Fußball-Rückblick: Meine Saisonbilanz 2025/26

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Die Saison 2025/26 hatte sportlich keine großen Überraschungen zu bieten. Mit dem FC Bayern München hat sowohl bei den Damen wie auch den Herren erwartungsgemäß die deutsche Meisterschaft fix gemacht. Die Art und Weise, wie der FCB bei den Herren den Titel fix gemacht hat, war indes besonders imponierend. Der 1. FC Union Berlin fand hingegen mit einer ganz anderen Entscheidung seinen Platz in den Geschichtsbüchern. Und in der Schweiz schrieb ein kleiner Verein ein Fußballmärchen.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Text wird bis Ende Mai 2026 kontinuierlich ergänzt und aktualisiert. (Stand: 10.05.2026)

Der FCB bleibt weiterhin Spitze

Keine Überraschungen gab es erwartungsgemäß im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Bereits am 30. Spieltag holte sich der FC Bayern München die nunmehr 35. deutsche Meisterschaft. Dabei sorgte der deutsche Rekordmeister gleich für zwei neue Rekorde: Seit 66 Spieltagen in Folge steht der FCB nun saisonübergreifend an der Tabellenspitze der Bundesliga. Bei der Gelegenheit stellten die Münchner gleich noch ihren eigenen Torrekord aus der Saison 1971/72 (101 Tore) ein.

Ähnlich erfolgreich haben auch die Damen des FCB in der zurückliegenden Saison performt. Bereits am 23. Spieltag hat sich das Team um den spanischen Trainer José Barcala ungeschlagen die vierte Meisterschaft in Folge gesichert. Dabei ist auch das zweite Double in der Vereinsgeschichte möglich. In der UEFA Women's Champions League schieden die Bayern-Frauen erst im Halbfinale gegen den favorisierten FC Barcelona aus. Dennoch zeigten sich die FCB-Verantwortlichen weitgehend zufrieden mit der Leistung im Camp Nou. Die Lernkurve soll das Frauen-Team jedenfalls weiter voranbringen.

"Wir fahren erhobenen Hauptes nach München zurück. Wir haben der besten Mannschaft der Welt ein starkes Spiel geboten, in der Champions League viele weitere Sympathiepunkte gesammelt und gezeigt, dass sich der FC Bayern mehr und mehr in der internationalen Spitze etabliert."

Herbert Hainer Präsident des FC Bayern München (seit 2019)

Dabei überwog zu Beginn noch die Skepsis gegenüber Bayern-Trainer Vincent Kompany, der vielen Experten eher als eine Notlösung galt. Die Zahlen sprechen indes eine andere Sprache: In bislang 108 Spielen gelangen seiner Mannschaft 81 Siege bei 15 Unentschieden und zwölf Niederlagen (Stand: 6. Mai 2026). Damit hat Kompany als Coach bislang 75 Prozent seiner Pflichtspiele gewonnen - ganz zu schweigen vom Rekordstart in der Bundesliga mit zwölf Siegen in Folge und mehr als 100 erzielten Toren. Die geplatzten Abwerbeversuche von Florian Wirtz und Nick Woltemade dürfte der alte und neue deutsche Meister damit ebenfalls verschmerzen können. Eher im Gegenteil: Mit dem 18-jährigen Lennart Karl hat der FCB ein neues Fußball-Juwel im Kader, dessen Marktwert mittlerweile auf rund 60 Millionen Euro beziffert wird.

Union Berlin schreibt Geschichte

Für einen historischen Meilenstein der anderen Art sorgte hingegen der 1. FC Union Berlin: Nach der Trennung von Steffen Baumgart im April 2026 wurde Marie-Louise Eta - wenn auch nur interimsweise - zur ersten Cheftrainerin eines Fußball-Bundesligisten ernannt. Was in Zeiten der Gleichberechtigung eigentlich mittlerweile normal sein sollte, dass die sportliche Qualifikation und nicht das Geschlecht zählt, ist es in der Männer-Domäne Fußball (noch) immer nicht. Hass und Sexismus gegen den Verein und Eta sind daher auch in diesem Fall leider nicht ausgeblieben. Sicher ist jedenfalls: Eta wird auch in Zukunft den "Eisernern" als Cheftrainerin erhalten bleiben. Zur kommenden Saison 2026/27 soll sie die Frauenmannschaft der Köpenicker übernehmen.

Schalke 04 ist wieder erstklassig

Drei Jahre war der FC Schalke 04 "nur" zweitklassig. Mit einem knappen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf machten die Knappen bereits drei Spieltage vor Schluss die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus perfekt. Trotz aller Schalker Freude mehren sich auch die Zweifel, ob der aktuelle Kader überhaupt für den Klassenerhalt in der kommenden Saison ausreicht. Vor allem die finanzielle Situation bereitet dem Verein - wieder einmal - große Sorgen. So beziffert sich der Schuldenstand noch immer auf rund 116,4 Millionen Euro (Stand: 31.12.2025). Dazu kommt ein negatives Eigenkapital von 96,6 Millionen Euro. Die Folge: Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen hat zwar die Lizenz für die Bundesliga unter der Auflage erhalten, im Sommer 2026 ein Transferplus von zwei Millionen Euro zu erzielen. Ansonsten droht ein möglicher Punkteabzug.

Juristische Schlammschlacht um Stefan Kuntz

Pünktlich zum Jahresanfang sorgte die Personalie um Stefan Kuntz für mediales Aufsehen. Kurz vor dem Jahreswechsel gab der Hamburger SV die Trennung von seinem Sportvorstand bekannt. Ursprünglich hieß es, dass er aus "privaten familiären Gründen" ausgeschieden sei. Die Bild am Sonntag berichtete allerdings schon Januar 2026 von "Vorwürfen wegen eines schwerwiegenden Fehlverhaltens". Demnach soll Kuntz angeblich mehrere Mitarbeiterinnen des HSV sexuell belästigt haben. Der ehemalige Fußballspieler bestreitet die Vorwürfe. 

Bereits Mitte Februar 2026 entschied das Landgericht Hamburg, dass das Boulevardblatt und andere Springer-Medien nicht länger den Verdacht verbreiten dürfen, dass Kuntz Frauen belästigt habe. In einer einstweiligen Verfügung der Pressekammer hieß es: "Die angegriffenen Berichterstattungen verletzen den Antragsteller in dessen allgemeinem Persönlichkeitsrecht". Zudem handele es sich dabei um "unzulässige Verdachtsberichterstattungen". Nach Ansicht des Gerichts basiere die Berichterstattung lediglich auf Hörensagen. Der Verlag selbst hatte Widerspruch dagegen eingelegt. Solange die Vorwürfe jedenfalls nicht eindeutig bewiesen sind, gilt für Kuntz die Unschuldsvermutung.

Eine Nachfolgerin für Kuntz der HSV schließlich nach rund vier Monaten gefunden: Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) soll Kathleen Krüger neue Sportvorständin beim Bundesligisten aus der Freien und Hansestadt werden. Die ehemalige Profispielerin beim FC Bayern München rückte 2009 ins Management beim deutschen Rekordmeister auf. Seit 1. Juli 2024 leitet Krüger als Senior Leading Expert Sport Strategy & Development eine Stabsstelle im Vorstandsbereich Sport bei der FC Bayern München AG.

Anfang Mai 2026 berichtete das Hamburger Abendblatt schließlich, dass sich Kathleen Krüger und der HSV auf einen Vierjahresvertrag geeinigt haben. Demnach soll sie ihre Arbeit in der Hansestadt offiziell am 1. Juli 2026 aufnehmen. Gemeinsam mit Vorstand Eric Huwer soll sie sich künftig um die strategische Entwicklung des Klubs kümmern. Ihr bisheriger Arbeitsgeber habe sie dabei vorzeitig aus ihrem Vertrag entlassen ohne dass dabei eine Ablösesumme fällig werde.

Trainer-Fehlgriff bei der Frankfurter Eintracht

In der Mainmetropole hatten die Verantwortlichen der SG Eintracht Frankfurt in den zurückliegenden Monaten ganz andere Sorgen. Im Januar 2026 hatte sich die "launische Diva vom Main" von ihrem bisherigen Cheftrainer Dino Toppmöller wegen einer sportlichen Negativentwicklung entlassen. In einer offiziellen Mitteilung des Vereins hieß es, dass man die sportlichen Ziele durch eine "rückläufige Entwicklung" gefährdet sehe. Als Nachfolger wurde schließlich Alberto Riera als neuer Coach verpflichtet. Der eigenwillige Spanier hatte zuvor den slowenischen Erstligisten NK Celje trainiert, mit dem er 2025 den nationalen Pokal gewonnen hatte. Die sportlichen Erfolge blieben allerdings weitgehend aus. Vielmehr sorgte Riera mit großspurigen Ankündigungen und seiner Außendarstellung für extreme Irritationen.

"Ich werde ihnen morgen sagen: 'Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt."

Alberto Riera, Trainer der SG Eintracht Frankfurt (seit 2026) bei seiner ersten Pressekonferenz am 3. Februar 2026

Dabei verteidigte SGE-Sportvorstand Markus Krösche den Trainer anfangs noch als "polarisierenden und authentischen" Typen. "Natürlich ist er bei der einen oder anderen Aussage nicht glücklich gewesen oder auch mal falsch interpretiert worden. Aber am Ende ist es seine erste Trainerstation in der Bundesliga, und dann gehört das auch mal dazu, dass man eine Lernphase hat", erklärte Krösche. Kurz vor Saisonende scheint diese Phase allerdings vorzeitig zu Ende zu gehen.

Mehreren Medienberichten zufolge steht Riera wieder vor dem Aus. Nicht nur, dass seine sportliche Bilanz schlechter ausfällt als die seines Vorgängers. Vielmehr besteht auch die Gefahr, dass die Eintracht erstmals seit 2020 die Qualifikation für einen europäischen Vereinswettbewerb verpasst. Eine offizielle Bestätigung des Vereins über Rieras Aus gibt es zwar (noch) nicht. Laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) gelte als nahezu ausgeschlossen, dass der Mallorquiner die Eintracht in die nächste Saison führt.

Sandro Wagner "vergaloppiert" sich in Augsburg

Für Trainer-Novize Sandro Wagner war bei seiner ersten Station als Chefcoach in der Bundesliga war bereits nach den ersten zwölf Spieltagen wieder Feierabend. Nach zehn Punkten aus den ersten zwölf Ligaspielen - drei Siege sowie ein Unentschieden und acht Niederlagen - zog der FC Augsburg im Dezember 2025 vorzeitig die Reißleine. Darunter fallen auch die höchste Heimniederlage in der Bundesliga-Geschichte (0:6 gegen RB Leipzig) und das Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Dabei war vor allem ein Satz hängen geblieben, der Wagner später noch um die Ohren fliegen sollte: "Ich sehe nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern. Ich sehe uns auf keiner Position im ganzen Verein von der Qualität her weniger gut aufgestellt."

"Ich hätte die Zeit gerne schöner beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass das wieder ein wichtiger Erfahrungswert für mich war". ließ er Ende April 2026 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) durchblicken. Eine Lehre sei, dass er sein Image als ohnehin polarisierender und meinungsstarker Mensch nicht noch weiter befördern dürfe. "Es gab schon ein, zwei Aussagen von mir, bei denen ich mich ein Stück weit vergaloppiert habe. Oder wo einfach noch ein Halbsatz gefehlt hat", sagte Wagner. Wann er wieder einen neuen Job antreten wird, ließ Wagner offen. Angebote habe es bereits gegeben. Wenn ein passendes Projekt komme, werde er wieder loslegen.

Schnellste Trainerentlassung in Leverkusen

Einen neuen Bundesliga-Rekord für die schnellste Trainerentlassung stellte indes Bayer 04 Leverkusen zu Beginn der Saison auf. Als Nachfolger von Meistertrainer Xabi Alonso wurde Erik ten Haag bereits nach zwei Bundesliga-Spieltagen mit einer Niederlage und einem Unentschieden am 1. September 2025 entlassen. "Eine Trennung zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ist schmerzhaft, aber sie war aus unserer Sicht notwendig", hieß es in einer Mitteilung. So hätten die Wochen zu Saisonbeginn "gezeigt, dass der Aufbau einer neuen und erfolgreichen Mannschaft in dieser Besetzung nicht zielführend gestaltet werden kann".

Beim gefeuerten Coach traf die Entscheidung - wenig überraschend - auf wenig Verständnis. "Ich habe das Gefühl, dass dies nie eine Beziehung war, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhte", ließ ten Haag über seine Berateragentur kommunizieren. "Jede Saison, die ich als Trainer zu Ende bringen konnte, war für mich ein Erfolg. Vereine, die mir ihr Vertrauen schenkten, wurden mit Erfolgen und Titeln belohnt", erklärte er weiter.

Sein Nachfolger Kasper Hjulmand hat zwar einige Monate länger im Amt überlebt. Ob der dänische Coach allerdings auch nächste Saison wieder bei der Werkself an der Seite stehen wird. Nach Bayer 04 Leverkusen ihr wichtigstes Saisonziel - die sportliche Qualifikation für die UEFA Champions League - verpasst hat, scheint Hjulmands Aus als Bayer-Trainer wohl längst eine beschlossene Sache zu sein.

Mittelfristig sieht sich die Werkself dennoch auf Kurs: "Wir wollen wieder angreifen, und das werden wir auch. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Sommer das Fundament einer neuen Titelmannschaft gelegt haben", betonte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes Anfang Oktober 2025 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Zwar hätten sich durch den Image-Gewinn mit Meistertrainer Alonso "natürlich die Maßstäbe verschoben". Dennoch betonte Rolfes: "Wir können uns keine Titelmannschaft zusammenkaufen, wir müssen sie entwickeln - also gibt es Zyklen. Unsere jetzige Qualität ist trotzdem hoch: Wir haben Spieler bekommen, die wir vor fünf Jahren nicht hätten verpflichten können".

Champions League-Debüt wird zum Debakel

In der UEFA Champions League dürfte das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atlético Madrid und Tottenham Hotspur seinen Platz in den Annalen der Fußballgeschichte eingehen. Für Antonín Kinský, den tschechischen Ersatztorhüter der Spurs, endete das Debüt in der europäischen Königsklasse bereits nach 17 Minuten. Gleich zwei Patzer zu Beginn der Partie ebnete er den Weg für den deutlichen Auswärtssieg der Madrilenen. Spurs-Trainer Igor Tudor betonte nach dem Spiel: "Ich bin seit 15 Jahren Trainer und habe so etwas noch nie gemacht. Es war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen."

Dabei sorgte die frühe Auswechslung auch für deutliche Kritik. So fand der ehemalige dänische Torhüter Peter Schmeichel beim US-Sender CBS deutliche Worte: "Er wechselt ihn aus. Das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. An diesen Moment wird sich jeder im Fußball für immer erinnern, sobald er seinen Namen hört. [...] Er hat seine Karriere komplett ruiniert. Das wird einiges brauchen, um darüber hinwegzukommen." Der frühere englische Nationaltorhüter Joe Hart kommentierte bei Sky Sports: "Ich habe versucht, mir einen Reim darauf zu machen, und mein generelles Gefühl ist, dass mir das Herz absolut für den Jungen gebrochen ist".

Torreiches CL-Halbfinale wird zu einer "Ode an den Fußball"

Einen Platz in den Geschichtsbüchern hat auch das Halbfinal-Hinspiel zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain gefunden. In einem torreichen Tor-Spektakel trennten sich die beiden Giganten am Ende mit einem 5:4 zugunsten des Titelverteidigers aus Frankreich. Dementsprechend ließ das Rekordspiel die Fußball-Welt staunend zurück. "Ich habe noch nie eine solche Intensität, ein solches Tempo und ein solches physisches Niveau gesehen. Wir müssen allen gratulieren", sagte PSG-Trainer Luis Enrique nach dem Spiel.

"Wir haben heute den Sieg verdient, wir haben ein Unentschieden verdient und wir haben die Niederlage verdient. Es war ein fantastisches Spiel."

Luis Enrique, Trainer von Paris Saint-Germain (seit 2023)

Auch die internationale Presse blickte staunend auf das vorgezogene Endspiel. "Der Schock kippt ins Irrationale", schrieb die französische Zeitung L'Équipe. "Eine Ode an den Fußball, die zugunsten von PSG ausging", ergänzte die spanische Zeitung AS. Und die Corriere della Sport schrieb: "Eines der spektakulärsten Champions-League-Spiele der Geschichte". Kritik kam aber von der englischen Stürmer-Legende Wayne Rooney: "Die Defensive von beiden Mannschaften war wirklich schlecht". So könne er "nicht verstehen, sei es als Spieler oder Trainer, wie man heute in die Kabine gehen kann, nachdem man vier oder fünf Tore kassiert hat, und damit glücklich ist". 

Der frühere niederländischer Fußball-Star Clarence Seedorf monierte: "Es muss eine Balance geben. Stell dir vor, du hast fünf Tore gegen eines der besten Teams der Welt geschossen und du wirst zu Hause sitzen und dir das Finale anschauen – weil du zu offen warst und zu viele einfache Chancen zugelassen hast. Das wird niederschmetternd sein". PSG-Trainer Enrique reagierte eher lapidar auf die Kritik: "Es ist wie im Leben, es gibt überall Meinungen. Und ich denke, dass es nicht wichtig ist, alle Meinungen zu respektieren. Denn wenn es eine beschissene Meinung ist, muss man die nicht respektieren".

Am Ende musste der deutsche Rekordmeister seinen Traum vom Champions League-Finale in Budapest dennoch begraben. Im Rückspiel in der heimischen Allianz Arena kam der FC Bayern nicht über ein Unentschieden hinaus. Am 30. Mai 2026 trifft der Titelverteidiger auf den FC Arsenal, der sich erstmals seit 20 Jahren wieder für ein Endspiel in der europäischen Königsklasse qualifizieren konnte. 

"Wir haben letztes Jahr was gelernt, wir müssen dieses Jahr wieder was daraus lernen, und dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen."

Maximilian ("Max") Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München (seit 2024)

Die Bayern selbst geben sich trotz aller Enttäuschung wieder angriffslustig. "Wir werden uns vorbereiten und sehen, dass wir noch stärker sind. Wir haben schon Fortschritte gemacht diese Saison - müssen wir nochmal machen", sagte FCB-Trainer Vincent Kompany nach dem Halbfinal-Aus. Und Mannschaftskapitän Joshua Kimmich glaube nicht, dass sie das Aus "vom Weg abbringen wird". Vielmehr habe er "das Gefühl, dass man mit dieser Mannschaft die Champions League noch gewinnen kann".

SC Freiburg erreicht erstmals ein europäisches Finale

Was dem deutschen Rekordmeister in der europäischen Königsklasse verwehrt blieb, gelang indes dem SC Freiburg in der UEFA Europa League. Im Halbfinale drehten die Badener einen Hinspiel-Rückstand gegen den portugiesischen Erstligisten Sporting Braga und stehen damit erstmals in der Vereinsgeschichte im Endspiel eines europäischen Vereinswettbewerbs. Am 20. Mai 2026 geht es in Istanbul gegen Aston Villa unter dem spanischen Trainer Unai Emery. Im Falle eines Erfolges wäre es für den Basken der fünfte Titelgewinn in der UEFA Europa League.

FC Thun schreibt Schweizer Fußballgeschichte

In der Schweiz hat indessen der FC Thun ein neues Kapitel in der Fußballgeschichte der Eidgenossenschaft geschrieben. Erstmals in der Vereinsgeschichte sicherte sich der Klub aus der Zentralschweiz die Meisterschaft - und das als Aufsteiger. Vor seinem Aufstieg 2025 hatte der FC Thun fünf Jahre in der Zweitklassigkeit verbracht. Auch abseits des Platzes hatte der Verein in den letzten Jahrzehnten eher für Negativschlagzeilen gesorgt. So waren 2007 einige Spieler in einen Sexskandal verwickelt, 2016 stand der Verein fast vor dem Konkurs.

Dementsprechend fällt auch der mediale Widerhall aus. "Vom Skandal-Klub zur Sensation", titelte Sport 1. "Das weckt Erinnerungen an den 1. FC Kaiserslautern. Als Aufsteiger stürmt der FC Thun zum Meistertitel in der Schweiz - auch wenn am Ende die Nerven flattern", schrieb die Süddeutsche Zeitung (SZ). Und bei der Bild hieß es: "Was für ein Fußball-Wunder in der Schweiz! Der FC Thun ist Meister - und schreibt damit eine der unglaublichsten Geschichten des europäischen Fußballs. Thun feiert die erste Trophäe in seiner 128-jährigen Vereinsgeschichte. Die Meisterschaft holt der Verein als Aufsteiger!"

Quelle: Manu Thiele auf Youtube

Norwegisches Fußballmärchen in der Europas Königsklasse

Für Schlagzeilen der ganz anderen Art sorgte indes der norwegische Verein FK Bodø/Glimt in der Königsklasse. Als krasser Außenseiter in die Saison gestartet, entwickelte sich der Klub aus dem Norden des skandinavischen Landes fast zu einem Favoritenschreck. So qualifizierten sich die Nordmänner mit einem überraschenden 3:1-Erfolg über Manchester City nicht nur für die Play-offs. Mit gleich zwei Siegen warfen die Norweger sogar den Vorjahres-Finalisten Inter Mailand aus dem Wettbewerb. Im Achtelfinale war aber schließlich Endstation gegen den portugiesischen Meister Sporting Lissabon

Quelle: ZDF Sportstudio auf Youtube

Skandalfinale bei der Afrikameisterschaft

Wenig märchenhaft endete hingegen zu Beginn des Jahres die Afrikameisterschaft. Im Finale siegte der Senegal zwar mit einem 1:0 in der 94. Spielminute gegen den Gastgeber Marokko. Der eigentliche Skandal war allerdings die Art und Weise, wie dieses Ergebnis zustande gekommen. Nach einem Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit hatten die senegalesischen Spieler vorübergehend den Platz verlassen.

Bereits vor dem Spiel hatte der Fußballverband FSF schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren erhoben und sprach von "großer Besorgnis hinsichtlich mehrerer Missstände". Zudem sprach der Verband von einer "Benachteiligung" bei der Ticket-Vergabe für das Endspiel sowie von "mangelnden Sicherheitsvorkehrungen" im Vorfeld des Spiels. Den ultimativen Höhepunkt setzte jedoch der afrikanische Fußballverband CAF. 58 Tage nach dem Finale entschied der Kontinentalverband, dem Senegal den Titel abzuerkennen und das Endspiel mit 3:0 zugunsten Marokkos zu werten.

Ob die Entscheidung allerdings Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. "Der senegalesische Fußballverband verurteilt diese ungerechte, beispiellose und inakzeptable Entscheidung, die den afrikanischen Fußball in Verruf bringt", hieß es in einer Mitteilung des FSF. Daher werde der Verband  "so bald wie möglich Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einlegen". Verbandschef Seydou Sow bezeichnete die Entscheidung im staatlichen Rundfunk RTS als eine "Schande für Afrika".

Neben den senegalesischen Medien blickten auch die europäischen Kommentatoren kritisch auf die Entscheidung. Die französische Zeitung L’Équipe nannte die Entscheidung einen "Donnerschlag". Die spanische Marca sprach vom "Chaos des Jahrhunderts" und betont, dass der Afrika Cup 2025 wegen einer Büroentscheidung und nicht wegen sportlicher Momente in Erinnerung bleiben werde.

Abschied von großen Fußball-Legenden

Auch in diesem Jahr musste sich der internationale Fußball wieder von einigen Legenden verabschieden. Im Februar 2026 starb der frühere Fußballtrainer Sepp Piontek nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren. In seiner aktiven Karriere er zwölf Jahre für  den SV Werder Bremen tätig. Dabei stand Piontek vor allem für Zuverlässigkeit, knallharte Defensive und Kontinuität. Mit den einstigen Werder-Legenden Horst-Dieter Höttges, Max Lorenz, Arnold ("Pico") Schütz und Helmut Jagielski war er ein Teil jener "Beton-Abwehr", mit der die Norddeutschen 1965 die deutsche Meisterschaft gewannen.

"Mir fällt niemand ein, der den dänischen Nationalfußball und damit die dänische Gesellschaft insgesamt stärker geprägt hat als Sepp Piontek."

Morten Bruun, ehemaliger dänischer Fußballspieler und -trainer

Als Trainer machte sich Piontek vor allem als Nationaltrainer von Dänemark einen Namen. Unter seiner Ägide qualifizierten sich das skandinavische Team erstmals für eine Europameisterschaft und eine Weltmeisterschaft. Als Vater des "Danish Dynamite" erlangte Piontek einen Kultstatus. Bereits 1984 wurde er "Däne des Jahres" aufgenommen. 2011 wurde Piontek schließlich als erster Ausländer in die Hall of Fame des dänischen Fußballs aufgenommen.

Zu Beginn der 2000er-Jahre gehörte der ehemalige Torhüter Georg Koch zu den beliebtesten Spielern Deutschlands. Viele Titel hatte er in seiner Karriere zwar nicht gewonnen. Seine sportlichen Leistungen ließ vor allem seine menschliche Seite so manches Fan-Herz höher schlagen. Darüber hinaus war Koch aber auch aufrichtiger, hilfsbereiter Mensch bekannt. "Er war unheimlich fürsorglich, hatte eine hohe Empathie", betonte Markus Anfang, Trainer bei Fortuna DüsseldorfIm April 2023 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. In einem emotionalen Interview mit Sport1 machte er schließlich im September 2024 seine unheilbare Erkrankung öffentlich. Am 4. März 2026 erlag Koch seinem Krebsleiden.

Statistiken zur Saison 2024/25

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Veröffentlicht am 08.05.2026
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