeschäfts über den Rhein-Main-Flughafen ab.

Relevante Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

  • Das Wahrzeichen der Stadt Frankfurt am Main ist der Römerberg. Als Zentrum der Altstadt stand er bereits im 16. Jahrhundert in dem Ruf, der schönste Platz des Heiligen Römischen Reiches zu sein. Anfang des 15. Jahrhunderts erwarb der Rat der Stadt drei ehemalige Patrizierhäuser und ließ diese gemeinsam mit acht anderen Fachwerkhäusern zum Rathaus ausbauen. Heute haben im Frankfurter Römer die Stadtverordnetenversammlung, der Oberbürgermeister und verschiedener Ämter ihren Sitz. Im Mittelbau ist zudem der Kaisersaal untergebracht. An seinen Wänden sind die Bildnisse von 52 Kaisern zu sehen - angefangen von Kaiser Karl dem Großen (768-814) bis Kaiser Franz II. (1792-1806). Wie in der Vergangenheit wird der Römerberg auch heute noch als zentraler Versammlungsort genutzt. Neben Theateraufführungen, Musik- und Volksfesten findet hier zudem auch einer der ältesten, schönsten und mit 240 Ständen auch größten Weihnachtsmärkte Deutschlands statt.
  • Der Kaiserdom St. Bartholomäus wurde bereits 852 in der Karolingerzeit gegründet - bis 1419 war er die einzige Pfarrkirche Frankfurts. Ab 1562 war er Schauplatz von insgesamt zehn Kaiserkrönungen des Heiligen Römischen Reiches. Nach einem Großbrand am 14. August 1867 wurde grundlegend im Stil der Neugotik restauriert. Heute ist der Dom noch immer das größte Gotteshaus der Mainmetropole.
    Einer der zentralen Plätze ist die Hauptwache. Sie ist gleichzeitig auch das Zentrum des städtischen Nahverkehrs und Ausgangspunkt der Zeil - eine der ältesten Hauptstraßen Frankfurts. Die einstige Wachstube spielte einst eine bedeutende Rolle als Gefängnis, in dem unter anderem auch der "Schinderhannes" (1779-1803) einsaß. Seit 1904 ist dort ein Café untergebracht.
  • Die Alte Oper als Repräsentationsbau der Gründerzeit wurde am 20. Oktober 1880 feierlich eingeweiht. Nachdem sie während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) zerstört wurde, entbrannte eine jahrelange Diskussion darüber, ob "Deutschlands schönste Ruine" im Originalzustand wieder aufgebaut oder abgerissen werden sollte. Nach der Wiederöffnung am 28. August 1981 entwickelte sich die Alte Oper zu einem Konzert- und Kongresszentrum, in dem heute etwa 600 Konzerte jährlich stattfinden.
    Sie ist das nationale Symbol für Freiheit und Demokratie in Deutschland schlechthin - die Paulskirche. Der ursprüngliche Emporenbau wurde zwischen 1789 und 1833) errichtet und diente 1848/49 als Tagungsort der ersten frei gewählten deutschen Nationalversammlung. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1947 wieder aufgebaut. Allerdings dient sie heute nicht mehr geistigen Zwecken. Hier werden jährlich der "Goethepreis" und der "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" verliehen.
  • Die Katharinenkirche an der Hauptwache - von Melchior Heßler (1619-1690) erbaut - war ein ehemaliges Jungfrauenkloster und Spital. Nach der Reformation wurde sie 1526 eine evangelische Pfarrkirche umgewandelt. Von 1678 bis 1681 war sie die protestantische Hauptkirche Frankfurts. Heute ist sie größte evangelische Kirche Frankfurts sowie eine von acht Dotationskirchen. Diese sind seit 1802 Eigentum der Stadt Frankfurt, die auch zu deren Unterhalt verpflichtet ist.
  • Die Alte Nikolaikirche wurde erstmals am 24. September 1264 urkundlich erwähnt und diente zunächst als Pfalzkapelle. Sie könnte auch der Ort von Königswahlen sowie von Reichs- und Hoftagen gewesen sein. Später wurde sie als Ratskirche genutzt. Heute ist sie die einzige protestantische Kirche in Frankfurt, die 365 Tage im Jahr ganztags geöffnet ist.
  • Einer der bedeutendsten Museumsstandorte in Deutschland und einer der wichtigsten in Europa ist das Museumsufer im Stadtteil Sachsenhausen. Besonders unter Kunstkennern genießt Frankfurt wegen der Vielfalt und Qualität der dortigen Museen einen guten Ruf. Der frühere Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (1925-2018) ließ die Museumslandschaft vor allem zwischen 1980 und 1990 anlegen. Etwa ein Dutzend Museen sind heute dort angesiedelt - teils in prächtigen Patriziervillen. Einige Museen sind in Neubauten untergebracht, die von bekannten Architekten entworfen wurden, darunter Oswald Mathias Ungers (1926-2007) oder Günter Behnisch (1922-2010). Ebenfalls zur Frankfurter "Museumsmeile" gehören aber auch die Museen am Nordufer des Mains wie das Jüdische Museum.
  • Das Goethe-Haus bestand ursprünglich aus zwei gotischen Häusern, die Goethes Vater 1755/56 zu einem Haus umbauen ließ. Nach der Zerstörung im Bombenkrieg der Alliierten brannte es zunächst 1944 nieder. Seit dem Wiederaufbau 1949 gibt es interessanten Einblick über das Leben zur Zeit des Dichterfürsten. Auch wenn die Einrichtung nicht mehr dem Original entspricht, sind die meisten Gegenstände zumindest zeitgenössisch gehalten. Im Goethe-Museum befindet sich zudem die einzige Gemälde-Galerie, die sich nur der Goethe-Zeit widmet.
  • Im Jahre 1868 gründeten Frankfurter Bürger den Palmengarten. Den Grundstock bildete damals die herzoglich-nassauische Sammlung tropischer Pflanzen. Seit 1931 ist die Stadt Frankfurt am Main der Träger des Palmengartens. Als dessen Schöpfer gilt der Gartenarchitekt und Gärtner Heinrich Siesmayer (1817-1900). Mit 29 Hektar Freilandanlagen und 10.000 Quadratmetern Schauhausfläche gehört der Palmengarten zu den meistbesuchten in ganz Europa sowie zu den größten botanischen Gärten der Welt.
  • Der Frankfurter Zoo wurde 1858 als zweiter Tiergarten in Deutschland gegründet. Mit seinem Exotarium, den Vogelhallen, dem Nachttier- und dem Grzimek-Haus gehört er heute zu den bedeutendsten Zoos in Europa.
  • Das Naturmuseum Senckenberg beherbergt eine der größten und bedeutendsten naturgeschichtlichen Sammlungen Europas. Auf mehr als 6.000 Quadratmetern können die Besucher zahlreiche Exponate zur Entstehung der Erde und zur Erdgeschichte betrachten. Auch fossile Lebewesen - vom Einzeller bis zum ersten Säugetier - werden hier ausgestellt. Absoluter Höhepunkt ist vor allem die Dinosaurierausstellung mit ihren Nachbildungen und Originalskeletten.
  • Die Schirn-Kunsthalle wurde im Februar 1986 als größte Kunsthalle Frankfurts eröffnet. Sie ist heute eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands und Europas. Auf rund 2.000 Quadratmetern Fläche bietet die Ausstellungshalle ein vielfältiges Programm für ein breites Publikum. Seit 1986 wurden über 100 große Ausstellungen realisiert. Dazu zählen unter anderem Überblicksausstellungen zum Wiener Jugendstil, Dada, Expressionismus und Surrealismus oder Retrospektiven über Wassily Kandinsky (1866-1944) oder Marc Chagall (1887-1985).
  • Die Dippemess findet zweimal jährlich jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Ursprünglich war sie eine Verkaufsveranstaltung für Töpfe ("Dippe") und wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Mittlerweile ist die sie ein großer High-Tech-Vergnügungspark. Die Frühjahrs-Dippemess ist inzwischen auch die zweitgrößte Vergnügungsveranstaltung Deutschlands nach dem Oktoberfest in München.
  • Das Mainfest ist eines der ältesten Feste Frankfurts. Seinen Ursprung hat es in der Weihe der Dreikönigskirche am 23. Juli 1340. Heute ist es ein klassisches Volksfest und das einzige Innenstadt-Volksfest nach Schaustellerart. Traditioneller Höhepunkt ist das Fischerstechen.
  • Jedes Jahr im August veranstaltet die Stadt Frankfurt das Museumsuferfest. An zweieinhalb Tagen präsentieren sich zu beiden Seiten des Mainufers alle Frankfurter Museen mit ihren Projekten und Dauerausstellungen. Auch viele Künstler und Handwerker bieten ihre Werke zum Verkauf an oder lassen sich bei der Arbeit zuschauen. Daneben bieten viele ausländische Kulturvereine Liebhabern der internationalen Küche besondere kulinarische Leckerbissen.
  • Ebenfalls eine feste Institution im Kulturleben ist auch die "Nacht der Museen". Eine ganze Nacht lang - 19 bis 3 Uhr - stehen weit über 40 Museen und Ausstellungen in Frankfurt und Offenbach ganz im Zeichen von Ausstellungen, Performances, Lesungen, Workshops, Tanz und Musik.

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Kurzinfo: Die Stadt Frankfurt (Oder)

In Deutschland gibt es immerhin gleich zwei Städte mit dem Namen "Frankfurt". Neben der Mainmetropole handelt es sich bei Frankfurt (Oder) um eine kreisfreie Stadt im Osten von Brandenburg. Zudem ist sie ein Grenzort zu Polen ("Oder-Neiße-Linie"). Die polnische Nachbarstadt Słubice entstand 1945 aus dem früheren Frankfurter Stadtteil "Dammvorstadt". 

Mit der Gründung der Europa-Universität Viadrina im Juli 1991 hat Frankfurt (Oder) auch den Status einer Universitätsstadt. Seit 1999 trägt sie auch die Zusatzbezeichnung "Kleiststadt" - nach ihrem berühmten Sohn Heinrich von Kleist. Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach wurde Frankfurt (Oder) am 12. Juli 1253 gegründet und erhielt im gleichen Jahr die Stadtrechte verliehen.

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Stadt Köln (Quelle: Bild von Gerd Rohs auf Pixabay)

Katholizismus und Karneval: Die rheinische Metropole Köln

Köln - das ist nicht nur Dom, Kölsch und Karneval. Die Rheinmetropole ist auch für ihre offene und tolerante Lebensart bekannt. Sie ist ein Schmelztiegel verschiedenster ethnischer Gruppen, die der Stadt zudem auch einen kosmopolitischen Charakter verleihen. Als moderne Großstadt blickt Köln jedoch auch auf eine lange Geschichte zurück - immerhin liegen die Ursprünge der ältesten deutschen Großstadt bereits in vorchristlicher Zeit.

Seit dem Mittelalter ist die größte Stadt am Rhein das Ziel für Millionen von Pilgern, Touristen und Geschäftsleuten. Daher verwundert es auch nicht, dass sich die Domstadt im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden Kunst- und Kulturmetropole, einer Einkaufs-, Vergnügungs-, Business- und Sportzentrale sowie zu einem bedeutenden Messe- und Medienplatz entwickelt hat.

Karneval und Katholizismus

Ein wesentlicher Bestandteil des Kölner Kulturlebens ist der Karneval. Die "fünfte Jahreszeit" beginnt am 11. November um 11.11 Uhr auf dem Alten Markt. Höhepunkt und Ende der Session ist der Straßen- und Kneipenkarneval, der Donnerstags mit der Weiberfastnacht beginnt und mit der Nubbelverbrennung am Aschermittwoch endet. Offizieller Höhepunkt ist jedoch am Rosenmontag der Kölner Rosenmontagszug - dem größten Karnevalsumzug Deutschlands.

Typischer Narrenruf ist seit dem 19. Jahrhundert der ursprüngliche Trinkspruch "Kölle Alaaf". Die obersten Repräsentanten des Karnevals sind seit 1870 das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Die darstellenden Personen wechseln dabei jährlich. Koordiniert wird der offizielle Karneval vom Festkomitee Kölner Karneval. Daneben hat sich in den letzten Jahren jedoch auch ein alternativer Karneval entwickelt: So gibt es seit 1984 die sogenannte "Stunksitzung" und seit 1991 den "Geisterzug" am Karnevalsamstag.

Während der Karnevalstage hängt zudem in vielen Kölner Kneipen der "Nubbel" - eine selbst gebastelte Puppe aus Stoff oder Stroh. In der Nacht zum Aschermittwoch wird sie um Mitternacht heruntergeholt und auf der Straße verbrannt. Mit der Verbrennung büßt der Nubbel damit stellvertretend für alle im Karneval begangenen Sünden. So gehört es zur Zeremonie, die Verfehlungen der Anwesenden explizit vorzulesen, wobei der Nubbel praktisch als Sündenbück dient und die Kölner ihr Gewissen erleichtern können. Während die Karnevalstradition im Rheinland tief ins Mittelalter oder sogar in heidnische Zeiten zurückreicht, wurde die Nubbel-Verbrennung erst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren populär - vor allem in den Studentenkneipen.

"An Köln gefiel mir schon immer einfach alles."

Willy Millowitsch (1909-1999), deutscher Schauspieler, Regisseur und Sänger

Für die Stadt Köln ist der Karneval zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Hotels der Stadt sind gut belegt und für die Gaststätten ist die Session eine Hochzeit. Durch die Bekanntheit und das Medieninteresse ist der Kölner Karneval auch bei Sponsoren beliebt. So werden die Fahrzeuge von Automobilkonzernen und einzelnen Autohändlern für die Umzüge gestellt. Bedingt durch die große Medienbekanntheit sind die Kölner Künstler und ihre Hits auch außerhalb der Karnevalssession sehr gefragt. Neben Düsseldorf und Mainz gehört der Kölner Karneval außerdem zu den traditionellen Hochburgen der rheinischen Fastnacht.

Gewöhnlich findet der Karneval ausschließlich nur in katholischen Regionen statt, um die Fastenzeit vor dem Osterfest einzuläuten. Wie ein Großteil des Rheinlandes ist auch Köln katholisch geprägt. So reichen die Wurzeln des Erzbistums Köln vermutlich bis ins Jahr 313 zurück, womit es zu den ältesten Bistümern in Deutschland zählt. Seit etwa 795 tragen die Bischöfe den Titel eines Erzbischofs. Bis 1802 gehörte das Erzbistum zu den geistlichen Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dabei bildete Kurköln nicht nur den weltlichen Herrschaftsbereich der Kölner Fürstbischöfe; es war auch eines der ursprünglich sieben Kurfürstentümer.

"Köln steht und fällt mit dem Dom."

Joachim Meisner (1933-2017), deutscher Theologe und Kardinal der der römisch-katholischen Kirche,
Erzbischof von Köln und Metropolit der Kirchenprovinz Köln (1989-2014)

Heute umfasst die römisch-katholische Diözese das westliche Nordrhein-Westfalen und das nördliche Rheinland-Pfalz. Mit etwa 1,738 Millionen Katholiken (Stand: 31. Dezember 2022) ist sie zudem das größte Bistum im deutschsprachigen Raum. Zudem bildet das Erzbistum mit den Suffraganbistümern Aachen, Essen, LimburgMünster und Trier die Kirchenprovinz Köln mit dem Kölner Erzbischof als Metropolit.

Das wichtigste Identifikationsmerkmal der Kölner Katholiken ist der Kölner Dom, der im Jahre 1880 fertig gestellt wurde. Mit einer Höhe von 157,38 Metern ist er zudem das zweitgrößte Kirchengebäude Europas sowie der drittgrößte Sakralbau der Welt. Zudem ist er einer der weltgrößten Kathedralen im gotischen Baustil. Seit 1996 gehört der Kölner Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eine wichtige Wallfahrtsstätte ist für Pilger ist der Schrein der Heiligen Drei Könige. Erzbischof Rainald von Dassel (1159-1167) ließ die Reliquien am 11. Juli 1164 als Geschenk von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) an seinen Reichserzkanzler von Mailand nach Köln überführen.

Kölsch - das Kölner Nationalgetränk

Die Stadt Köln beruft sich heute auf eine alte Brautradition, die angeblich bereits ins Jahr 873 zurück geht. Die mit Abstand wohl bekannteste Biersorte ist natürlich das "Kölsch": Dabei handelt es sich um ein helles, gefiltertes, hopfenbetontes und obergäriges Vollbier mit einer durchschnittlichen Stammwürze von 11,3 Prozent. Der durchschnittliche Alkoholgehalt liegt bei etwa 4,8 Prozent. Welches Bier als "Kölsch" bezeichnet werden darf, regelt die sogenannte "Kölsch-Konvention" vom 24. Juni 1985. Zudem wird das Kölsch nach dem Reinheitsgebot gebraut. 

Von ehemals über 100 verschiedenen Kölschmarken existieren heute nur noch 26 Kölsch-Brauereien. So produzieren heute einige Großbrauereien jeweils mehrere Sorten; hinzu kommen noch kleinere Brauhäuser, die überwiegend ihre jeweiligen speziellen Sorten brauen und teilweise auch in angeschlossenen Gasthäusern vermarkten. Traditionell wird Kölsch aus einem schlanken, zylindrischen, relativ dünnwandigen Glas mit einem Inhalt von 0,2 Liter getrunken, ortsüblich als Kölschglas oder Stange bezeichnet. Das geringe Fassungsvermögen geht noch auf frühere Schankgewohnheiten zurück.

Kölnisch-Wasser - für den guten Duft

Das Echt Kölnisch Wasser - auch bekannt als "Original Eau de Cologne" - ist die Bezeichnung für ein typisches Kölner Parfüm. Diese Herkunftsbezeichnung ist heute beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen und gilt somit als geschützter Markenname. Erfunden wurde das Echt Kölnisch Wasser 1709 vom italienischen Parfümeur Johann Maria Farina (1685–1766). Heute ist die Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz GmbH die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt. Ihr Symbol ist eine rote Tulpe. Farina war lange Zeit ein privilegierter Lieferant für viele europäische Fürstenhöfe und Persönlichkeiten.

Napoleon Bonaparte (1769-1821) soll Farina Kölnisch Wasser als einziges Parfüm benutzt haben. Weitere bedeutende Kunden waren Kaiserin Maria Theresia von Österreich (1740-1780), Königin Victoria von Großbritannien (1837-1901), Kaiser Wilhelm II. von Deutschland (1888-1918), König Ludwig II. von Bayern (1864-1886), Bundeskanzler Konrad Adenauer (1878-1967), der Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), oder die Schauspielerinnen Marlene Dietrich (1901-1992) und Romy Schneider (1938-1982). Eine ebenfalls sehr bekannte Marke von Kölnisch-Wasser ist zudem 4711.

"Köln ist nicht perfekt, aber vollkommen, es ist vollkommen Köln."

Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

Tünnes und Schäl - Kölsche Originale

Die legendären Figuren Tünnes und Schälentstammen dem Hänneschen-Puppentheater und zählen heute zu den typischen Kölschen Originalen. Der Name Tünnes ist die rheinische Form für Antonius; er wird dabei als knollennasiger und rustikaler Typ dargestellt mit einer gewissen Bauernschläue. Schäl hingegen wird als schlitzohrig, listig und sogar hinterhältig dargestellt. Er bezieht sich einerseits auf das Schielen seines Protagonisten und andererseits als Ausdruck der kölschen Mundart für "falsch" oder "schlecht". Bei dem Duo handelt es sich um Figuren, die es in der Realität nie gegeben hat. Nach Meinung vieler Kölner weisen sie jedoch zahlreiche Eigenarten der Bewohner der Stadt. Durch den hohen Bekanntheitsgrad auch außerhalb des Puppentheaters erzählt man sich nicht nur in Köln heute eine Vielzahl von "Tünnes-und-Schäl"-Witzen.

Wappen der Stadt Köln (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Relevante Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

  • Der Kölner Dom ist das Wahrzeichen und der Mittelpunkt der Stadt. In dessen unmittelbarer Nähe liegen der Hauptbahnhof, die größten Museen und das große Einkaufsviertel. Die fünfschiffige gotische Basilika mit dem Weihenamen St. Peter und Maria ist heute mit 157 Metern Höhe die zweithöchste Kirche nach dem Ulmer Münster und die dritthöchste Kirche weltweit. Zudem gilt der Dom heute als größte gotische Kathedrale überhaupt. Bereits am 15. August 1248 wurde mit dem Bau des Domes begonnen und mit Unterbrechungen schließlich am 15. Oktober 1880 eingeweiht. Er bietet etwa 20.000 Menschen Platz, die Baukosten betragen nach heutigem Wert etwa zehn Milliarden Euro. Das spätmittelalterliche Chorgestühl ist mit 104 Sitzplätzen derzeit das größte seiner Art in Deutschland. Im Jahre 1996 wurde der Dom zudem als eines der europäischen Meisterwerke gotischer Architektur eingestuft und zum Weltkulturerbe erklärt. Heute dient der Dom nicht nur als Bischofs-, Kapitel- und Wallfahrtskirche - er ist auch das zentrale Gotteshaus Kölns. Weitere besondere Sehenswürdigkeiten: der Schrein der Heiligen Drei Könige und das Gerokreuz - das älteste noch erhaltene Großkruzifix in Europa nördlich der Alpen.
  • Die dreischiffige romanische Basilika Groß Sankt Martin wurde im Laufe des 13. Jahrhunderts errichtet und ist eine der insgesamt zwölf romanischen Kirchen Kölns. Bis zur Vollendung des Kölner Doms war sie bis ins 19. Jahrhundert hinein die Hauptattraktion der Rheinmetropole. Besonders sehenswert sind die Kreuzigungs-und Grablegungsgruppe sowie das Dreikönigstriptychon.
  • Auf den Fundamenten eines römischen Tempels der Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva wurde im 11. Jahrhundert die Kirche Sankt Maria im Kapitol erbaut. Ihr Grundriss leitet sich von der Geburtskirche in Bethlehem ab - initiiert wurde der Bau von der Benediktiner-Äbtissin Ida.
  • Die romanische Basilika Sankt Gereon gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen spätantiker Baukunst. Bestimmendes Element ist ein ovales Dekagon (Zehneck), das in seiner Art nördlich der Alpen einzigartig ist. Sie ist zudem nach der Hagia Sophia in Istanbul und der Kathedrale in Florenz der drittgrößte Kuppelbau weltweit.
  • Als kleinste der romanischen Kirchen Kölns entstand Sankt Maria Lyskirchen im 13. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie jedoch bereits im Jahre 948. Der Name Lyskirchen (ursprünglich Lysolf) geht auf ein Kölner Patriziergeschlecht zurück. Sie ist zudem die einzige Kirche Kölns, deren historische Gewölbefresken großenteils noch erhalten sind. Im Unterschied zu den anderen elf romanischen Kirchen blieb sie im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört.
  • Die Kölner Synagoge im Stadtteil Neustadt-Süd ist das Zentrum des jüdischen kulturellen und religiösen Lebens in der Domstadt. Internationale Beachtung fand sie durch den Besuch Papst Benedikts XVI. am 19. August 2005 - es war der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhauptes in einer deutschen Synagoge. Nach deren Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1938 wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und 1959 eröffnet. Die jüdische Gemeinde ist heute die älteste nördlich der Alpen. Sie bestand bereits 321 zu Zeiten Kaiser Konstantins I. des Großen.
  • Der Gürzenich ist eine Festhalle im Stadtzentrum von Köln. Benannt ist sie nach der Familie Gürzenich, auf deren Gelände das Gebäude steht. Es wurde zwischen 1441 und 1447 erbaut und hatte von Anfang an die Funktion eines städtischen Festhauses für verschiedene Veranstaltungen. Einerseits diente es für der Stadt für den Empfang von Ehrengästen, andererseits den Adligen und hohen Bürgern für private Festlichkeiten. Selbst Krönungsfeiern und ein Reichstag wurden schon im Gürzenich abgehalten. Lediglich im 17. Jahrhundert diente er vorübergehend als Kaufhaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude fast vollständig zerstört und 1955 wieder aufgebaut. Heute dient der Gürzenich als "gute Stube Kölns" ausschließlich wieder für Veranstaltungen. Überregional bekannt wurde er vor allem durch die Sitzungen der Kölner Karnevalsvereine.
  • Die Hohenzollernbrücke wurde zwischen 1907 und 1911 erbaut und ist heute eine der Hauptverbindungen zwischen den beiden Rheinufern. Die üppigen Portale der Brücke wurden vom Berliner Architekten Franz Schwechten (1841-1924) im neoromanischen Stil erbaut. Die Rampen werden von vier Reiterstandbildern der preußischen Könige und deutschen Kaiser aus der Hohenzollern-Familie flankiert. Es sind die Statuen von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1840-1861), Kaiser Wilhelm I. (1871-1888), Kaiser Friedrich III. (1888) und Kaiser Wilhelm II. (1888-1918). Sie stehen als Sinnbild für die Zeit der preußischen Herrschaft in der Rheinprovinz. Seit 1945 ist die Brücke nur für den Fußgänger- und Eisenbahnverkehr freigegeben.
  • Im Römisch-Germanischen Museum gibt es Einblicke in die römische Epoche Kölns. Das Museum wurde 1974 fertiggestellt und beherbergt reichhaltige archäologische Funde aus der römischen und merowingischen Epoche der Domstadt. Glanzpunkte sind die weltweit größte Sammlung römischer Gläser sowie eine herausragende Kollektion römischen und frühmittelalterlichen Schmucks.
  • Das Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud ist eine der großen klassischen Gemälde-Galerien Deutschlands. Sie beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Malerei und wurde bereits 1851 vom Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz (1796-1861) gegründet. Damit ist das Museum das älteste Museum Kölns und zugleich eines der frühesten bürgerlichen Museen Deutschlands. Namensgeber ist der Kölner Gelehrte Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824), dessen Hinterlassenschaft den Kern der Sammlung bildet.
  • Das Kölnische Stadtmuseum bietet einen Einblick in die Geschichte, die Wirtschaft, das Geistes- und Alltagsleben der Stadt Köln und seiner Bewohner. Dabei werden die Besucher mit ebenso typischen Kölner Phänomenen wie Klüngel, Kölsch, Karneval oder Kölnisch Wasser bekannt gemacht wie mit dem Otto-Motor von Ford.
  • Der Kölner Karneval gehört zur Stadt wie der Dom oder der Rhein. Die fünfte Jahreszeit beginnt alljährlich am 11. November um 11.11 Uhr. Den eigentlichen Höhepunkt bildet der Straßenkarneval mit dem Rosenmontagszug. Daneben gibt es zahlreiche Umzüge in nahezu allen Stadtteilen sowie den "Schull- und Veedelzög" am Karnevalssonntag. Zudem hat sich seit den achtziger Jahren auch ein alternativer Karneval entwickelt. Darunter fallen alle Veranstaltungen, welche durch das Festkommittee oder die angeschlossenen Vereinen organisiert werden.
  • Die Kölner Lichter sind ein alljährliches Musik- und Feuerwerks-Event nach dem Vorbild von "Rhein in Flammen" und finden seit 2001 statt. Höhepunkt sind zahlreiche Feuerwerke, die an verschiedenen Punkten gezündet werden. Das Hauptfeuerwerk beginnt gewöhnlich gegen 23.30 Uhr - das Besondere daran: die Synchronität zur Musik, passend zu Takt und Stimmung.
  • Die Art Cologne ist die älteste Messe der Welt für moderne und zeitgenössische Kunst; zugleich ist sie die wichtigste Messe ihrer Art in Deutschland. Sie wurde 1967 ins Leben gerufen und findet in der Koelnmesse in Köln-Deutz statt. Allein 2022 präsentierten rund 190 nationale wie internationale Galerien und Händler aus 26 Ländern die aktuelle Kunstszene von der klassischen Moderne sowie der Nachkriegskunst bis zu wichtigen zeitgenössischen Positionen. Zudem wurden rund 43.000 Messebesucher gezählt. Mit der Cologne Fine Art & Antiques ist außerdem seit 2006 eine der bedeutendsten Kunstmessen für Alte und Moderne Kunst sowie Angewandte Kunst und Design in der Domstadt angesiedelt.

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