Fußball-Rückblick: Meine Saisonbilanz 2025/26

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Die Saison 2025/26 hatte sportlich keine großen Überraschungen zu bieten. Mit dem FC Bayern München hat sowohl bei den Damen wie auch den Herren erwartungsgemäß die deutsche Meisterschaft fix gemacht. Die Art und Weise, wie der FCB bei den Herren den Titel fix gemacht hat, war indes besonders imponierend. Der 1. FC Union Berlin fand hingegen mit einer ganz anderen Entscheidung seinen Platz in den Geschichtsbüchern. Und in der Schweiz schrieb ein kleiner Verein ein Fußballmärchen.

Der FCB bleibt weiterhin Spitze

Keine Überraschungen gab es erwartungsgemäß im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Bereits am 30. Spieltag holte sich der FC Bayern München die nunmehr 35. deutsche Meisterschaft. Dabei sorgte der deutsche Rekordmeister gleich für zwei neue Rekorde: Seit 66 Spieltagen in Folge steht der FCB nun saisonübergreifend an der Tabellenspitze der Bundesliga. Bei der Gelegenheit stellten die Münchner gleich noch ihren eigenen Torrekord aus der Saison 1971/72 (101 Tore) ein. An Pfingsten wurde die Saison schließlich mit dem Gewinn des DFB-Pokals gekrönt. Es ist bereits das 14. Double des deutschen Rekordmeisters und -pokalsiegers.

Ähnlich erfolgreich haben auch die Damen des FCB in der zurückliegenden Saison performt. Bereits am 23. Spieltag hat sich das Team um den spanischen Trainer José Barcala ungeschlagen die vierte Meisterschaft in Folge gesichert. Dabei ist auch das zweite Double in der Vereinsgeschichte möglich. In der UEFA Women's Champions League schieden die Bayern-Frauen erst im Halbfinale gegen den favorisierten FC Barcelona aus. Dennoch zeigten sich die FCB-Verantwortlichen weitgehend zufrieden mit der Leistung im Camp Nou. Die Lernkurve soll das Frauen-Team jedenfalls weiter voranbringen.

"Wir fahren erhobenen Hauptes nach München zurück. Wir haben der besten Mannschaft der Welt ein starkes Spiel geboten, in der Champions League viele weitere Sympathiepunkte gesammelt und gezeigt, dass sich der FC Bayern mehr und mehr in der internationalen Spitze etabliert."

Herbert Hainer Präsident des FC Bayern München (seit 2019)

Dabei überwog zu Beginn noch die Skepsis gegenüber Bayern-Trainer Vincent Kompany, der vielen Experten eher als eine Notlösung galt. Die Zahlen sprechen indes eine andere Sprache: In bislang 108 Spielen gelangen seiner Mannschaft 81 Siege bei 15 Unentschieden und zwölf Niederlagen (Stand: 6. Mai 2026). Damit hat Kompany als Coach bislang 75 Prozent seiner Pflichtspiele gewonnen - ganz zu schweigen vom Rekordstart in der Bundesliga mit zwölf Siegen in Folge und mehr als 100 erzielten Toren. Die geplatzten Abwerbeversuche von Florian Wirtz und Nick Woltemade dürfte der alte und neue deutsche Meister damit ebenfalls verschmerzen können. Eher im Gegenteil: Mit dem 18-jährigen Lennart Karl hat der FCB ein neues Fußball-Juwel im Kader, dessen Marktwert mittlerweile auf rund 60 Millionen Euro beziffert wird.

Union Berlin schreibt Geschichte

Für einen historischen Meilenstein der anderen Art sorgte hingegen der 1. FC Union Berlin: Nach der Trennung von Steffen Baumgart im April 2026 wurde Marie-Louise Eta - wenn auch nur interimsweise - zur ersten Cheftrainerin eines Fußball-Bundesligisten ernannt. Was in Zeiten der Gleichberechtigung eigentlich mittlerweile normal sein sollte, dass die sportliche Qualifikation und nicht das Geschlecht zählt, ist es in der Männer-Domäne Fußball (noch) immer nicht. Hass und Sexismus gegen den Verein und Eta sind daher auch in diesem Fall leider nicht ausgeblieben. Sicher ist jedenfalls: Eta wird auch in Zukunft den "Eisernern" als Cheftrainerin erhalten bleiben. Zur Saison 2026/27 wird sie die Frauenmannschaft von Union übernehmen.

Schalke 04 ist wieder erstklassig

Drei Jahre war der FC Schalke 04 "nur" zweitklassig. Mit einem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf machten die Knappen bereits drei Spieltage vor Schluss die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus perfekt. Trotz aller Schalker Freude mehren sich auch die Zweifel, ob der Kader überhaupt für den Klassenerhalt in der kommenden Saison ausreicht. Vor allem die finanzielle Situation bereitet dem Verein - wieder einmal - große Sorgen. So beziffert sich der Schuldenstand noch immer auf rund 116,4 Millionen Euro (Stand: 31.12.2025). Dazu kommt ein negatives Eigenkapital von 96,6 Millionen Euro. Die Folge: Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen hat zwar die Lizenz für die Bundesliga unter der Auflage erhalten, im Sommer 2026 ein Transferplus von zwei Millionen Euro zu erzielen. Ansonsten droht ein möglicher Punkteabzug.

Aufstiegsmärchen im Saarland

Neben den Knappen ist in der kommenden Saison auch ein saarländisches Dorf mit rund 7.500 Einwohnern erstmals im Oberhaus spielberechtigt. Erstmals in seiner Vereinsgeschichte spielt der SV Elversberg in der Bundesliga. Erstmals seit 33 Jahren ist damit wieder ein Fußballklub aus dem Saarland wieder erstklassig. Mit insgesamt 12.800 Einwohnern wird die Gemeinde Spiesen-Elversberg  damit zum kleinsten Standort der Bundesliga-Geschichte und löst Unterhaching mit seinen 22.000 Einwohnern ab.

"Ein Freund hat mir diese Woche gesagt: Wenn die SVE aufsteigen kann, ist das so, als würde man zum Mond fliegen. Und die Mondlandung haben wir heute geschafft."

Vincent Wagner, Trainer des SV Elversberg (seit 2025)

Ob der Neuling sportlich bundesligatauglich ist, bleibt indes noch abzuwarten. So werden man in der kommenden Spielzeit" brutal reinwachsen“, konstatierte Erfolgstrainer Vincent Wagner bereits vor dem entscheidenden Spiel gegen den Zweitliga-Absteiger SC Preußen Münster. In die Bundesliga reinwachsen müssen neben den Spielern und den Trainern allerdings auch die gesamte Infrastruktur des Vereins.

Ende einer Ära in Essen und Wolfsburg

Trauer herrscht hingegen bei der SGS Essen: Nach mehr 22 Jahren muss der letzte reine Frauenverein in der Bundesliga den bitteren Gang die Zweitklassigkeit antreten. Große Titel hat der Klub in dieser Zeit zwar nicht gewonnen. Dafür genießt die SGS aber den Ruf einer wichtigen Talentschmiede im deutschen Frauenfußball, die zahlreiche Nationalspielerinnen hervor gebracht hat. "Wir schreiben keine roten Zahlen, und wir müssen uns auch bei den Sponsoreneinnahmen nicht verstecken. Aber uns fehlt die Quersubventionierung, die von den großen Klubs aus dem Lizenzbereich der Männer erfolgt", betonte der SGS-Geschäftsführer Florian Zeutschler im Frühjahr 2026.

So wird die Kluft zwischen den reinen Frauenfußball-Vereinen und dem Lizenzvereinen zunehmend größer. Bereits in der kommenden Saison sind mit den beiden Aufsteigern 1. FSV Mainz 05 und VfB Stuttgart erstmals nur noch lizenzierte Klubs in der Frauen-Bundesliga vertreten. Demnach sei der Abstieg der SGS die Folge davon, "dass einfach die Investments der Lizenzvereine solchen Strukturen überlegen sind", sagte DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich. Die Professionalisierung des deutschen Frauenfußballs wird dennoch weitergehen. Bereits im November 2025 hatte der DFB-Bundestag die Gründung eines eigenen Ligaverbandes beschlossen. Das Ziel: Eine professionellere Frauen-Bundesliga und verbesserte Marketing-Chancen des deutschen Frauenfußballs.

Sportlich schwere Zeiten herrschen auch in Niedersachsen. Nach 29 Jahren im Fußball-Oberhaus muss der VfL Wolfsburg erstmals den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dabei waren die Wölfe ursprünglich mit Träumen vom Europapokal und hohen Ambitionen in die Saison gestartet. Nach der Niederlage in der Relegation gegen den SC Paderborn 07 steht der Klub aus der Autostadt aber nun vor einem Scherbenhaufen. Der sportliche Niedergang des VfL hat sich allerdings seit einigen Jahren hinkt der Verein trotz millionenschwerer Unterstützung durch Volkswagen den Erwartungen hinterher. Nun dürfte der Klub wohl vor einem größeren Umbruch stehen.

Neuerlicher Zwangsabstieg für die "Löwen"

Bittere Wochen stehen dem TSV 1860 München bevor. Anfang Juni 2026 haben die "Löwen" wegen fehlender finanzieller Mittel keine Lizenz die kommende Drittliga-Saison erhalten. Damit muss der TSV 1860 zum zweiten Mal nach 2017 den bitteren Gang in die Regionalliga Bayern antreten. Der Grund für den neuerlichen Absturz in die Viertklassigkeit ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage von Investor Hasan Ismaik in Höhe von 2,7 Millionen Euro.

"Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt", erklärte Geschäftsführer Manfred Paula. "Fakt ist, wir sind komplett überrascht worden, dass die Darlehen gekündigt wurden und die ganzen Forderungen dazu. Wir haben verhandelt, aber irgendwann gibt es auch Grenzen", ergänzte 1860-Präsident Gernot Mang.

Der jordanische Investor Ismaik erklärte, dass der eine "große Traurigkeit" empfinde. Sein Ziel sei es, die wiederkehrenden finanziellen Probleme der "Löwen" in den Griff zu bekommen. Außerdem seien auch die sportlichen Ergebnisse des TSV 1860 nicht zufriedenstellend gewesen. Daher sei "die Bereitstellung neuer Mittel mit klaren strukturellen Reformen" verbunden worden. Nun hoffe er, dass die aktuelle Situation der "Ausgangspunkt für eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine bessere Zukunft sein wird."

Diese Hoffnung scheint sich allerdings nicht zu erfüllen. Der TSV 1860 München hat "den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der HAM International Limited aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt." Damit haben die Löwen habeb  nach 15 Jahren die Zusammenarbeit mit Investor Ismaik beendet. Mit Blick auf die kommende Saison "ergreift der TSV 1860 München alle organisatorisch und formalrechtlich erforderlichen Maßnahmen. Dem TSV München von 1860 e.V. liegt bereits die Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes für die Regionalliga Bayern vor."

Juristische Schlammschlacht um Stefan Kuntz

Pünktlich zum Jahresanfang sorgte die Personalie um Stefan Kuntz für mediales Aufsehen. Kurz vor dem Jahreswechsel gab der Hamburger SV die Trennung von seinem Sportvorstand bekannt. Ursprünglich hieß es, dass er aus "privaten familiären Gründen" ausgeschieden sei. Die Bild am Sonntag berichtete allerdings schon Januar 2026 von "Vorwürfen wegen eines schwerwiegenden Fehlverhaltens". Demnach soll Kuntz angeblich mehrere Mitarbeiterinnen des HSV sexuell belästigt haben. Der ehemalige Fußballspieler bestreitet die Vorwürfe. 

Bereits Mitte Februar 2026 entschied das Landgericht Hamburg, dass das Boulevardblatt und andere Springer-Medien nicht länger den Verdacht verbreiten dürfen, dass Kuntz Frauen belästigt habe. In einer einstweiligen Verfügung der Pressekammer hieß es: "Die angegriffenen Berichterstattungen verletzen den Antragsteller in dessen allgemeinem Persönlichkeitsrecht". Zudem handele es sich dabei um "unzulässige Verdachtsberichterstattungen". Nach Ansicht des Gerichts basiere die Berichterstattung lediglich auf Hörensagen. Der Verlag selbst hatte Widerspruch dagegen eingelegt. Solange die Vorwürfe jedenfalls nicht eindeutig bewiesen sind, gilt für Kuntz die Unschuldsvermutung.

Eine Nachfolgerin für Kuntz der HSV wurde schließlich nach rund vier Monaten gefunden: Am 12. Mai 2026 gab der Verein die Verpflichtung von Kathleen Krüger als neue Sportvorständin bekannt. "Mit Kathleen Krüger gewinnt der HSV eine profilierte Persönlichkeit", heißt es in einer Vereinsmitteilung. Die 40-Jährige vereine "sportliche Kompetenz, strategisches Denken und eine hohe Kommunikationsfähigkeit und wird künftig die Gesamtverantwortung für den sportlichen Bereich des HSV tragen". Bereits Anfang Mai 2026 hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) über die Personalie berichtet,

Nach ihrer aktiven Karriere als Profispielerin beim FC Bayern München war Krüger von 2012 bis 2024 als Teammanagerin der Herrenmannschaft des deutschen Rekordmeisters tätig. Am 1. Juli 2024 übernahm sie als Senior Leading Expert Sport Strategy & Development die Leitung der Stabsstelle im Vorstandsbereich Sport bei der FC Bayern München AG. In ihrer neuen Rolle ist Krüger damit die erste Frau im Amt des Sportvorstandes bei einem Fußball-Bundesligisten. Bereits zum Jahresbeginn 2026 hat die Schweizerin Tatjana Haenni bei RB Leipzig die Leitung der Geschäftsführung übernommen.

Trainer-Fehlgriff bei der Frankfurter Eintracht

In der Mainmetropole hatten die Verantwortlichen der SG Eintracht Frankfurt in den zurückliegenden Monaten ganz andere Sorgen. Im Januar 2026 hatte sich die "launische Diva vom Main" von ihrem bisherigen Cheftrainer Dino Toppmöller wegen einer sportlichen Negativentwicklung entlassen. In einer offiziellen Mitteilung des Vereins hieß es, dass man die sportlichen Ziele durch eine "rückläufige Entwicklung" gefährdet sehe. Als Nachfolger wurde schließlich Alberto Riera als neuer Coach verpflichtet. Der eigenwillige Spanier hatte zuvor den slowenischen Erstligisten NK Celje trainiert, mit dem er 2025 den nationalen Pokal gewonnen hatte. Die sportlichen Erfolge blieben allerdings weitgehend aus. Vielmehr sorgte Riera mit großspurigen Ankündigungen und seiner Außendarstellung für extreme Irritationen.

"Ich werde ihnen morgen sagen: 'Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt."

Alberto Riera, Trainer der SG Eintracht Frankfurt (2026) bei seiner ersten Pressekonferenz am 3. Februar 2026

Dabei verteidigte SGE-Sportvorstand Markus Krösche den Trainer anfangs noch als "polarisierenden und authentischen" Typen. "Natürlich ist er bei der einen oder anderen Aussage nicht glücklich gewesen oder auch mal falsch interpretiert worden. Aber am Ende ist es seine erste Trainerstation in der Bundesliga, und dann gehört das auch mal dazu, dass man eine Lernphase hat", erklärte Krösche.

Nach insgesamt 104 Tagen nur 14 Spielen zog die SGE schließlich nach dem letzten Spieltag die Reißleine. "Nach intensiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden", erklärte Krösche in einer Vereinsmitteilung. "Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten", betonte der SGE-Sportvorstand.

Dennoch sei man zu dem Entschluss gekommen, "dass wir zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen möchten". Ende Mai 2026 gab die Eintracht die Verpflichtung von Adi Hütter zum 1. Juli 2026 bekannt. Der Österreicher hatte die SGE bereits von 2018 bis 2021 trainiert. "Adi Hütter steht für mutigen Offensivfußball, Klarheit und Disziplin. Er hat bei seinen Stationen gezeigt, dass er temporeichen Umschaltfußball mit Ballbesitz vereinen kann", kommentierte Eintracht-Sportchef Krösche die Personalie.

"Für mich ist es etwas ganz Besonderes und emotional, wieder Trainer der Eintracht zu sein. [...] Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein. Umso mehr freue ich mich, die Gelegenheit zu haben, diese Aufgabe mit viel Arbeit, Disziplin und einem klaren Fokus angehen zu dürfen."

Adi Hütter, Trainer der SG Eintracht Frankfurt (2018-2021 und seit 2026)

Sandro Wagner "vergaloppiert" sich in Augsburg

Für Trainer-Novize Sandro Wagner war bei seiner ersten Station als Chefcoach in der Bundesliga war bereits nach den ersten zwölf Spieltagen wieder Feierabend. Nach zehn Punkten aus den ersten zwölf Ligaspielen - drei Siege sowie ein Unentschieden und acht Niederlagen - zog der FC Augsburg im Dezember 2025 vorzeitig die Reißleine. Darunter fallen auch die höchste Heimniederlage in der Bundesliga-Geschichte (0:6 gegen RB Leipzig) und das Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Dabei war vor allem ein Satz hängen geblieben, der Wagner später noch um die Ohren fliegen sollte: "Ich sehe nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern. Ich sehe uns auf keiner Position im ganzen Verein von der Qualität her weniger gut aufgestellt."

"Ich hätte die Zeit gerne schöner beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass das wieder ein wichtiger Erfahrungswert für mich war". ließ er Ende April 2026 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) durchblicken. Eine Lehre sei, dass er sein Image als ohnehin polarisierender und meinungsstarker Mensch nicht noch weiter befördern dürfe. "Es gab schon ein, zwei Aussagen von mir, bei denen ich mich ein Stück weit vergaloppiert habe. Oder wo einfach noch ein Halbsatz gefehlt hat", sagte Wagner. Wann er wieder einen neuen Job antreten wird, ließ Wagner offen. Angebote habe es bereits gegeben. Wenn ein passendes Projekt komme, werde er wieder loslegen.

Rekord-Trainerentlassung in Leverkusen

Einen neuen Bundesliga-Rekord für die schnellste Trainerentlassung stellte indes Bayer 04 Leverkusen zu Beginn der Saison auf. Als Nachfolger von Meistertrainer Xabi Alonso wurde Erik ten Haag bereits nach zwei Bundesliga-Spieltagen mit einer Niederlage und einem Unentschieden am 1. September 2025 entlassen. "Eine Trennung zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ist schmerzhaft, aber sie war aus unserer Sicht notwendig", hieß es in einer Mitteilung. So hätten die Wochen zu Saisonbeginn "gezeigt, dass der Aufbau einer neuen und erfolgreichen Mannschaft in dieser Besetzung nicht zielführend gestaltet werden kann".

Beim gefeuerten Coach traf die Entscheidung - wenig überraschend - auf wenig Verständnis. "Ich habe das Gefühl, dass dies nie eine Beziehung war, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhte", ließ ten Haag über seine Berateragentur kommunizieren. "Jede Saison, die ich als Trainer zu Ende bringen konnte, war für mich ein Erfolg. Vereine, die mir ihr Vertrauen schenkten, wurden mit Erfolgen und Titeln belohnt", erklärte er weiter.

Sein Nachfolger Kasper Hjulmand hat zwar einige Monate länger im Amt überlebt. Ob der dänische Coach allerdings auch nächste Saison wieder bei der Werkself an der Seite stehen wird. Nachdem Bayer 04 Leverkusen sein wichtigstes Saisonziel - die Qualifikation für die UEFA Champions League - verpasst hatte, schien Hjulmands Aus als Bayer-Trainer bereits vor dem offiizellen Saisonende wohl längst eine beschlossene Sache zu sein. An Fronleichnam machte es der Werksklub schließlich offiziell: Ab der kommenden Saison wird Carles Martínez Novell die Profimannschaft übernehmen. Der 42-jährige Spanier erhielt einen Zwei-Jahres-Vertrag und trainierte zuvor den französischen Erstligisten FC Toulouse.

Mittelfristig sieht sich die Werkself dennoch auf Kurs: "Wir wollen wieder angreifen, und das werden wir auch. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Sommer das Fundament einer neuen Titelmannschaft gelegt haben", betonte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes Anfang Oktober 2025 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Zwar hätten sich durch den Image-Gewinn mit Meistertrainer Alonso "natürlich die Maßstäbe verschoben". Dennoch betonte Rolfes: "Wir können uns keine Titelmannschaft zusammenkaufen, wir müssen sie entwickeln - also gibt es Zyklen. Unsere jetzige Qualität ist trotzdem hoch: Wir haben Spieler bekommen, die wir vor fünf Jahren nicht hätten verpflichten können".

05er lassen die Erde beben

Beim 1. FSV Mainz 05 wurde bereits der Hinrunde der Trainer ausgetauscht. Anfang Dezember 2025 übernahm der Urs Fischer die abstiegsgefährdeten Rheinhessen von Bo Henriksen, der die 05er dank seiner enormen Motivationskünste zuvor noch in die UEFA Conference League geführt hatte. Dabei gelang es dem Schweizer, die Mannschaft nicht nur sportlich zu stabilisieren. Anfang Mai 2026 schaffte Fischer mit den Mainzern vorzeitig den Klassenerhalt. International schieden die 05er erst im Viertelfinale gegen den französischen Erstligisten Racing Straßburg aus - übrigens auch dank der heimischen Fans.

"Ich kann genau sehen, wann 'You never walk alone' gesungen wird."

Miriam Christina Reiss, Juniorprofessorin am Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Deren Energie scheint sogar physikalisch messbar zu sein, wie nun eine Untersuchung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz belegen will. Seit April 2026 messen die Vulkan-Seismologin Miriam Christina Reiss und ihr Team, was sich bei den Heimspielen des 1. FSV Mainz 05 in der Erde tut. Das Ergebnis: Der Fan-Jubel in der Mewa Arena löst große seismische Ausschläge aus. "Überraschend war, dass die Fangesänge deutlicher in den Boden einkoppeln als die Torjubel", erläuterte Reiss gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR).

Champions League-Debüt wird zum Debakel

In der UEFA Champions League dürfte das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atlético Madrid und Tottenham Hotspur seinen Platz in den Annalen der Fußballgeschichte eingehen. Für Antonín Kinský, den tschechischen Ersatztorhüter der Spurs, endete das Debüt in der europäischen Königsklasse bereits nach 17 Minuten. Gleich zwei Patzer zu Beginn der Partie ebnete er den Weg für den deutlichen Auswärtssieg der Madrilenen. Spurs-Trainer Igor Tudor betonte nach dem Spiel: "Ich bin seit 15 Jahren Trainer und habe so etwas noch nie gemacht. Es war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen."

Dabei sorgte die frühe Auswechslung auch für deutliche Kritik. So fand der ehemalige dänische Torhüter Peter Schmeichel beim US-Sender CBS deutliche Worte: "Er wechselt ihn aus. Das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. An diesen Moment wird sich jeder im Fußball für immer erinnern, sobald er seinen Namen hört. [...] Er hat seine Karriere komplett ruiniert. Das wird einiges brauchen, um darüber hinwegzukommen." Der frühere englische Nationaltorhüter Joe Hart kommentierte bei Sky Sports: "Ich habe versucht, mir einen Reim darauf zu machen, und mein generelles Gefühl ist, dass mir das Herz absolut für den Jungen gebrochen ist".

Torreiches CL-Halbfinale wird zu einer "Ode an den Fußball"

Einen Platz in den Geschichtsbüchern hat auch das Halbfinal-Hinspiel zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain gefunden. In einem torreichen Tor-Spektakel trennten sich die beiden Giganten am Ende mit einem 5:4 zugunsten des Titelverteidigers aus Frankreich. Dementsprechend ließ das Rekordspiel die Fußball-Welt staunend zurück. "Ich habe noch nie eine solche Intensität, ein solches Tempo und ein solches physisches Niveau gesehen. Wir müssen allen gratulieren", sagte PSG-Trainer Luis Enrique nach dem Spiel.

"Wir haben heute den Sieg verdient, wir haben ein Unentschieden verdient und wir haben die Niederlage verdient. Es war ein fantastisches Spiel."

Luis Enrique, Trainer von Paris Saint-Germain (seit 2023)

Auch die internationale Presse blickte staunend auf das vorgezogene Endspiel. "Der Schock kippt ins Irrationale", schrieb die französische Zeitung L'Équipe. "Eine Ode an den Fußball, die zugunsten von PSG ausging", ergänzte die spanische Zeitung AS. Und die Corriere della Sport schrieb: "Eines der spektakulärsten Champions-League-Spiele der Geschichte". Kritik kam aber von der englischen Stürmer-Legende Wayne Rooney: "Die Defensive von beiden Mannschaften war wirklich schlecht". So könne er "nicht verstehen, sei es als Spieler oder Trainer, wie man heute in die Kabine gehen kann, nachdem man vier oder fünf Tore kassiert hat, und damit glücklich ist". 

Der frühere niederländischer Fußball-Star Clarence Seedorf monierte: "Es muss eine Balance geben. Stell dir vor, du hast fünf Tore gegen eines der besten Teams der Welt geschossen und du wirst zu Hause sitzen und dir das Finale anschauen – weil du zu offen warst und zu viele einfache Chancen zugelassen hast. Das wird niederschmetternd sein". PSG-Trainer Enrique reagierte eher lapidar auf die Kritik: "Es ist wie im Leben, es gibt überall Meinungen. Und ich denke, dass es nicht wichtig ist, alle Meinungen zu respektieren. Denn wenn es eine beschissene Meinung ist, muss man die nicht respektieren". Am Ende musste der deutsche Rekordmeister seinen Traum vom Champions League-Finale in Budapest dennoch begraben. Im Rückspiel in der heimischen Allianz Arena kam der FC Bayern nicht über ein Unentschieden hinaus. 

"Wir haben letztes Jahr was gelernt, wir müssen dieses Jahr wieder was daraus lernen, und dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen."

Maximilian ("Max") Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München (seit 2024)

Die Bayern selbst geben sich trotz aller Enttäuschung wieder angriffslustig. "Wir werden uns vorbereiten und sehen, dass wir noch stärker sind. Wir haben schon Fortschritte gemacht diese Saison - müssen wir nochmal machen", sagte FCB-Trainer Vincent Kompany nach dem Halbfinal-Aus. Und Mannschaftskapitän Joshua Kimmich glaube nicht, dass sie das Aus "vom Weg abbringen wird". Vielmehr habe er "das Gefühl, dass man mit dieser Mannschaft die Champions League noch gewinnen kann". 

Bleibt am Ende noch zu erwähnen, dass sich PSG im Finale von Budapest erst im Elfmeterschießen gegen den FC Arsenal erneut die europäische Königskrone aufsetzen konnte. Seit Einführung der heutigen UEFA Champions League im Sommer 1992 ist Paris Saint-Germain damit erst der zweite Verein nach Real Madrid, der den Titel in der europäischen Königsklasse verteidigen konnte. 

"Das Königreich besteht weiter", kommentierte daher die italienische Zeitung Gazzetta dello Sport den PSG-Triumph. Die spanische Sportzeitung Marca konstatierte: "Luis Enrique führt PSG auf den Olymp der Champions League. Er hat in der Geschichte von PSG eine Zäsur markiert". Und die französische Zeitung Le Parisien schrieb: "Für immer in die Geschichte eingegangen! Der Klub aus der französischen Hauptstadt wird zur Referenz des europäischen und weltweiten Fußballs."

Ganz ohne deutsche Beteiligung ging es im Finale der europäischenKönigsklasse  dann aber doch nicht: Schiedsrichter Daniel Siebert wurde nach dem Spiel für seine Leistungen in höchsten Tönen gelobt worden. Nach Ansicht des ZDF-Experten und ehemaligen Bundesliga-Referees Torsten Kinhöfer habe Siebert "Autorität ausgestrahlt" und sei bei den "unpopulären Entscheidungen immer präsent" gewesen.

Ein besonderes Novum hat das Endspiel aus deutscher Sicht dennoch vorzuweisen: Mit seinem Treffer avancierte Kai Havertz zum dritten deutschen Spieler, dem in zwei Europapokal-Endspielen (2021, 2026) ein Tor gelang. Ähnliches gelang nur Franz ("Bulle") Roth in den 1970er-Jahren: In allen drei Finals im Europapokal der Landesmeister (1974, 1975, 1976) gelang ihm jeweils ein Treffer - zweimalig sogar der entscheidende Siegtreffer - für den FC Bayern München. Außerdem erzielte Gerd Müller in zwei verschiedenen Europapokal-Endspielen (1974, 1975) jeweils ein Tor.

SC Freiburg erreicht erstmals ein europäisches Finale

Was dem deutschen Rekordmeister in der europäischen Königsklasse verwehrt blieb, gelang indes dem SC Freiburg in der UEFA Europa League. Im Halbfinale drehten die Badener einen Hinspiel-Rückstand gegen den portugiesischen Erstligisten Sporting Braga und stehen damit erstmals in der Vereinsgeschichte im Endspiel eines europäischen Vereinswettbewerbs. Im Finale in Istanbul war der SC Freiburg schließlich dem englischen Erstligisten Aston Villa unter dem spanischen Trainer Unai Emery deutlich unterlegen. Für den Basken ist es mittlerweile der fünfte Titelgewinn in der UEFA Europa League - und damit ein Rekord.

FC Thun schreibt Schweizer Fußballgeschichte

In der Schweiz hat indessen der FC Thun ein neues Kapitel in der Fußballgeschichte der Eidgenossenschaft geschrieben. Erstmals in der Vereinsgeschichte sicherte sich der Klub aus der Zentralschweiz die Meisterschaft - und das als Aufsteiger. Vor seinem Aufstieg 2025 hatte der FC Thun fünf Jahre in der Zweitklassigkeit verbracht. Auch abseits des Platzes hatte der Verein in den letzten Jahrzehnten eher für Negativschlagzeilen gesorgt. So waren 2007 einige Spieler in einen Sexskandal verwickelt, 2016 stand der Verein fast vor dem Konkurs.

Dementsprechend fällt auch der mediale Widerhall aus. "Vom Skandal-Klub zur Sensation", titelte Sport 1. "Das weckt Erinnerungen an den 1. FC Kaiserslautern. Als Aufsteiger stürmt der FC Thun zum Meistertitel in der Schweiz - auch wenn am Ende die Nerven flattern", schrieb die Süddeutsche Zeitung (SZ). Und bei der Bild hieß es: "Was für ein Fußball-Wunder in der Schweiz! Der FC Thun ist Meister - und schreibt damit eine der unglaublichsten Geschichten des europäischen Fußballs. Thun feiert die erste Trophäe in seiner 128-jährigen Vereinsgeschichte. Die Meisterschaft holt der Verein als Aufsteiger!"

Quelle: Manu Thiele auf Youtube

Keine "Meister-Revolution" in Schottland

In Schottland wird zwar kein Aufsteiger zum neuen Landesmeister krönen. Allerdings könnte das Abo der beiden Klubs aus Glasgow in der schottischen Meisterschaft erstmals seit 41 Jahren wieder durchbrochen werden. Mit Heart of Midlothian könnte erstmals seit langem wieder ein Verein die jahrzehntelange Dominanz der Platzhirsche wieder durchbrechen. Im Moment stehen die Hearts mit einem Punkt Vorsprung vor Celtic Glasgow an der Tabellenspitze. Der letzte schottische Meister, der nicht aus Glasgow kam, war der FC Aberdeen im Jahr 1985Die Hearts gewannen bislang vier Meistertitel - zuletzt 1960

Einen wesentlichen Anteil am rasanten Aufstieg der Klubs aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh hat Investor Tony Bloom, der sich im Juni 2025 insgesamt 29 Prozent der stimmrechtslosen Anteile und damit einen Platz im Vereinsvorstand sicherte. "Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verein in der Lage ist, die seit viel zu langer Zeit bestehende Dominanz im schottischen Fußball zu durchbrechen", erklärte der englische Pokerspieler bei seinem Einstieg. Am Ende hat Bloom dann doch zu hoch gepokert. In einem dramatischen Saisonfinale krönte sich Celtic im heimischen Celtic-Stadion erneut zum schottischen Meister. Mit 56 Titeln sind die "Bhoyz" nun der alleinige Rekordmeister in Schottland. 

Für ein Novum in Schottland sorgte übrigens der ehemalige DFB-Co-Trainer Danny Röhl. Als erster deutscher Coach in der Geschichte wurde der 37-Jährige im Oktober 2025 als Cheftrainer der Glasgow Rangers engagiert. Damit trat Röhl die Nachfolge von Russell Martin an, dem der schwache Saisonstart zum Verhängnis wurde. Sein Debüt als Cheftrainer gab Röhl bereits 2023 beim bisherigen englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday.

Norwegisches Fußballmärchen in der Europas Königsklasse

Für Schlagzeilen der ganz anderen Art sorgte indes der norwegische Verein FK Bodø/Glimt in der Königsklasse. Als krasser Außenseiter in die Saison gestartet, entwickelte sich der Klub aus dem Norden des skandinavischen Landes fast zu einem Favoritenschreck. So qualifizierten sich die Nordmänner mit einem überraschenden 3:1-Erfolg über Manchester City nicht nur für die Play-offs. Mit gleich zwei Siegen warfen die Norweger sogar den Vorjahres-Finalisten Inter Mailand aus dem Wettbewerb. Im Achtelfinale war aber schließlich Endstation gegen den portugiesischen Meister Sporting Lissabon

Quelle: ZDF Sportstudio auf Youtube

Skandalfinale bei der Afrikameisterschaft

Wenig märchenhaft endete hingegen zu Beginn des Jahres die Afrikameisterschaft. Im Finale siegte der Senegal zwar mit einem 1:0 in der 94. Spielminute gegen den Gastgeber Marokko. Der eigentliche Skandal war allerdings die Art und Weise, wie dieses Ergebnis zustande gekommen. Nach einem Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit hatten die senegalesischen Spieler vorübergehend den Platz verlassen.

Bereits vor dem Spiel hatte der Fußballverband FSF schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren erhoben und sprach von "großer Besorgnis hinsichtlich mehrerer Missstände". Zudem sprach der Verband von einer "Benachteiligung" bei der Ticket-Vergabe für das Endspiel sowie von "mangelnden Sicherheitsvorkehrungen" im Vorfeld des Spiels. Den ultimativen Höhepunkt setzte jedoch der afrikanische Fußballverband CAF. 58 Tage nach dem Finale entschied der Kontinentalverband, dem Senegal den Titel abzuerkennen und das Endspiel mit 3:0 zugunsten Marokkos zu werten.

Ob die Entscheidung allerdings Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. "Der senegalesische Fußballverband verurteilt diese ungerechte, beispiellose und inakzeptable Entscheidung, die den afrikanischen Fußball in Verruf bringt", hieß es in einer Mitteilung des FSF. Daher werde der Verband  "so bald wie möglich Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einlegen". Verbandschef Seydou Sow bezeichnete die Entscheidung im staatlichen Rundfunk RTS als eine "Schande für Afrika".

Neben den senegalesischen Medien blickten auch die europäischen Kommentatoren kritisch auf die Entscheidung. Die französische Zeitung L’Équipe nannte die Entscheidung einen "Donnerschlag". Die spanische Marca sprach vom "Chaos des Jahrhunderts" und betont, dass der Afrika Cup 2025 wegen einer Büroentscheidung und nicht wegen sportlicher Momente in Erinnerung bleiben werde.

Pokalkönigin Popp zieht es zum Herzensverein

 14 Jahre lang war Alexandra Popp das Herz und der Kopf der Frauenmannschaft vom VfL Wolfsburg. Die ehemalige DFB-Kapitänin gehört mit sieben Meisterschaften, 13 Pokalerfolgen (Rekord), zwei Women's Champions League-Titeln und mit einem Olympiasieg zu erfolgreichsten Fußballspielerinnen ihrer Generation. Zum 1. Juli 2026 wechselt Popp nun nach Westfalen zu  Borussia Dortmund, wo sie einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat.

"Alex' Verpflichtung ist ein dickes Ausrufezeichen für unsere Ambitionen. Dass sich eine Spielerin ihres Formats bewusst für den BVB entscheidet, macht uns unglaublich stolz und ist ein starkes Signal für die Bedeutung und Zukunft des Frauenfußballs in Dortmund."

Svenja Schlenker, Geschäftsführerin Personal bei Borussia Dortmund 

Die 35-Jährige ist in Witten bei Dortmund geboren und seit ihrer Kindheit BVB-Fan. "Mein Herz schlägt für diesen Verein. Ich komme langsam Richtung Ende meiner Karriere und muss dabei auch auf meinen Körper hören. Ich wollte nicht den Zeitpunkt und die Chance verpassen, im BVB-Trikot aufzulaufen", hieß es im März 2026 in einer Pressemitteilung des BVB. In den kommenden drei Jahr soll Popp dabei helfen, das Frauenteam des BVB in die Bundesliga zu führen und zu etablieren.

Abschied von großen Fußball-Legenden

Auch in diesem Jahr musste sich der internationale Fußball wieder von einigen Legenden verabschieden. Im Februar 2026 starb der frühere Fußballtrainer Sepp Piontek nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren. In seiner aktiven Karriere er zwölf Jahre für  den SV Werder Bremen tätig. Dabei stand Piontek vor allem für Zuverlässigkeit, knallharte Defensive und Kontinuität. Mit den einstigen Werder-Legenden Horst-Dieter Höttges, Max Lorenz, Arnold ("Pico") Schütz und Helmut Jagielski war er ein Teil jener "Beton-Abwehr", mit der die Norddeutschen 1965 die deutsche Meisterschaft gewannen.

"Mir fällt niemand ein, der den dänischen Nationalfußball und damit die dänische Gesellschaft insgesamt stärker geprägt hat als Sepp Piontek."

Morten Bruun, ehemaliger dänischer Fußballspieler und -trainer

Als Trainer machte sich Piontek vor allem als Nationaltrainer von Dänemark einen Namen. Unter seiner Ägide qualifizierten sich das skandinavische Team erstmals für eine Europameisterschaft und eine Weltmeisterschaft. Als Vater des "Danish Dynamite" erlangte Piontek einen Kultstatus. Bereits 1984 wurde er "Däne des Jahres" aufgenommen. 2011 wurde Piontek schließlich als erster Ausländer in die Hall of Fame des dänischen Fußballs aufgenommen.

Zu Beginn der 2000er-Jahre gehörte der ehemalige Torhüter Georg Koch zu den beliebtesten Spielern Deutschlands. Viele Titel hatte er in seiner Karriere zwar nicht gewonnen. Seine sportlichen Leistungen ließ vor allem seine menschliche Seite so manches Fan-Herz höher schlagen. Darüber hinaus war Koch aber auch aufrichtiger, hilfsbereiter Mensch bekannt. "Er war unheimlich fürsorglich, hatte eine hohe Empathie", betonte Markus Anfang, Trainer bei Fortuna DüsseldorfIm April 2023 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. In einem emotionalen Interview mit Sport1 machte er schließlich im September 2024 seine unheilbare Erkrankung öffentlich. Am 4. März 2026 erlag Koch seinem Krebsleiden.

Am 2. Mai 2026 starb zudem der langjährige Präsident des FC Energie Cottbus, Dieter Krein, im Alter von 84 Jahren. In seiner Amtszeit von 1993 bis 2005 war der Lausitzer gemeinsam mit Kulttrainer Eduard Geyer maßgeblich für den Aufstieg des brandenburgischen Vereins vom Amateurbereich bis in die Bundesliga verantwortlich. Bis zu seinem Tod blieb Krein als Ehrenpräsident dem Verein eng verbunden.

Statistiken zur Saison 2024/25

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Veröffentlicht am 31.05.2026
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